Fußschmerzen und Fersenschmerzen: Symptome und Behandlung

Unsere Füße tragen uns nicht nur an 365 Tagen im Jahr durchs Leben, sie sind jeden Tag erheblichen Belastungen ausgesetzt. Im Berufsfeld der Gastronomie oder Logistik legen die Mitarbeiter mitunter mehr als 10 Kilometer am Tag auf ihren Füßen zurück. Dabei haben diese oft zusätzliche Lasten zu tragen, worunter nicht nur Rücken und Gelenke leiden, sondern eben auch die Füße. Im Frisörberuf können die erheblichen Stehzeiten zu denselben Problemen führen. Auch Fußfehlstellungen wie Senkfuß, Knickfuß, Spreizfuß usw. können die Ursache für Fußschmerzen sein. In diesem Artikel erfährst du, was kann man tun, um die Füße zu entlasten und Fußschmerzen zu behandeln.

Fußschmerzen betreffen alle Altersgruppen

Die Füße sind geschwollen, die Zehen und Fersen schmerzen und am liebsten würde man bequem auf der Couch die Füße hochlegen wollen. Fußschmerzen sind unangenehm. Einer Untersuchung in den USA zufolge leiden 40 Prozent der US-Bevölkerung unter Problemen mit ihren Füßen. Wie oft Fußschmerzen in Deutschland und Österreich auftreten, lässt sich momentan nicht herausfinden. Fakt ist aber, dass schmerzende Füße nicht nur bestimmte Altersgruppen betreffen. Vielmehr zieht sich das Problem durch alle Bevölkerungsschichten. Auslöser können neben der Belastung im Beruf auch Fehlstellungen, Erkrankungen oder einfach falsches Schuhwerk sein.

Was sind die Ursachen von Fußschmerzen?

Schmerzen durch Lebenswandel und falsches Schuhwerk

Schmerzen in den Füßen nach einem achtstündigen Arbeitstag, an dem hauptsächlich gestanden oder gelaufen wird – in entsprechenden Berufen eine verbreitete Situation. Besonders Gastronomie, Logistikbranche, Industriemontage und der Frisörberuf sind Bereiche, in denen Füße gefordert sind. Wer sechs oder sieben Stunden am Fließband stehen muss, wird seine Füße am Ende des Tages genauso spüren wie beispielsweise KellnerInnen, die sich nur selten hinsetzen können.

Hinzu kommt mitunter ein Schuhwerk, das zwar allen Anforderungen an den Arbeitsschutz genügt, aber ob es der persönlichen Fußgesundheit wirklich so gut tut, steht auf einem anderen Blatt. Grundsätzlich ist die menschliche Anatomie zwar auf Stehen und Gehen ausgelegt, allerdings sollten sich die verschiedenen Bewegungsmuster immer wieder abwechseln. Ein ständiger Wechsel von Stehen, Bewegung und Sitzen wäre optimal.

In vielen Arbeits- und Berufsbereichen – etwa bei Bandarbeit – ist diese Balance nicht möglich. Das Ergebnis sind angeschwollene Füße, die schmerzen und eine Beinmuskulatur, die verkrampft ist. Natürlich geht diese Belastung auch am Rücken nicht spurlos vorbei und die Venen leiden ebenfalls darunter und können sogar zu Krampfadern werden. Was die Situation meist noch zusätzlich erschwert, sind die Untergründe. In Fabrikhallen ist der Boden meist nach praktischen Gesichtspunkten ausgelegt – und nicht nach den Bedürfnissen der Füße und Gelenke.

Schmerzende Füße durch Fehlstellungen

Fehlstellungen, welche zu schmerzenden Füßen führen, müssen sich nicht ausschließlich auf den Fuß beschränken. Auch Fehlhaltungen des Beins oder Rückens können zu einer Belastung für Füße werden. Verbreitete Fehlstellungen der Füße sind:

  • Plattfuß
  • Senkfuß
  • Knickfuß
  • Hohlfuß

Beispielsweise kann es durch die starke Überhöhung des Längsgewölbes beim Hohlfuß zu Schwielen und Druckstellen kommen. Und beim Plattfuß – dem sogenannten Knick-Senk-Spreizfuß – kann es in der Folge zu Problemen kommen, die bis ins Kniegelenk reichen.

