Innere Ruhe finden – Tipps gegen Unruhe durch richtiges Abschalten

von Redaktion GKS

Abzuschalten fällt heutzutage vielen Menschen schwer. Das gilt mitunter sogar wörtlich, also für das Smartphone oder andere Medien. Aber auch im Kopf kreisen die Gedanken oft ständig um Termine, Probleme bei der Arbeit, Ängste oder weitere belastende Faktoren. Sogar nach Feierabend, an den Wochenenden oder im Urlaub. Wenn es dir genauso geht, erklären wir dir folgend, wie du deine innere Ruhe finden kannst.

Warum kann ich nicht abschalten?

Seit einigen Jahren lässt sich beobachten, dass immer mehr Menschen darüber klagen, nicht abschalten zu können. Damit ist in der Regel gemeint, dass sie in keinen Zustand der Entspannung mehr kommen. Selbst, wenn der Körper ruht, kreisen ihre Gedanken weiter. Gefördert wird das oft durch den Piepton eingehender Nachrichten auf dem Smartphone oder das Mitnehmen des Geschäftshandys in den Urlaub.

Trotzdem sind die digitalen Medien nicht der einzige Grund, weshalb das Abschalten zunehmend schwer fällt. Auch belastende Zukunftssorgen, ein Streit mit dem Lebenspartner, die vielen anstehenden Termine am nächsten Tag, Selbstzweifel oder andere Gedanken können den Kopflärm befeuern. Die Gründe, weshalb das Abschalten zum Problem wird, sind also individuell und müssen stets im Einzelfall geklärt werden.

Warum hat man innere Unruhe?

Wenn du merkst, dass du Probleme mit dem gedanklichen Abschalten hast, solltest du den Ursachen auf den Grund gehen. Denn, dass der Körper ausreichend Entspannung und Schlaf zum Regenerieren braucht, ist vielen Menschen bewusst – nicht aber, dass dasselbe für den Kopf gilt. Auch auf einer psychischen Ebene ist es also wichtig, in regelmäßigen Abständen zur Ruhe zu kommen und somit dem Gehirn ausreichend Raum zu geben, um sich zu regenerieren.

Wenn du hingegen stets in einem Zustand der Anspannung bist, über die Arbeit sinnierst oder dich mit negativen Dingen beschäftigst, wirst du geistig „ausbrennen“, wie man zu sagen pflegt. Tatsächlich kann dann ein Burnout-Syndrom die Folge sein, obwohl du dich vielleicht körperlich ausreichend geschont hast. Nicht abschalten zu können, kann somit ein frühes Warnzeichen für ein drohendes Burnout-Syndrom sein.

Aber auch andere Folgeprobleme sind möglich, zum Beispiel Depressionen, Angststörungen, Verdauungsbeschwerden, Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder weitere stressinduzierte Probleme. Die für die Gesundheit so wichtige Erholung bedeutet also nicht nur körperliches, sondern eben auch geistiges Abschalten.

Ständige Erreichbarkeit wird zum Problem

Der Körper und das Gehirn können sich von Stress problemlos erholen und langfristig leistungsfähig bleiben – allerdings gilt das nur, wenn ihnen auch ausreichend Zeit gelassen wird, um sich zu regenerieren und die Energien wieder aufzuladen. Das ist es also, was Personen, die mit dem Stress des Alltags kein Problem zu haben scheinen, von jenen unterscheidet, die irgendwann gesundheitliche Probleme wie ein Burnout-Syndrom bekommen.

Dafür reicht es aber nicht aus, eine Stunde auf dem Sofa zu liegen oder einen Tag in der Sauna zu verbringen, wenn die Gedanken nicht ebenfalls ruhen. Aber genau das ist die Schwierigkeit und das Smartphone hat einen großen Anteil daran. Menschen sind ständig erreichbar für ihren Arbeitgeber oder ihre Kunden – häufig sogar im Urlaub. Andauernd senden Freunde über WhatsApp neue Bilder und Informationen oder negative Nachrichten aus der Welt erscheinen auf dem Display. All das führt dazu, dass der Kopf niemals vollständig „herunterfahren“ kann.

