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Bauchgefühl: Auf die innere Stimme hören

Bauchgefühl, Intuition, innere Stimme – Unser Gefühl sagt uns oft, ob wir Dinge tun oder besser lassen sollten. In vielen Fällen lohnt es sich, darauf zu hören und seinem Bauchgefühl zu vertrauen.

Mit unserem Bauchgefühl – manche nennen es auch Intuition oder die innere Stimme – liegen wir oft richtig. Das bestätigt sogar die Hirnforschung. Wissenschaftler zeigten, dass intuitive Entscheidungen in vielen Fällen besser sind als die, die wir nach langem Überlegen treffen (1). Auf der anderen Seite haben wir aber auch einen inneren Kritiker, der Dinge negativ sieht oder uns einreden will: „Das schaffst du sowieso nicht!“ oder „Pass auf, das geht bestimmt schief!“. Doch wie kann man das eine vom anderen unterscheiden? Wie schaffen wir es, mehr auf unser Bauchgefühl zu achten? Darüber habe ich mir vor einiger Zeit lange Gedanken gemacht und zuletzt auf mein Bauchgefühl gehört – was goldrichtig war. Die Tipps, die mir damals geholfen habe, möchte ich gerne mit euch teilen.

Was ist das Bauchgefühl überhaupt?

Was ist die innere Stimme? Abhängig davon, wen man fragt, wird man unterschiedlichste Antworten auf die Frage bekommen. Wissenschaftlich betrachtet hat es einen wichtigen Sinn, dass wir Entscheidungen „aus dem Bauch heraus“ treffen können. Denn in vielen Lebenssituationen haben wir keine Zeit, alles lange und in Ruhe zu durchdenken. Darum hat unser Gehirn spannende Mechanismen entwickelt. Vorangegangene Erfahrungen und unser Wissen ermöglichen es unserem Geist, spontan und ohne bewusstes Nachdenken intuitiv auf neue Situationen zu reagieren. Forscher konnten zeigen, dass wir damit sogar oft besser liegen, als wenn wir lange darüber nachdenken. Das gilt besonders, wenn es um komplexe Sachverhalte geht (1). In einer Studie trafen 65 Prozent der Teilnehmer aus dem Bauch heraus die objektiv beste Entscheidung. Diejenigen, die länger darüber nachdachten, entschieden sich nur zu 26 Prozent richtig. Wer seinem Bauchgefühl folgte, fühlte sich außerdem anschließend zufriedener und vertraute seiner Entscheidung mehr.

Es gibt bestimmte Berufssparten, bei denen das Bauchgefühl besonders wichtig ist. Dazu gehören zum Beispiel Ärzte und Pflegepersonal. Immer mehr Studien zeigen, dass das Bauchgefühl eine maßgebliche Rolle bei Behandlungsentscheidungen spielt und dass Ärzte sich oft sogar schlechter entscheiden, wenn sie sich nicht auf ihre Intuition verlassen (2, 3). Nicht nur bei Humanärzten, auch bei Tierärzten ist das so. Ich bin heute noch meinem Tierarzt dankbar, der sagte: „Ich habe so ein Gefühl, wir sollten uns das trotz der negativen Ergebnisse noch einmal genauer anschauen“. Das hat dem Hund viel unnötiges Leid erspart. Auch Hochleistungssportler (man denke an den Torwart im Fußball) oder Börsenspekulanten sind auf die Intuition angewiesen. Auch in vielen Religionen, philosophischen Lehren oder fernöstlichen Meditationstechniken gehören Selbstfindung, die Besinnung auf das innere Selbst und die innere Stimme fest dazu.

Warum spricht man denn eigentlich vom „Bauchgefühl“? Vielleicht weil Bauch und Herz von jeher für die Gefühlsseite stehen, im Gegensatz zum logisch denkenden Kopf. Heute weiß man: Der Bauch hängt tatsächlich eng mit unseren Gefühlen, Stimmungen und Entscheidungen zusammen. Genauer gesagt ist es unser Darm, der über Nerven und durch seine Darmflora viel intensiver mit dem Gehirn kommuniziert, als man das früher dachte (4, 5). Darm und Gehirn sind eng verbunden. Diese Interaktion beeinflusst auch intuitive Entscheidungen. Schaut man sich unsere Sprache an, dann hatten unsere Vorfahren diesen Zusammenhang „aus dem Bauch heraus“ und mit dem richtigen „Bauchgefühl“ wohl bereits erkannt.

