Eine Frau, die nachdenklich aus einem Fenster sieht

Depressionen – Symptome, Ursachen und Behandlung

in Seele von Dr. Silvia Nold

Artikel aktualisiert am 26.11.2018

Depressionen sind schwere Erkrankungen, die heute immer noch oft unterschätzt oder als Tabuthema behandelt werden. Dabei ist hierzulande etwa jeder Zwanzigste davon betroffen. Wichtig ist die frühe Erkennung und Therapie. Im Video-Interview spricht Dr. Ruediger Dahlke über die seelischen Hintergründe einer Depression.

Eine Depression kann jeden treffen. Sie hat nichts mit „schlecht drauf“ oder Charakterschwäche zu tun. Es handelt sich um eine schwere Erkrankung, die unbehandelt bis zum Selbstmord führen oder Menschen in soziale Isolation treiben kann. Darum ist es wichtig, Depressionen zu behandeln. Jeder sechste Mensch bekommt in Laufe seines Lebens eine Depression unterschiedlichen Schweregrads. Im Moment ist jeder zwanzigste Mensch um uns herum von einer Depression betroffen, wobei Frauen doppelt so häufig darunter leiden wie Männer (1).

Kennst du die Warnzeichen, die dir zeigen, ob du selbst oder jemand in deinem Umfeld eine beginnende Depression entwickelt? Oder möchtest du mehr über Depressionen, ihre Ursachen und mögliche Behandlungswege wissen? Hier gibt es die Informationen dazu.

Was ist eine Depression: Diagnose und Symptome

Ob jemand depressiv ist oder nicht, kann der Arzt anhand diagnostischer Kriterien eindeutig feststellen. Dabei unterscheidet man drei Hauptsymptome und sieben Nebensymptome (2).

Drei Hauptsymptome der Depression:

  1. Depressive Stimmung: Betroffene fühlen sich traurig, niedergeschlagen oder fühlen weniger als sonst oder gar nichts (Gefühllosigkeit, innere Leere).
  2. Verlust an Freude und Interesse: Dinge, die vorher Spaß machten, geben einem plötzlich nichts mehr. Lachen aber auch andere Emotionen wie Trauer fallen schwer. Späße oder aufmunternde Worte von Familie und Freunden ändern nichts an der Stimmung.
  3. Erschöpfung und Antriebsmangel: Tätigkeiten kosten Überwindung und ermüden die Betroffenen. Manchmal fällt bereits der normale Alltag schwer. Schlimmstenfalls können Haushalt, Berufstätigkeit, Einkaufen oder Körperpflege leiden oder nicht mehr ausgeführt werden.

Sieben Nebensymptome der Depression:

  1. Konzentrations- und Aufmerksamkeitsschwäche
  2. Selbstwert und Selbstvertrauen sind vermindert
  3. Betroffene fühlen sich schuldig und minderwertig
  4. Die Zukunft wird pessimistisch betrachtet (überängstlich, hilflos oder hoffnungslos). Das kann die eigene Gesundheit mit einschließen (Hypochondrie, Angst bei kleinen körperlichen Unregelmäßigkeiten)
  5. Selbstmordgedanken, Todeswunsch oder Suizidversuch
  6. Schlafstörungen
  7. Fehlender Appetit

Diese Symptome äußern sich bei jedem Depressiven anders. Oft haben sie zur Folge, dass soziale Kontakte vernachlässigt werden und Betroffene sich immer mehr zurückziehen. Arbeit, Hobbys, Sexualität und die Mitmenschen werden oft nur noch als anstrengend und nicht mehr als Bereicherung des Lebens empfunden. Das macht den Umgang mit depressiven Menschen schwer, sollte aber immer ganz klar als ein Symptom der Krankheit gesehen werden.

Antriebslosigkeit und Müdigkeit können so stark werden, dass Depressive das Bett oder Sofa nicht mehr verlassen. Dazu kommen manchmal körperliche Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, Rückenschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden oder Herzprobleme. In jedem Fall beeinflusst eine Depression das ganze Leben. Sie belastet nicht nur Betroffene, sondern auch Freunde und Familie. Darum ist ein frühes Erkennen und die darauf folgende Therapie besonders wichtig.

So stellt der Arzt oder Psychologe die Diagnose „Depression“

Der Arzt oder Therapeut stellt die Diagnose anhand langer und ausführlicher Gespräche. Zusätzlich werden die oben genannten drei Haupt- und sieben Nebensymptome für die Diagnose verwendet und auch, um den Schweregrad der Depression zu bestimmen.