Weitere mögliche Ursachen für innere Unruhe

Wie bereits erwähnt, kann es aber stattdessen oder zusätzlich noch weitere Gründe geben, weshalb dir das Abschalten schwer fällt. Wichtig ist, einmal die eigenen Gewohnheiten zu hinterfragen und zu prüfen, worum sich die Gedanken drehen, wenn sie eigentlich ruhen sollten. Sind die digitalen Medien nicht das (einzige) Problem, so können auch Sorgen, Ängste oder andere psychische Belastungen für eine entsprechende Anspannung sorgen.

Unter Umständen ist es dann notwendig, Veränderungen an den eigenen Lebensumständen vorzunehmen oder eine professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen, beispielsweise durch gute reflektierende Gespräche mit Freunden oder einem Psychologen. In jedem Fall ist ein rechtzeitiges Handeln wichtig, um die genannten oder weitere Folgeprobleme zu verhindern.

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Wie finde ich meine innere Ruhe wieder? Die besten Tipps

Wie kann man am besten Abschalten?

Damit das Abschalten wieder gelingen kann und du deine Gelassenheit wiederfindest, sind also in erster Linie zwei Maßnahmen wichtig:

  1. Digitale Medien ausschalten, und zwar während fixer Erholungszeiten, beispielsweise einem Tag in der Therme oder am Berg.
  2. Die eigenen Gedanken analysieren und konkrete Gegenmaßnahmen ergreifen (siehe unten).

In der Praxis bedeutet das, sich konkrete Erholungszeiträume zu nehmen, in welchen sowohl körperlich als auch geistig entspannt wird. Das kann nach Feierabend sein, in der Mittagspause, am Wochenende, im Urlaub oder einfach, wenn sich plötzlich fünf freie Minuten ergeben. Dann gilt es, sämtliche digitale Medien auszuschalten, aber auch andere Störfaktoren wie Lärm zu eliminieren. Die Ruhe alleine reicht jedoch oft noch nicht aus, um tatsächlich abschalten zu können. Folgende Tipps können zusätzlich helfen:

  • Wenn es sich um kürzere Entspannungszeiträume von wenigen Minuten handelt, können Atemübungen, autogenes Training, eine kurze Meditation, einige Yoga-Übungen oder andere Entspannungstechniken beim Abschalten helfen.
  • Wenn es um längere Ruhezeiten geht, zum Beispiel den Feierabend, das Wochenende oder den Urlaub, sollte mit dem Arbeitgeber geklärt werden, inwiefern eine Erreichbarkeit vorausgesetzt wird. Hierbei müssen die gesetzlichen Regelungen beachtet werden. Dadurch kannst du häufiger guten Gewissens das Geschäftshandy zuhause lassen sowie auch alle anderen digitalen Medien ausschalten.
  • Bestenfalls blockst du konkrete Erholungszeiten und kommunizierst diese auch klar – gegenüber dem Partner, den Kindern, den Freunden & Co. Meistens funktioniert das besser, wenn du dafür das eigene Zuhause verlässt. Der bereits erwähnte Gang in die Sauna für mehrere Stunden ist dafür eine tolle Option, aber auch ein Spaziergang in der Natur, eine Wellness-Behandlung und viele weitere Strategien sind möglich. Finde heraus, was dir Freude macht und am besten beim Entspannen hilft.
  • Sport kann sehr gut beim gedanklichen Abschalten helfen. Zwar kommt dabei nicht der Körper zur Ruhe, aber umso mehr der Geist. Zudem macht dich regelmäßiges Training leistungsfähiger und damit auch stressresistenter.
  • Gesellschaft ist ebenfalls eine gute Möglichkeit, um den eigenen „Gedankenkreisel“ zu stoppen. Der Schlüssel hierfür liegt aber darin, befruchtende, geistreiche und positive Gespräche zu führen, kein würdeloser Tratsch. Sich mit Freunden zu treffen, einen romantischen Abend mit dem Partner verbringen, mit den Kindern zu spielen oder andere soziale Aktivitäten können somit kleine Entspannungszeiträume im Alltag darstellen – zumindest für den Kopf.

