Körperpflege: Hausmittel und Pflegetipps für den ganzen Körper

Die Körperpflege ist kein reiner Schönheitsaspekt. Durch eine gute Versorgung mit Feuchtigkeit und Vitalstoffen hält man die Haut gesund und widerstandstfähig. Hier findest du unsere besten Pflegetipps und Hausmittel für Haut, Haare und Nägel.

Wer seinen Körper regelmäßig einem Beauty-Programm unterzieht, kann sich über schönes, kräftiges Haar, gepflegte Nägel und ein gesundes Hautbild freuen. Allerdings solltest du darauf achten, welche Mittel du für die Körperpflege benutzt beziehungsweise welche Inhaltsstoffe sich dahinter verbergen. Wir sagen dir, warum natürliche Pflegemittel auf Dauer die bessere Alternative sind und worauf es bei der Pflege von Haut, Haaren, Hand- und Fußnägeln ankommt.

Wieso ist Körperpflege wichtig?

Morgens zu duschen gehört bei den meisten selbstverständlich zur morgendlichen Routine. Dass wir jeden Tag viel Zeit in unsere Körperpflege investieren, hat gleich mehrere Gründe: Körperpflege beschafft uns Wohlbefinden und wir optimieren damit unser Äußeres – einerseits, um uns selbst besser zu gefallen, andererseits, um bei anderen einen guten (ersten) Eindruck zu hinterlassen (1). Neben all diesen eher subjektiven Gründen gibt es aber auch einen ganz objektiven Grund für die tägliche Körperpflege und Hygiene: Wir erhalten damit unsere Gesundheit.

Bei der regelmäßigen Körperpflege befreist du deine Haut von Schmutz, Krankheitserregern, Schweiß und überschüssigem Hautfett (Talg). So verhinderst du, dass die Poren verstopfen und sich Bakterien, Pilze und Viren vermehren können. Diese würden ansonsten Hautirritationen, Pickel, Infektionen und einen unangenehmen Körpergeruch verursachen. Durch Schuppen und Talg auf der Kopfhaut kommt es bei mangelnder Körperhygiene zu Juckreiz, Pilzinfektionen und zu trockenem, stumpfem Haar.

Was ist bei Körperpflege zu beachten

Im vergangenen Jahr haben die Menschen in Deutschland rund 14 Millionen Euro in den Kauf von Kosmetikartikel investiert. Davon allein 3,3 Millionen Euro für Haut- und Gesichtspflegemittel und weitere 3,2 Millionen Euro für Haarpflegemittel. Das geht aus einer Erhebung des Industrieverbandes für Körperpflege und Waschmittel (IKW) hervor (2). Wir geben demnach jährlich viel Geld für die Körperpflege aus – und das Interesse steigt weiter an, wie der Beauty-Report der Gesellschaft für integrierte Kommunikationsforschung (gik) zeigt (3). Analog dazu ist das Angebot an Produkten immens.

Vorsicht vor zu viel Körperpflege

Mit dem eigentlichen Sinn der Körperpflege, nämlich dem Entfernen von Schmutz, Schadstoffen und Krankheitserregern, hat das nicht mehr viel zu tun. Das Saubersein ist durch die Kosmetikindustrie scheinbar aus dem Fokus geraten. So kommt es, dass wir uns durch geschickte Werbung häufig Pflegemittel kaufen, die für die Körperpflege im Grunde vollkommen überflüssig sind oder dem Körper auf Dauer sogar schaden können – sehr zur Sorge von Hautärzten und Hygieneforschern.

Natürliche Hausmittel vor chemischen Pflegemitteln

Häufig enthalten Pflegprodukte eine ganze Reihe an chemischen Inhaltsstoffen, die für den Körper eher schädlich als nützlich sind. Dazu gehören synthetische Tenside, Silikone, Duft- und Farbstoffe oder antibakterielle Zusätze. Sie können Hautirritationen verursachen oder allergische Reaktionen hervorrufen.

Nicht zu unterschätzen ist auch, dass viele Kosmetikprodukte Mikroplastik, sogenannte synthetische Polymere, enthalten, die in fester, gelartiger oder flüssiger Form vorliegen können. Das zeigt auch ein Bericht, der vom NABU-Bundesverband in Auftrag gegeben wurde (4). Die Mengenangaben zu den Anteilen in den fertigen Endprodukten belaufen sich aufgrund fehlender Daten auf Schätzungen. So geht die Studie für Deutschland von einem jährlichen Polymeranteil von 20.000 bis 50.000 Tonnen aus – und das allein für Polyacrylate, die nur eine von mehreren Polymer-Formen darstellen.