Die innere Stimme: Freund oder Feind?

Vielleicht kennst du das auch, dass deine innere Stimme manchmal eher ein innerer Kritiker oder ein innerer Schweinehund ist. Als ich in einer Situation war, in der mehrere große berufliche und private Entscheidungen anstanden, wurde mir bewusst: Mein Bauchgefühl wird oft von einer nervigen, lästigen Stimme überlagert, die alles schlechtreden möchte. Vielleicht gehörst du zu den Menschen, denen es genauso geht. Unter Stress oder in einer Krise sind negative Stimmen in manchen von uns leider besonders laut.

Mir hat geholfen, erst einmal den Fokus auf positive Gedanken zu legen und negative gedankliche Formulierungen ganz bewusst zu vermeiden. Achte darauf, wann solche Gedankengänge kommen und was sie dir sagen. Hör zu, denn manchmal ist es auch sehr hilfreich, diese Seite in dir wahrzunehmen oder auf Warnungen zu hören. Aber argumentiere ganz bewusst dagegen, wenn deine innere Stimme gerade einfach nur ein „Miesmacher“ ist. Man kann tatsächlich lernen, positiver zu denken, mit Selbstzweifeln besser umzugehen und selbstbewusster zu werden. Hast du jedoch das Gefühl, dass du ständig in einem Gedankenkarussell gefangen bist, dich innerlich selber schlecht machst oder dich ständig gestresst fühlst, kann professionelle Hilfe angebracht sein.

Tipps: Dem Bauchgefühl vertrauen

Würde die Vernunft immer über das Bauchgefühl siegen, täten wir sehr selten etwas Neues oder Verrücktes. Das kann ein Weg in Richtung Anpassung und Langeweile sein. Hören wir aber auf unser Herz, unseren Bauch, unsere Intuition (oder wie man es nennen mag), fühlen wir uns oft viel wohler mit uns, unserem Leben und unseren Entscheidungen.

Ich selber habe gemerkt, dass ich jetzt auf mein Bauchgefühl hören muss, als ich dachte: Irgendwie fehlt mir etwas. Irgendwie läuft etwas falsch und ich fühle mich manchmal ein bisschen wie im „falschen Film“. Als ich an diesem Punkt angelangt war, las ich viel über das Bauchgefühl nach – vielleicht genauso, wie du jetzt bei diesem Artikel gelandet bist. Die folgenden drei Tipps haben mir am besten geholfen, meinen Weg zu finden. Was der Grund dafür ist, dass ich heute selbständige Autorin bin. Ein Schritt, den ich – trotz einer „aus dem Bauch heraus“ und relativ zügig getroffenen Entscheidung – nie bereut habe. Denn im Inneren weißt du, was gut für dich ist. Du musst nur lernen, diese innere Stimme wahrzunehmen und ihr zu vertrauen.

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Tipp 1: Zurück in die Vergangenheit

Spuren im Sand am MeerNatürlich möchten wir nach vorne schauen. Doch manchmal kann es sich lohnen, wieder einen Schritt zurückzugehen und sich bewusst an früher zu erinnern. Was hat dir früher Spaß gemacht, kommt heute aber zu kurz? In welchen Lebenssituationen warst du glücklich? Was würde dein früheres Ich von dir halten, so wie du heute bist?

