Eine Frau, die in der Sonne in einem Wald am Rücken liegt und das Leben genießt

Glück finden: Was macht glücklich?

in Seele von Dr. Silvia Nold

Wer möchte nicht glücklich, gesund und zufrieden sein? Glück hat viele Facetten und ist nicht immer leicht zu finden. Hier erfährst du Neues aus der Glücksforschung und bekommst Tipps für das Glücklichsein.

Glück ist ein Begriff, der höchst individuell ist. Es gibt sehr viele Faktoren, die unser Glücklichsein beeinflussen: Gesundheit, Freiheit, die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung, soziale Bindungen, eine harmonische Partnerschaft und auch die physische sowie finanzielle Sicherheit tragen dazu bei. Zu einem großen Maß liegt Glück aber auch in unserer inneren Einstellung.

Doch was macht wirklich glücklich und wie kann man glücklicher werden? Damit befasst sich ein ganz eigenes psychologisches Forschungsfeld, die Glücksforschung. Und die neuesten Ergebnisse der Glücksforscher sind zum Teil recht überraschend – oder auch nicht. Denn sie zeigen: Allzu viel brauchen wir eigentlich gar nicht zum Glücklichsein.

Was ist Glück denn überhaupt?

Der Duden definiert das Glück als „angenehme und freudige Gemütsverfassung, in der man sich befindet, wenn man in den Besitz oder Genuss von etwas kommt, was man sich gewünscht hat; Zustand der inneren Befriedigung und Hochstimmung“. Darin sind ja nun schon mehrere, ganz unterschiedliche Dinge enthalten. Kein Wunder, denn Glück ist ein vielschichtiger Begriff, zu dem viele Faktoren beitragen.

Das alles kann dazu beitragen, ob wir uns glücklich fühlen:

  • Körperliche und psychische Gesundheit
  • Freiheit
  • Frieden
  • Körperliche Sicherheit
  • Finanzielle Sicherheit und Besitz
  • Ein Beruf, den man gerne macht
  • Die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung
  • Soziale Bindungen und gute Freundschaften
  • Ein gutes Verhältnis zur Familie
  • Eine funktionierende Partnerschaft
  • Sexuelle Erfüllung
  • Bildung und Kultur
  • Wohnqualität und Wohnumgebung

Die Liste ließe sich natürlich noch um einige Dinge erweitern. Vergleicht man nun aber eine Reihe von Menschen, bei denen die grundlegenden Bedürfnisse weitestgehend erfüllt sind, sind einige davon glücklich, andere jedoch nicht. Das zeigt, dass Glück nicht nur von außen kommt, sondern auch maßgeblich mit unserer inneren Einstellung zu tun hat.

Subjektives Wohlbefinden weltweit: Der Happy Planet Index

Weltweit schwankt sehr stark, wie glücklich Menschen sich selbst einschätzen. Interessante Einsichten erlaubt der „Happy Planet Index“ (1). Dabei wurden in 140 Ländern der Erde vier Parameter erfasst. Darunter die Ein erleuchtetes Yin und Yang Symbol im WeltallLebenserwartung im jeweiligen Land, die Ungleichheit (wie stark ist die Varianz zwischen Menschen innerhalb des Landes?) und der ökologische Fußabdruck (als Maß für das Konsumverhalten). Der vierte Punkt ist die Lebenszufriedenheit. Dabei stuften Befragte aus den jeweiligen Ländern ihr subjektives Wohlbefinden auf einer Skala von 1 bis 10 ein.

Bei der Selbsteinschätzung der Lebenszufriedenheit liegt interessanterweise die Schweiz weltweit auf Platz 1. Österreich landet auf Platz 8, Deutschland nur auf Platz 24. Im gesamten Happy Planet Index liegen wir Europäer jedoch alle eher im oberen Mittelfeld. Platz 1 bis 3 gehen an Costa Rica, Mexiko und Kolumbien. Die Schweiz liegt auf Platz 24, Österreich auf Platz 43 und Deutschland auf Platz 49 von 140 Ländern.

News aus der Glücksforschung

Warum schätzen sich auch Menschen aus armen oder krisengebeutelte Ländern oft als glücklich ein? Das hat sicher zu einem großen Teil mit sozialen Beziehungen zu tun. Denn aktuelle Forschungsergebnisse aus Harvard zeigen, dass dies der wichtigste Faktor für langfristiges Glück und ein gesundes und zufriedenes Altern ist.