  • Leichte Depressionen: Es liegen zwei Haupt- und zwei Nebensymptome vor
  • Mittelschwere Depression: Es liegen zwei Haupt- und mindestens drei Zusatzsymptome vor
  • Schwere Depression: Es liegen alle drei Haupt- und mindestens fünf Nebensymptome vor

Wie erkennst du eine Depression?

Bei dir selbst oder den Menschen in deinem Umfeld solltest du auf Warnzeichen achten. Dazu gehören die oben genannten Haupt- und Nebensymptome. Generell solltest du aufmerksam sein und ein Auge darauf haben, wenn jemand sich verändert, weniger an sozialen Unternehmungen teilnimmt, oft grübelt und freudlos wirkt. Manchmal, vor allem bei Männern, äußern sich Depressionen auch in Aggressivität oder übermäßigem Alkoholkonsum.

Nach einem Schicksalsschlag ist oft schwierig zu unterscheiden, ob jemand trauert oder depressiv ist. Bei der Unterscheidung kann dir folgendes helfen: Lässt sich der oder die Betroffene ablenken und zumindest kurzfristig aufmuntern? Menschen mit einer Depression fällt es schwer, zu lachen und Freude zu empfinden. Selbst für kurze Momente. Die Trauer hingegen verläuft oft in Wellen und wird im Laufe der Zeit besser zu ertragen.

Sind Online-Selbsttests sinnvoll?

Vermutest du eine Depression bei dir oder im Familien- oder Bekanntenkreis, kann ein Selbsttest sinnvoll sein. Solche Tests können die Augen für das Problem öffnen und manchmal den Anstoß geben, sich um eine Behandlung zu kümmern. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel der Selbsttest der Deutschen Depressionshilfe. Ein Selbsttest kann den Arzt natürlich niemals ersetzen. Wenn der Test die Empfehlung zum Arztbesuch gibt oder du dich weiterhin schlecht fühlst, solltest du auf jeden Fall Hilfe suchen.

Was tun bei Depressionen?

Eine Frau, die sitzt und ängstlich schautWenn du an dir selbst, an Familienmitgliedern oder Freunden Zeichen einer Depression bemerkst, dann solltest du handeln. Das gilt vor allem, wenn die Symptome mehr als zwei Wochen andauern oder sich verschlechtern. Vereinbare einen Arzttermin oder ermuntere deine Freunde oder Verwandten, mit einem Arzt zu sprechen. Der erste Ansprechpartner kann der Hausarzt des Vertrauens sein, oder gleich ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie oder ein Psychotherapeut.

Du solltest bei einem Verdacht auf jeden Fall reagieren. Oft sind die Betroffenen selbst schlecht in der Lage, sich um Terminvereinbarungen mit dem Arzt zu kümmern. Ein Symptom der Krankheit ist ja schließlich die Antriebslosigkeit und dass Alltagsdinge schwerfallen. Hier sollte man jedoch unbedingt dranbleiben, ermuntern und helfen. Zum Beispiel, indem man den richtigen ärztlichen Ansprechpartner recherchiert. Denn schreitet die Depression fort, kann schlimmstenfalls Suizidgefahr bestehen.

Brauchst du im Notfall Rat oder Unterstützung, gibt es Notfallnummern der Telefonseelsorge. Diese erreichst du rund um die Uhr kostenlos in Deutschland unter 0800-1110111 und in Österreich unter der 142. Auch die Webseiten der Depressionsliga und der Stifung Deutsche Depressionshilfe bieten viele hilfreiche Informationen.

Ursachen von Depressionen

Zur Entstehung einer Depression tragen oft mehrere Ursachen bei. Grundsätzlich ist im Gehirn eines Depressiven das Gleichgewicht von Botenstoffen (Neurotransmitter: Serotonin, Noradrenalin, Dopamin) in den Synapsen verändert. In vielen Fällen scheint eine Veranlagung bei der Entstehung dieses hormonellen Ungleichgewichts im Gehirn eine Rolle zu spielen. Unter den gleichen Lebensumständen werden einige Menschen depressiv, andere jedoch nicht. Diese Veranlagung kann vererbt sein, entsteht aber manchmal auch erst durch Erlebnisse und Einflüsse während der Entwicklung (sogenannte epigenetische Veränderungen).

