Asthma in Zeiten von Corona – Was müssen Betroffene beachten?

von Dr. Silvia Nold

Anlässlich des Welt-Asthma-Tages am 05. Mai 2020 sprachen Experten über den Umgang mit Asthma in Zeiten von Corona (Covid-19). Wir fassen für dich das Wichtigste aus diesem Treffen zusammen.

Allgemeine Informationen

Asthma ist eine chronische Lungenerkrankungen. Aber „Asthma ist nicht gleich Asthma“, berichtet Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Pohl aus Wien beim Expertentalk am 04.05.2020. Allergisches und nicht-allergisches Asthma sowie leichtes und schweres Asthma unterscheiden sich in der Behandlung und dem Schweregrad der Symptome.

Aktuell, in Zeiten des neuen Coronavirus SARS-CoV-2, stehen Asthmatiker vor besonderen Herausforderungen. Gerade jetzt ist das Ziel – und zwar noch mehr als sonst – die optimale Behandlung. Denn, so gibt der Deutsche Allergie- und Asthmabund an (1): Asthmatiker, die gut mit Medikamenten eingestellt sind, haben kein erhöhtes Infektrisiko. Ein größeres Risiko haben allerdings ältere Menschen mit schwerem Asthma und Menschen, die gegen schweres Asthma regelmäßig Kortison in Tablettenform einnehmen müssen. Zum Glück ist inzwischen auch schweres Asthma gut behandelbar. Oft auch ganz ohne Kortison. Mehr dazu berichtete Prof. Pohl in dem Expertentalk.

Was ist Asthma?

Jeden ersten Dienstag im Mai, heuer also am 05. Mai 2020, ist Welt-Asthma-Tag. Dabei soll der Fokus auf die rund 315 Millionen (2) Asthma-Patienten gelegt werden, die es weltweit gibt. Darunter auch immer mehr Kinder. Initiiert wurde dieser Tag von der GINA (Global Initiative for Asthma), einer gemeinnützigen Organisation. Dort arbeiten Lungenspezialisten aus aller Welt zusammen, um die Versorgung von Asthmapatienten weltweit zu verbessern.

Symptome von Asthma

Je nach Schweregrad und Alter des Patienten können ganz unterschiedliche Symptome auftreten. Betrachtet man ein beginnendes Asthma, bemerkt man am Anfang oft ein „Hüsteln“, so Prof. Pohl. Dieses tritt meist vorwiegend bei Belastung auf. In der Folge kann der Husten dann dauerhaft werden. Irgendwann kann ein Gefühl der Brustenge hinzukommen. Patienten fühlen sich, als ob ein Gewicht auf dem Brustkorb lastet. Vor allem das Ausatmen fällt schwer. Zudem spüren die Menschen häufig auch ein generelles Unwohlsein bei körperlichen Belastungen. Nächtliches Husten, Atemnot und ein pfeifendes Atmen gehören ebenfalls zu den möglichen Symptomen bei Asthma.

Ursachen und Auslöser

Bei Asthma spielen verschiedene Ursachen zusammen. Zum einen liegt wohl eine genetische Disposition vor, die die Entstehung von Asthma begünstigt. Zum anderen tragen verschiedene Faktoren des Lebensstils ( Übergewicht, Stress, Rauchen) zur Entstehung bei. Einer der Hauptauslöser sind jedoch Allergien. Sie können dazu führen, dass sich ein allergisches Asthma entwickelt. Liegt keine begleitende Allergie vor, spricht man vom nicht-allergischen Asthma. Dabei sind jedoch im Verlauf immer wieder Änderungen möglich. Ein mildes Asthma kann zum Beispiel in ein schweres Asthma übergehen, ein allergisches in ein nicht-allergisches Asthma, so Pohl.

Direkte Auslöser von Asthmaanfällen können bei Allergikern die entsprechenden Allergene sein, zum Beispiel Pollen oder Hausstaub. Manche Asthmatiker reagieren auch empfindlich auf Reize der Lunge. Dazu können Staub, Rauch, Zigarettenrauch, das Einatmen kalter Luft und starke Gerüche (Parfüm) gehören.