Schonender für den Körper und die Umwelt sind Pflegemittel, die ausschließlich natürliche Substanzen enthalten. Wer ganz auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte selbst aktiv werden: Mit einfachen, natürlichen Mitteln und wenig Aufwand kannst du viele Pflegeprodukte selbst herstellen – von Gesichtsmasken über Hand- und Fußpflege bis hin zu Haarkuren. Auch Badezusätze lassen sich einfach selbst herstellen und haben ganz unterschiedliche positive Effekte: Milch und Honig machen deine Haut geschmeidig und weich. Lavendelöl als Badezusatz sorgt nach einem langen Tag für die nötige Entspannung. Rosenöl und Meersalz helfen gegen fettige Haut und wirken entschlackend.

Die richtige Haarpflege

Viele Shampoos, Spülungen und Haarkuren enthalten synthetische Tenside, Silikone, Parfüm sowie Farb- und Konservierungsstoffe. Diese künstlichen Substanzen können die Kopfhaut reizen und Allergien auslösen. Außerdem ist auch in vielen Haarpflegemitteln Mikroplastik nachweisbar.

Natürliche Haarpflege

Spülst du deine Haare mit zu heißem Wasser und wäschst sie mit Shampoos, die künstliche und aggressive Inhaltsstoffe beinhalten, zerstörst du die natürliche Schicht deiner Kopfhaut. Wenn du generell zu trockener Haut neigst, steigt die Gefahr der Schuppenbildung, während deine Kopfhaut bei fettigen Haaren noch mehr und schneller neues Hautfett (Talg) produziert.

Für eine schonende Haarpflege greifen immer mehr Verbraucher auf natürliche Mittel zurück. Mögliche Alternativen zum klassischen Shampoo sind Haarseifen, Natron, Roggenmehl, Heilerde und Lava- oder Tonerde. Sie alle entfernen Talg und Schmutz von der Kopfhaut, ohne sie zu entfetten.

Einige gehen sogar soweit, selbst die Shampoo-Alternativen bei der Haarwäsche wegzulassen. Diese Anhänger der sogenannten No-Poo- Bewegung waschen ihre Haare ausschließlich mit Wasser. Sie sind der Auffassung, dass sich das Haar mit der Zeit umgewöhnt und dann weniger Talg produziert. Experten stehen dem allerdings kritisch gegenüber (5, 6), da die Talgproduktion nicht über Sensoren gesteuert wird und zudem die Intensität der Talgproduktion sehr individuell ist.

Wie oft soll ich meine Haare waschen?

Das ist eine Streitfrage, auf die es keine klare Antwort gibt. Letztendlich muss jeder für sich entscheiden, wie oft eine Haarwäsche notwendig ist. Je nach Job bzw. Grad des Nachfettens kann das zwischen täglich und zweimal pro Woche variieren: Wer beruflich häufig mit Schmutz in Kontakt gerät oder viel schwitzt, sollte die Haare häufiger waschen. Ebenso, wenn die Haare schnell fettig werden.

Grundsätzlich solltest du deine Haare nur waschen, wenn es nötig ist. Zu häufiges Waschen mit (aggressiven) Pflegemitteln belastet die Haare und die Kopfhaut. Gleiches gilt für häufiges Färben, zu heißes Föhnen und den Kontakt mit Chlorwasser.

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Wie pflege ich die Nägel?

Die Nägel an Händen und Füßen (7) bestehen aus Keratin, das sie stabil und widerstandsfähig macht, damit sie ihre Aufgabe erfüllen können: die empfindlichen Finger- und Zehenkuppen vor Druck, Reibung und Verletzungen zu schützen. Das geht aber nur, wenn die Nägel richtig gepflegt werden.

Wie schneide ich die Nägel richtig?

Fingernägel wachsen pro Woche etwa einen Millimeter, Fußnägel benötigen für den gleichen Zuwachs etwa einen Monat. Früher oder später ist es also an der Zeit, die Nägel zu kürzen, damit sie schön gepflegt bleiben und beim Laufen oder alltäglichen Handgriffen nicht behindern. Allerdings musst du darauf achten, wie du deine Nägel schneidest.

Zum Kürzen der Fingernägel kannst du eine Nagelfeile, eine Nagelschere oder einen Nagelclip verwenden. Für die Fußnägel ist Letzterer am besten geeignet, da sie dicker sind als Fingernägel.

Fingernägel kannst du rund, eckig oder spitz formen. Wichtig: Die Nägel an den Seiten nicht zu tief einschneiden, damit der Nagel nicht in die Haut einwächst. Bei den Fußnägeln solltest du immer eine gerade Schnittkante wählen, weil sie sonst leichter einwachsen. Das kann mitunter schmerzhafte Begleiterscheinungen wie Hautreizungen, Nagelwall- oder Nagelbettentzündungen hervorrufen.