Wenn nun zu dieser Veranlagung weitere Faktoren (psychische und/oder körperliche) hinzukommen, kann eine Depression ausgelöst werden. Zu solchen auslösenden Faktoren zählen:

  • chronische Schmerzen
  • schwere Erkrankungen wie Krebs
  • schwere Schicksalsschläge, wie Tod eines geliebten Menschen oder eine Scheidung
  • dauerhafter Stress in der Partnerschaft oder im Beruf; psychische Überbelastung
  • Einsamkeit
  • Jahreszeit, fehlendes Tageslicht und sinkender Vitamin-D-Spiegel (Herbst- Winter-Depression)
  • Unterversorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen
  • falsche Ernährung, siehe Glücksnahrung für mehr Serotonin
  • Hormonelle Faktoren, z. B. eine Unterfunktion der Schilddrüse, Störungen der Nebennieren; Schwangerschaft oder postnatale Depression
  • Darmentzündungen; Zusammenhang zwischen Darmgesundheit und Depression
  • Viruserkrankungen, wie z. B. das Epstein-Barr-Virus
  • Nebenwirkungen von Medikamenten, z.B. Cortison (3), Säureblocker vom Typ PPI (4), die Antibabypille und viele weitere (siehe Beipackzettel und bespreche mit deinem Arzt Alternativen). Im Fachmagazin BMC Pharmacology and Toxicology wurde 2014 eine Liste mit 110 Medikamenten veröffentlicht, die nachweislich Depressionen verursachen können.

Da die Auslöser einer Depression so unterschiedlich sein können, ist es offensichtlich, dass auch die Therapie-Ansätze sehr gezielt ausgewählt werden müssen.

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Depressionen kann man behandeln!

Wichtig ist in jedem Fall zunächst eine professionelle Behandlung. Wie oben erwähnt, ist die Ursachenforschung dabei sehr wichtig, um den richtigen Therapie-Ansatz zu finden. Bei der schulmedizinischen Behandlung der Depression kommen in erster Linie zwei Therapieformen zum Einsatz: Medikamente (Antidepressiva) und Psychotherapie (häufig in Kombination). Eine Psychotherapie kann etwaige Ursachen in der eigenen Lebensführung herausarbeiten und bei Veränderungen behilflich sein. Antidepressiva sind eine symptomatische Behandlung und greifen in die Chemie des Gehirns ein, um die Stimmung aufzuhellen, Angst zu lösen usw. Es ist dringend anzuraten, dabei die oben genannten auslösenden Faktoren nicht außer Acht zu lassen. Wenn sich die zugrundeliegende Ursache/Erkrankung beheben lässt, wie z. B. eine Schilddrüsenunterfunktion oder ein Vitalstoffmangel, kann sich die Depression oft sehr schnell wieder legen. In der Regel lassen sich diese Faktoren mit einem Bluttest gut diagnostizieren.

Zusätzlich kann man auch selbst viel tun. Nach der erfolgreichen Therapie einer akuten depressiven Episode oder wenn man merkt, dass man zu depressiver Verstimmung neigt, kann man selbst vorbeugen. Viele Methoden der Selbsthilfe, Entspannungstechniken und alles, was die Seele stärkt und Gelassenheit und positives Denken begünstigt, kann helfen. In einem weiterführenden Artikel findest du natürliche Maßnahmen, einer Depression vorzubeugen bzw. leichtere depressive Verstimmungen zu beseitigen.

Im folgenden Interview erklärt der Arzt und Psychotherapeut Dr. Ruediger Dahlke, wie man leben sollte, um das Risiko einer Depression auszuschalten.

 

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Quellenangaben

  1. Bromet E, et al. Cross-national epidemiology of DSM-IV major depressive episode. BMC Medicine 2011,9:90.
  2. Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). S3-Leitlinie/Nationale VersorgungsLeitlinie: Unipolare Depression. Langfassung, 2. Auflage, 2015.
  3. Sherwood Brown, Ph.D., M.D. and Patricia A. Chandler, M.D. Mood and Cognitive Changes During Systemic Corticosteroid Therapy Prim Care Companion J Clin Psychiatry. 2001 Feb; 3(1): 17–21.
  4. Laudisio A, et al. Use of proton-pump inhibitors is associated with depression: a population-based study. Epub 2017 Sep 13
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