Im folgenden Video hat Sandra von unserer Redaktion ihre persönlichen Strategien gegen „Kopflärm“ zusammengefasst:

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Wieso Urlaub für den Menschen wichtig ist

Auch im familiären Umfeld kann Gesellschaft beim Abschalten helfen. Allerdings liegt der Fokus im Alltag oft auf den Verpflichtungen, Konflikten & Co. Wenn du längere Zeiträume zur Verfügung hast, sind Tagesausflüge oder ein Urlaub daher perfekte Möglichkeiten zum Abschalten – sei es alleine oder eben mit der Familie. Dafür musst du nicht weit weg fliegen, sprich es kommt weniger auf die Entfernung an als auf das „Wie“.

Denn auch in Deutschland gibt es tolle Möglichkeiten. Du kannst vielleicht mit deinen Kindern verreisen. Das tut nicht nur der Seele gut, sondern verbessert auch den familiären Zusammenhalt. Aber: Die meisten Pauschalurlaube sind dabei eher kontraproduktiv. Nicht nur wegen der Flugreisen, sondern auch dem meist unvermeidlichen Hotel-Trubel. Camping ist die entspanntere Variante – sogar oftmals gleich vor der Haustür.

Eine wunderschöne Destination ist beispielsweise die Ostsee: Keine so heftigen Tidenhübe wie an der Nordsee, im Durchschnitt weniger Trubel, viele Anlaufstellen und Möglichkeiten und dazu jede Menge Optionen, bei denen du und deine Familie auch mal die Seele baumeln lassen könnt – denn im Gegensatz zu manch anderen Touristendestinationen ist hier das allermeiste optional und du kannst auch einfach nur entspannte Tage auf dem Campingplatz verbringen.

Aber auch viele andere Reiseziele in Deutschland sind für einen Urlaub mit der Familie oder für einen Entspannungsurlaub alleine hervorragend geeignet. Du kannst zum Beipiel im Erzgebirge wandern, dich am Bodenseeufer sonnen, auf der Zugspitze Ski fahren oder was immer dir Spaß bereitet. Schlussendlich muss jeder selbst herausfinden, wie und wo er oder sie am besten entspannen kann. Bestenfalls bleibt dabei das (Geschäfts-) Handy zuhause.

Hilfe in Anspruch nehmen

Sollten all diese Strategien nicht wirken und das Abschalten fällt dennoch schwer, so liegen die Ursachen vielleicht tiefer. Je nachdem, woher die Problematik rührt, können dann unterschiedliche Maßnahmen sinnvoll sein. Wer beispielsweise unter Ängsten vor einem Kontrollverlust leidet, der erhält durch „To-Do-Listen“ und einen Terminplaner ein Gefühl von mehr Kontrolle.

Auch Rituale können dann hilfreich sein, am Morgen, am Abend, in den Pausen oder eben beim Entspannen. Ein besseres Selbst- und Zeitmanagement können in vielen Fällen ebenso helfen, sodass die Erholungszeiträume mit „gutem Gewissen“ genossen werden können, ohne daran zu denken, was du eigentlich gerade tun solltest. Es gilt also, individuelle Strategien zu entwickeln, um dem „Gedankenkarussell“ zu entkommen – gegebenenfalls mit professioneller Hilfe. Nur so können langfristig Erschöpfungszustände wie das Burnout-Syndrom oder andere Folgeerkrankungen verhindert werden.

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Quellenangaben

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Bildquellen

  • Innere Ruhe finden Schriftzug: Juneisy Q. Hawkins | Shutterstock.com
Redaktion GKS

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