Eine Frau, die die Beine baumeln lässt

Ein Krankheitsbild, welches im höheren Alter zu sehr großen Problemen führt, ist Hallux valgus. Hierbei handelt es sich um eine Deformierung des Großzehenballens, die meist mit einer abnormen Spreizung im Mittelfuß verbunden ist. In der Folge kommt es – sofern das Ganze unbehandelt bleibt – zu einer Deformation der Gelenke. Aufgrund dieser Entwicklung entsteht eine stark schmerzende Symptomatik, die bei einigen Betroffenen zu erheblichen Einschränkungen der Mobilität führt.

Fußschmerzen durch Übergewicht

Schmerzen die Füße, muss es nicht an falschen Schuhen oder einer Fehlstellung liegen. Mitunter sind es auch die Lebensumstände, welche zu Fußschmerzen führen. Gelenke, Bänder und Muskeln sind darauf ausgelegt, auch hohen Belastungen standzuhalten. Allerdings kann der moderne Lebenswandel dazu führen, dass diese Belastungen einfach zu hoch werden – im Zusammenhang mit Übergewicht.

Laut Robert-Koch-Institut ist inzwischen ein erheblicher Anteil der Bevölkerung übergewichtig bis adipös. Dabei geht es nicht um 2 – 3 Kilo zu viel. Oft tragen Betroffene 40 Kilogramm und mehr über das eigentlich empfohlene Gewicht hinaus mit sich herum. Und diese Tatsache bekommen auch die Muskeln und Gelenke in den Füßen zu spüren. Mitunter reicht schon ein moderates Bewegungspensum aus, um die Füße an ihre Schmerzgrenze zu führen.

Die Lösung: Gewicht reduzieren. Abnehmen sorgt in diesem Zusammenhang nicht nur dafür, dass die Füße weniger belastet werden. Auch Stoffwechsel und Kreislauf funktionieren nach einer Gewichtsreduktion oft deutlich besser. Unser ausführlicher Artikel über gesundes und nachhaltiges Abnehmen kann dir dabei eine gute Unterstützung sein.

Wie kann ich Fußschmerzen vorbeugen?

Um schmerzenden Füßen und späteren Gesundheitsschäden vorzubeugen, sind sowohl Unternehmen als auch Arbeitnehmer gefragt. Letztere sind angehalten, auf die Haltung und das Schuhwerk zu achten. Deren Passform ist genauso wichtig wie die Tatsache, dass die Sohle dämpfende Eigenschaften haben sollte.

Unternehmen können die Füße ihrer Angestellten schonen, indem Stehhilfen angeboten werden und dämpfende Trittmatten am Bandarbeitsplatz zum Einsatz kommen. Sehr vorteilhaft sind Wechselarbeitsplätze, die unterschiedliche Bewegungsmuster erfordern – also stehen, gehen und sitzen im Wechsel.

Was mache ich bei schmerzenden Füßen?

Schmerzende Füße lassen sich nicht immer vermeiden. Umso wichtiger ist es, den Füßen nach Feierabend etwas mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Nachfolgend findest du unsere besten Tipps, um Schmerzen der Füße zu reduzieren.

Fußgymnastik

Mit Fußgymnastik (hier findest du 7 Übungen) und Massagen kann die Fußmuskulatur entspannt werden, die Gelenke gelockert und Schwellungen verringert werden. Entsprechende Massagehilfen für den Hausgebrauch werden im medizinischen Fachhandel oder auch online angeboten. Prinzipiell kannst du bereits mit einem einfachen Fußroller aus Holz gute Entspannung bewirken.