Moderne Behandlungsmöglichkeiten bei Asthma – auch von zuhause aus

Leider ist Asthma nicht heilbar. Aber Asthma lässt sich fast immer so gut behandeln, dass keine merkliche Einschränkung der Lebensqualität vorliegt, berichtete Prof. Pohl im Expertentalk. Zur Basistherapie gehören verschiedene Wirkstoffe, die inhaliert werden, und direkt in der Lunge ihre Wirkung entfalten. Darunter fallen Sprays bzw. Inhalatoren mit Kortison oder länger wirkenden Betasympathomimetika. Diese Inhaltsstoffe wirken gegen die Entzündung oder erweitern die Bronchien.

Für akute Anfälle mit Atemnot stehen Notfallsprays bereit, die zum Beispiel schnell wirkende Betasympathomimetika enthalten und innerhalb von Minuten wirken. Für schweres allergisches oder eosinophiles Asthma stehen seit einigen Jahren die sogenannten Biologika zur Verfügung. Dabei handelt es sich um eine Therapie mit Antikörpern, die gegen bestimmte Entzündungs-Botenstoffe gerichtet sind, und dadurch der Entzündungsreaktion in der Lunge entgegenwirken.

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Asthma in Zeiten von Corona (SARS-CoV-2)

In Zeiten von Corona ist hierbei besonders wichtig, dass die Behandlung auch sehr gut selbst zuhause, etwa mit Pen oder Fertigspritze, durchgeführt werden kann. Leider wissen nicht alle Patienten, welche umfassende Behandlungsmöglichkeiten es inzwischen gibt. Deshalb möchte Prof. Pohl Patienten, die immer noch Beschwerden mit ihrem Asthma haben, dazu animieren, die Symptome weiter abklären zu lassen.

Denn, so ergänzt er, „dann haben sie noch nicht alles bekommen, was sie brauchen.“ Vom Arzt verschriebene Medikamente sollten in jedem Fall regelmäßig angewendet werden, selbst wenn keinerlei Symptome mehr vorliegen. Inhalatives Kortison und Antikörper-Therapien haben meist keinerlei Nebenwirkungen, erklärte Prof. Pohl, und können problemlos eine lange Zeit eingenommen werden. Auch oder sogar ganz besonders in Zeiten von Corona.

Dabei sollte jedoch die Verabreichung von systemischen Kortison (Kortisontabletten) möglichst vermieden werden. Das ist glücklicherweise selbst bei Patienten mit schwerem Asthma heute sehr oft möglich. „Dank intensiver Forschung in den vergangenen Jahren wurde eine gezieltere Therapie mit Antikörpern, speziell bei Patienten mit schwerem Asthma, entwickelt, die zu einer wesentlichen Verbesserung der Lebensqualität der Patienten beiträgt“, ergänzt Pohl. Zusätzlich verbessert es den Verlauf, wenn Asthmatiker weiterhin aktiv bleiben, sich viel bewegen und regelmäßig Sport machen.

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Quellenangaben

  1. Marina Oppermann. Corona: IST JEDER ASTHMAPATIENT STÄRKER GEFÄHRDET? 20.03.2020.
  2. Pressekonferenz der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie, ÖGP. Schweres Asthma – oft nicht richtig behandelt?
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Bildquellen

  • Schriftzug Asthma und Coronavirus: Aleksandra Suzi | Shutterstock.com
Dr. Silvia Nold

Dr. Silvia Nold ist promovierte Biologin und hat eine abgeschlossene Ausbildung als pharmazeutisch-technische Assistentin mit Schwerpunkt Ernährungslehre. Sie war mehrere Jahre in der medizinischen Diagnostik tätig. Dr. Nold schreibt für Lanaprinzip Publishing e.U. über Themen der Biologie, Medizin und Ernährung.

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