Bei mir meldete sich bei solchen Gedankengängen ganz deutlich meine innere Stimme. Ich habe gemerkt, dass ich einige Dinge eigentlich schon längst anders handhaben wollte, nur war ich zu sehr auf Sicherheit bedacht, zu zögerlich oder manchmal schlicht und einfach zu faul. Allerdings ist natürlich auch klar: Nicht alles, was wir in der Jugend planten oder wollten, war realistisch. Doch auch diese – je nach Person – idealistischen, kommerziellen, unrealistischen oder naiven früheren Ziele gehören zu dir. Als Denkanstoß und mit dem verbunden, was wir inzwischen an Erfahrungen gemacht haben, finde ich solche Gedankenspiele sehr hilfreich. Und oft bringen sie eine Saite in uns zum Klingen, die wir fast vergessen hatten.

Tipp 2: Neues ausprobieren

Wenn du lernen willst, deine innere Stimme deutlicher wahrzunehmen und mehr auf dein Bauchgefühl zu achten, bedeutet das immer eine Veränderung. Vielleicht ist jetzt die Zeit für Dinge, die du längst tun wolltest, doch für die du dir nie wirklich Zeit genommen hast. Neue Menschen, neue Hobbys oder neue Unternehmungen, Reisen, kreative Beschäftigungen, soziales Engagement, eine Sprache oder ein Musikinstrument lernen – probiere einmal aus, genau das zu tun, was dein Bauchgefühl dir sagt und wo dein Herz zu hüpfen beginnt. Wünsche und Träume zeigen, dass ein Bereich in deinem Leben zu kurz kommt.

Dabei können die folgenden Fragen helfen:

  • Welche Tätigkeiten, Situationen oder Personen rauben dir mehr Energie, als sie dir zurückgeben?
  • Fühle ich mich stark und gut mit dieser Entscheidung oder dieser Person?
  • Tust du etwas, weil du es tun „musst“/„solltest“ und weil andere es erwarten? Oder ist es dein eigener Wunsch, genau das zu tun?
  • Was kann im schlimmsten Falle passieren, wenn du deinem Bauchgefühl folgst? Was im besten Falle? Was wiegt schwerer?

Tipp 3: Lass dich inspirieren

Bei mir ging es vor einigen Jahren darum, meinem Bauchgefühl zu folgen und einen sicheren und gut bezahlten Job in der Pharmabranche zu kündigen. Zu Gunsten einer unsicheren Selbständigkeit. Im Nachhinein habe ich einen Tipp für dich: Sprich darüber nicht mit Menschen, die einen völlig anderen Weg eingeschlagen haben. Bei ihnen stoßen geplante Veränderungen, der Wunsch nach Selbstverwirklichung, nach neuen Leidenschaften oder nach Erfüllung oft auf Skepsis, Ablehnung, vielleicht sogar auf Neid. Tausche dich lieber mit Menschen aus, die dich verstehen und ähnlich fühlen. Lass dich von Personen inspirieren, die das getan haben, was du gern tun möchtest. Lies zum Beispiel deren Bücher oder Biographien.

Im folgenden Video spricht Sandra über ihre persönlichen Erfahrungen mit dem Bauchgefühl und den kritischen Gedanken, die auch in ihr immer wieder aufkommen. Sie gibt auch Tipps, wie aus ihrer Sicht ein gutes Leben gelingen kann. Was braucht es, um ein waches, buntes Leben zu führen, das von Leichtigkeit statt lähmender Routine geprägt ist?

In diesem Sinne: Hör auf dein Bauchgefühl, lass sich inspirieren und gehe mit Freude und Neugier deinen eigenen Weg.

Silvia

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Quellenangaben

  1. Mikels JA, et al. Should I Go With My Gut? Investigating the Benefits of Emotion-Focused Decision Making. Emotion 2011;11(4):743-753.
  2. Stolper E, et al. Gut feelings as a third track in general practitioners' diagnostic reasoning. J Gen Intern Med. 2011;26(2):197-203. doi: 10.1007/s11606-010-1524-5. Epub 2010 Oct 22.
  3. Stolper E, et al. Consensus on gut feelings in general practice. BMC Fam Pract. 2009;10:66.
  4. Mayer EA. Gut feelings: the emerging biology of gut-brain communication. Nat Rev Neurosci. 2011;12(8):453-66.
  5. Forsythe P, et al. Mood and gut feelings. Brain Behav Immun. 2010;24(1):9-16.
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