Die „Harvard Study of Adult Development“ ist eine der größten und langfristigsten Studien auf ihrem Gebiet. Seit inzwischen 75 Jahren werden Hunderte von Männern aus den USA regelmäßig untersucht und befragt. Und das bis heute (soweit die Studienteilnehmer noch leben). Teilprojekte dieser Studie sind die Grant Study und die Glueck Study (2). Sie widmen sich der Frage: Was macht langfristig glücklich?

Der Studienleiter und Psychiater Robert J. Waldinger, der übrigens auch Zen-Priester ist, stellte die Studienergebnisse in einem Vortrag vor (3), der großes Aufsehen erregte. Kurz zusammengefasst: Soziale Verbundenheit mit der Familie und mit Freunden wirkte sich am stärksten auf das langfristige Glück aus. Auch die Gesundheit und Lebenserwartung werden durch ein stabiles soziales Umfeld positiv beeinflusst. Gute soziale Beziehungen und Partnerschaften machen also glücklicher und gesünder. Auch andere Studien zeigen, dass das Gefühl des Glücklichseins, soziale Bindungen und die Gesundheit eng zusammenhängen (4). Wer glücklicher ist, der ist auch messbar gesünder, hat ein besseres Immunsystem, ist toleranter gegenüber Schmerzen und hat ein geringes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (5). Viele Gründe also, um das Glück bewusst zu suchen.

Wie wird man glücklich und zufrieden?

Würdest du dich im Moment gerade als glücklich bezeichnen? Wie zufrieden bist du generell mit deinem Leben? Hast du das Gefühl, dass dir bestimmte Dinge zu deinem Glück noch fehlen oder weißt du nicht, wie du innere Zufriedenheit erreichen kannst? Vielleicht helfen dir die folgenden drei Tipps weiter.

Tipp 1: Beziehungen zu Freunden, Familie und Partner pflegen

Wie oben erwähnt zeigt die Grant Study, dass einer der allerwichtigsten Faktoren zum Glücklichsein die sozialen Kontakte sind (2,3). Generell bedeutet die Pflege von Sozialkontakten immer, dass man selber etwas investiert. Genau das ist es aber auch, was sich so positiv auf das Glück auswirkt. Wenn du mehr über den glücklichmachenden Mechanismus des Gebens wissen möchtest, kannst du unseren Artikel über  Altruismus dazu lesen.

Es geht Menschen langfristig am besten, wenn sie in Beziehungen, Familie, Freunde oder in eine Gemeinschaft investieren, zeigt die Grant Study. Dabei war nicht die Anzahl der Freunde entscheidend, sondern die Qualität der Freundschaft. Eine enge Freundin oder ein sehr guter Freund ist also tatsächlich das Beste, was dir passieren kann. Hast du das Gefühl, dass dir dieser Punkt im Leben fehlt, dann ist es jetzt vielleicht an der Zeit, bewusst nach neuen Freundschaften zu suchen – vielleicht mit neuen Hobbys, über Facebook-Gruppen, durch ehrenamtliche Betätigung oder in Sportvereinen.

Auch eine gute Beziehung mit dem Partner und zur Familie tragen sehr viel zum Glück bei. Die Betonung liegt hier auf „gut“. Ständig im Konflikt zu leben, bewirkt nämlich das Gegenteil – es macht unglücklich und ungesund. Vielleicht ist es jetzt also an der Zeit, einen alten Zwist in der Familie zu begraben oder an der Partnerschaft intensiv zu arbeiten.

Auch interessant:  Heilung aus dem Himalaya – Entspannung durch Tibetische Medizin

Tipp 2: Für das Glücklichsein entscheiden – und zwar jetzt

Wenn die grundlegende Basis stimmt und keine schweren Probleme da sind, dann ist Glück oft eine Entscheidungssache. Das mag komisch klingen, aber genau diese Erfahrung habe ich gemacht. Sich für das Glücklichsein zu entscheiden, macht schon einen großen Unterschied. Entschließe dich, dass du dich ab jetzt auf deinen ganz eigenen Glücks-Weg machen willst. Was ich damit meine: Kein „wenn …, dann ...“ mehr. Wenn ich genug gespart habe, dann kaufe ich ein Haus und dann bin ich so richtig glücklich. Wenn ich den richtigen Partner für das Leben gefunden habe, bin ich glücklich. Fast jeder hat so seine Wenn-Danns. Sie halten uns jedoch oft davon ab, im Hier und Jetzt glücklich zu sein. Das heißt nicht, dass du keine Pläne und Träume haben sollst. Aber mach dein Glück nicht alleine von der Erfüllung dieser Pläne und Träume abhängig.