Ebenfalls als Option kommt ein pflegendes Fußbad in Frage. Hier kann auf verschiedene Zusätze zurückgegriffen werden, die bei Schmerzen helfen, belebend wirken und die Versorgung der Haut verbessern, sehr zu empfehlen: GEHWOL Fuß Bad 400 g*. Du kannst dein Fußbad auch als Wechselbad durchführen. Dies hat einen zusätzlichen Erholungsfaktor und geht ganz leicht:

Anleitung Wechselfußbad

  1. Für ein Wechselfußbad brauchst du zwei kleine Wannen, in denen deine Füße bequem Platz haben. Eine füllst du mit sehr kaltem und eine mit warmem Wasser (etwa 36 bis 38°C). Wenn du Badezusätze verwendest, gib sie ins warme Wasser.
  2. Gib deine Füße zunächst 5 Minuten ins warme Wasser, dann für 10 bis 15 Sekunden in das kalte Wasser. Wiederhole die Anwendung ein- bis zweimal und beende das Wechselbad mit kaltem Wasser. Dies führt zu einer verstärkten Durchblutung aufgrund des Kältereizes.
  3. Trockne die Füße gut ab und zieh dir warme Socken an.

Darüber hinaus zählt die richtige Pediküre zu Maßnahmen gegen schmerzende Füße. Hintergrund: Zu lange Zehennägel können zu Problemen wie Entzündungen o. Ä. führen.

Die richtigen Schuhe – Passform und Einlagen

Schmerzende Füße durch hohe Belastungen im Job oder eine Überlastung bei Sport passieren immer wieder. Nicht selten ließe sich ein Teil der Probleme verhindern – wenn den Schuhen mehr Beachtung geschenkt würde. Sowohl eine falsche Passform als auch eine Sohle, die nur unzureichende Dämpfungseigenschaften besitzt, führen oft recht schnell zu Schmerzen.

Prinzipiell kann ein falscher Schuh zu Druckstellen, Veränderungen der Haut und sogar zu Gelenkbeschwerden führen. Insofern ist es wichtig, sich mit den Schuhen intensiv zu befassen. Hier gilt der Grundsatz: Der Schuh muss zum Fuß passen – und nicht anders. Falsche Schuhe zu tragen, ist in Deutschland leider keine Seltenheit: Eine Untersuchung des Deutschen Schuhinstituts kam 2010 zu dem Ergebnis, dass 80 Prozent der Untersuchungsteilnehmer nicht die richtigen Schuhe trugen. Häufig sind Passform und Größe nicht richtig. In vielen guten Schuhgeschäften werden Fußausmessungen angeboten. Diese sollte man unbedingt in Anspruch nehmen und sich beraten lassen.

Beim Anprobieren ist der erste Eindruck ein wichtiges Kriterium. Fühlt sich der Schuh am Fuß gut an, ist viel erreicht. Etwas schwieriger ist die Auswahl für Personen mit Vorerkrankungen. Hier kann nötig werden, den Schuh individuell anpassen zu lassen. Ebenfalls etwas stärker auf die Auswahl ihrer Schuhe sollten Personen achten, die unter Fehlstellungen leiden. Hier kann es durchaus ratsam sein, zu individuell angefertigten Einlagen zu greifen. Ein Besuch in einer orthopädischen Praxis ist hier dringend anzuraten und kann viel bewirken.

Tipp: Im Tagesverlauf verändern sich die Füße – sie können deutlich anschwellen. Aus diesem Grund besteht bei Schuhen, die in den Morgen-/Vormittagsstunden gekauften werden, immer die Gefahr, dass diese nachmittags nicht mehr passen. So sollte man schon etwas auf den Füßen gewesen sein, bevor man den Schuhkauf tätigt.

Schuhe immer eine Nummer größer zu kaufen ist übrigens auch keine Lösung. Hat der Fuß zu viel Platz, kann man nach vorne rutschen und es droht die Stauchung der Zehen und es kann zu Veränderungen im Gangbild kommen. Zudem stellt der zu große Schuh eine Belastung für die Gelenke dar.

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Quellenangaben

Bildquellen

  • Die Beine entlasten: ben bryant | Shutterstock.com
  • Was tun bei Fußschmerzen und Fersenschmerzen: Vladimir Sazonov | Shutterstock.com

Mag. Sandra M. Exl arbeitet als Redakteurin im Team von Lanaprinzip Publishing e.U. und schreibt über die Themen Heilfasten, Ernährung und gesunde Rezepte. Mit über 20 Jahren Fastenerfahrung und vielen beliebten YouTube-Videos über das Heilfasten ist sie im deutschsprachigen Raum eine der bekanntesten Fastenexpertinnen.

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