Auch für die Länge der Nägel gibt es klare Empfehlungen. Achte beim Nagelschneiden darauf, dass die Nagelplatten nach dem Kürzen noch die Finger- und Zehenkuppen bedecken. Das entspricht einem Nagelrand von ein bis zwei Millimetern. Sind die Nägel zu kurz, wölben sich die Kuppen nach oben, was Schmerzen, Reizungen und Verletzungen verursachen kann. Zu lange Fußnägel sind ebenfalls problematisch, weil sie gegen die Schuhspitze stoßen und dadurch Schmerzen und Irritationen hervorrufen können.

Nagelhaut zurückschieben statt schneiden

Die Nagelhaut schützt das Nagelbett vor äußeren Einflüssen wie chemischen Substanzen und Keimen. Wenn du sie rabiat abschneidest, riskierst du damit Verletzungen und eine Nagelbettentzündung. Stattdessen solltest du die Nagelhaut vorsichtig zurückschieben.

Weiche dazu die Fingerspitzen zunächst in Wasser oder Nagelhautentferner ein. Anschließend schiebst du die Nagelhaut dann mit einem Stäbchen vorsichtig zurück.

Pflege für schöne Nägel

Für schöne Hände und Füße kannst du sie einmal pro Woche mit Oliven- oder Mandelöl massieren. Das versorgt die Nägel und Haut optimal mit Feuchtigkeit. Damit die Hände schön geschmeidig bleiben, solltest du sie am besten nach jedem Waschen mit einer rückfettenden Creme behandeln. Die Creme sollte lipidreich sein und befeuchtende Stoffe wie Urea, Glyzerin, Hyaluronsäure oder Squalane enthalten.

Die richtige Hautpflege

Unsere Haut ist die größte und wichtigste Barriere zum Schutz vor Krankheitserregern. Ein Schutzfilm aus wichtigen Hautkeimen sowie Harn-, Milch- und Fettsäuren aus den Talg- und Schweißdrüsen sorgt dafür, dass sich keine Bakterien einnisten können.

Wie erhalte ich den natürlichen Schutz aufrecht?

Verwende möglichst keine Seifen mit antibakteriellen, desinfizierenden Zusätzen. Sie zerstören den natürlichen Schutzfilm der Haut. Am besten sind immer noch Wasser und gut verträgliche, sprich pH-neutrale oder leicht saure Seifen zur Hautreinigung geeignet.

Doch auch hier kann zu viel des Guten der Haut beziehungsweise ihrem Schutzfilm schaden. Um diesen aufrechtzuerhalten, solltest du nur einmal am Tag duschen, damit sich die natürliche Keimbarriere regenerieren kann. Zu heißes Wasser und Duschgels mit aggressiven künstlichen Inhaltsstoffen strapazieren die Haut ebenfalls und trocknen sie aus.

Schonende Pflegemittel verwenden

Dennoch solltest du nicht auf das Duschen verzichten, wenn du stark geschwitzt hast, und auch auf eine gute Handhygiene achten. Wichtig ist aber, der Haut die verlorene Feuchtigkeit mit milden Pflegemitteln wieder zurückzugeben.  Cremes für Gesicht, Hände und Körper unterstützt die Barrierefunktion deiner Haut (8). Greife dabei unbedingt zu Produkten mit Naturkosmetik-Siegel, denn diese sind in der Regel frei von bedenklichen Inhaltsstoffen.

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Quellenangaben

  1. Arbeitsgemeinschaft Online Forschung, 2018: AGOF facts & figures „Kosmetik“. 2. Ausgabe; 6-12.
  2. Industrieverband Körperpflege und Waschmittel, 2019: Schönheitspflegemittelmarkt in Deutschland 2019.
  3. Gesellschaft für integrierte Kommunikationsforschung, 2018: Beauty-Report. Zahlen und Fakten aus den Studien b4p und b4t; 4-10.
  4. Bertling, J. et al., 2018: Mikroplastik und synthetische Polymere in Kosmetikprodukten sowie Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln; 26-29.
  5. de, 2019: No-Poo-Bewegung. Das bringt es, auf Shampoo zu verzichten.
  6. Sträter, A., 2017: No-Poo-Bewegung: Verzicht auf Shampoo und Seife.
  7. de: Fingernägel. WDR.
  8. Buraczewska I. et al., 2007: Changes in skin barrier function following long-term treatment with moisturizers, a randomized controlled trial. The British Journal of Dermatology,156(3): 492-8.
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Bildquellen

  • Schriftzug Körperpflege: itakdalee | Shutterstock.com
Redaktion GKS

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