Wenn du dich dafür entscheidest, dass du ab sofort glücklicher sein willst, dann wird sich viel verändern. Vielleicht wirst du dir mehr Gedanken über kleine Glücksmomente machen, über Achtsamkeit oder sogar über dein gesamtes Leben. Natürlich wird man dann nicht automatisch sofort glücklicher, aber es gibt einen Anstoß, sich auf den Weg zu machen und sich aktiv um ein glücklicheres Leben zu bemühen. Und wenn du dich für das Glück entschieden hast, sieh dir auch gleich deine Lebenseinstellung an: Hier findest du die ultimative Liste der Lebenregeln zum Glücklichsein.

Sandra behandelt das Thema Glück auch in ihren Videos. Hier sind zwei davon, die dich interessieren werden:

 

Tipp 3 … sind eigentlich mehrere, kleine Tipps

Hier möchte ich noch einige Kleinigkeiten mit dir teilen, die mir geholfen haben, glücklicher zu werden. Vielleicht ist ja etwas dabei, was dich anspricht und was du ausprobieren möchtest.

  • Glück steckt an: Umgib dich mit glücklichen Menschen, die dich fröhlich machen. Dann wirst du dich ebenfalls glücklicher fühlen. Auch das belegt wieder die Glücksforschung. Eine groß angelegte US-Studie zeigt: Das Glücksempfinden hängt davon ab, wie glücklich die Menschen sind, mit denen wir eng verbunden sind. Das erklärt vielleicht, warum sich in einigen Ländern der Großteil der Menschen als glücklich einschätzt - Glück ist eben ansteckend.
  • Höre auf dein Bauchgefühl: In einem weiteren Artikel kannst du nachlesen, warum du auf dein Bauchgefühl hören solltest und wie dich das glücklicher machen kann. Außerdem empfehlen wir die Übung der Zwillingseigenschaften, die im kostenlosen Leitfaden zur Selbstreflexion enthalten sind.
  • Körperhaltung, Mimik und Stimme: Unsere Stimmung beeinflusst unsere Körpersprache, unseren Gesichtsausdruck und den Tonfall unserer Stimme. Doch das gilt auch umgekehrt. Eine aufrechte Körperhaltung gibt das Gefühl von Selbstbewusstsein und Stärke. Achtest du in einer aufgeregten Situation auf eine sanfte und ruhige Stimme, wirst du dich entspannter fühlen. Ein Lächeln bewirkt, dass wir uns glücklicher fühlen (und es kommt vielleicht ein Lächeln zurück, was uns wiederum glücklicher macht).
  • Gesundheit schafft Glück: Glück macht nicht nur gesund, sondern auch Gesundheit und Fitness machen glücklich. Darum starte deine Aufwärtsspirale, zum Beispiel durch Sport und gesunde Ernährung. Der Aufenthalt in der Natur  kann erden, glücklich machen, entspannen und sorgt zugleich für ein gutes Immunsystem. Hier auf unserem Portal findest du noch viele weitere Tipps wie du dein Immunsystem stärken oder die Körperabwehr mit natürlichen Enzymen unterstützen kannst. Auch eine Entgiftung ( Detox) kann deine Gesundheit unterstützen.

In diesem Sinne: Viel Glück auf deinem Weg zum Glücklichsein. Hast du eigene Erfahrungen mit dem Thema Glück gemacht? Dann teile diese gerne mit uns als Kommentar unter dem Artikel oder in unserem Forum.

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Buchvorschläge zum Thema Glück und glücklichsein

Quellenagaben

  1.  Happy Planet Index: http://happyplanetindex.org/
  2. Grant Study und Glueck Study: http://www.adultdevelopmentstudy.org/grantandglueckstudy
  3. Vortrag von Robert Waldinger über die Ergebnisse der Grant Study (deutsche Untertitel): https://www.ted.com/talks/robert_waldinger_what_makes_a_good_life_lessons_from_the_longest_study_on_happiness?language=de
  4. Kok BE, et al. How positive emotions build physical health: perceived positive social connections account for the upward spiral between positive emotions and vagal tone. Psychol Sci. 2013.1;24(7):1123-32.
  5. Howell RT, et al. Health benefits: Meta-analytically determining the impact of well-being onobjective health outcomes, Health Psychology Review 2007.1;1:83-136
  6. Fowler JH, Christakis NA. Dynamic spread of happiness in a large social network: longitudinal analysis over 20 years in the Framingham Heart Study. BMJ. 2008;337:a2338.
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