MSM (Methylsulfonylmethan) – Anwendung und Wirkung bei Schmerzen

Schmerzen gehören für viele von uns zum Alltag. Jeder Zehnte leidet z.B. an regelmäßigen Rückenschmerzen. Und nicht nur das, auch unsere Gelenke, unser Kopf und unsere Nerven verursachen uns Beschwerden. Wir beleuchten in diesem Artikel das natürliche Schmerzmittel MSM (Methylsulfonylmethan) und geben Auskunft über dessen Anwendung und Wirkung.

Schmerz ist nicht gleich Schmerz. Unterschieden wird grundsätzlich zwischen einem akuten und einem chronischen Schmerz. Akut bedeutet, dass der Schmerz nur für eine kurze Zeit auftaucht und einen direkten Grund wie etwa einen verstauchten Fuß hat. Diese Art Schmerz macht Sinn, da er für unseren Schutz sorgt. Denn ein verletzter Fuß sollte nicht mehr belastet werden.

Hält ein Schmerz aber länger an, obwohl die Ursache des Schmerzes längst verheilt ist, dann sprechen wir von einem chronischen Schmerz. Diese Art von Schmerz hängt oft mit einem überempfindlichen Nervensystem zusammen oder aber es existiert eine chronische Ursache. Chronische Schmerzen tun nicht nur weh, sie bringen auch viele weitere Symptome wie Schlafprobleme, Erschöpfung bis hin zu Depressionen mit sich. Die Lebensqualität leidet maßgeblich unter anhaltenden Schmerzen.

Wie kann man Schmerzen auf natürliche Weise lindern?

Die meisten Schmerzmittel wie wir sie kennen, zielen auf die Linderung von akuten Schmerzen ab und bringen eine schnelle, aber kurzfristige Besserung. Was aber, wenn der Schmerz anhält?

Die dauerhafte Einnahme von starken Medikamenten sollte keine Lösung sein, denn diese bringen immer auch Nebenwirkungen mit sich. Zudem maskieren sie das eigentliche Problem nur. Trotzdem stehen sie nach wie vor an der Spitze der ärztlichen Verschreibungen.

Gibt es denn Möglichkeiten, Schmerzen auf natürliche Weise nachhaltig zu bekämpfen? Und kann man Schmerzen vielleicht sogar vorbeugen? Immer häufiger setzen Ärzte und Heilpraktiker auf die natürliche Schwefelverbindung Methylsulfonylmethan, kurz MSM, um sowohl akute als auch chronische Schmerzen zu lindern.

Was ist MSM?

MSM steht für Methylsulfonylmethan und ist eine bioaktive, organische Schwefelverbindung. Organischer Schwefel kommt in allen lebenden Organismen vor, so auch in Pflanzen, Tieren und im menschlichen Körper. Der Körper benötigt MSM beispielsweise für die Herstellung der Proteine Kollagen und Keratin. Kollagen wird für eine straffe, elastische Haut und für ein gesundes Bindegewebe gebraucht und Keratin für kräftige, widerstandsfähige Haare und Nägel.

Symptome von Methylsulfonylmethan-Mangel

Nehmen wir zu wenig MSM auf, wirkt sich das nicht nur auf unser Erscheinungsbild in Form von stumpfem Haar, blasser Haut und brüchigen Fingernägeln aus. Auch Gelenkschmerzen, schlaffes Bindegewebe, Durchblutungsstörungen sowie Probleme mit der Leber und seelische Niedergeschlagenheit können zu den Symptomen eines Schwefelmangels gehören. MSM kommt überall in unserem Körper vor und ist für zahlreiche Stoffwechselvorgänge von wesentlicher Bedeutung.

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MSM – Anwendung in der Medizin

Methylsulfonylmethan wird bereits seit Jahrhunderten zu medizinischen Zwecken genutzt. Damals vor allem in Form von schwefelhaltigen Bädern, die bereits im Mittelalter bei Gelenkbeschwerden, Arthritis, Rheuma und anderen Schmerzen verschrieben wurden. Auch heutzutage ist dies eine der Hauptindikationen zur Verschreibung von MSM.

Neben Erkrankungen der Gelenke und des Stützapparates kommt MSM auch bei Harnwegserkrankungen und Verdauungsbeschwerden, bei diversen Allergien und Autoimmunerkrankungen sowie bei der Linderung von Beschwerden durch Sportverletzungen zum Einsatz. Außerdem kann MSM als Verstärker für die meisten Vitamine und anderen Nährstoffe wirken.

MSM kommt zum Einsatz als:

  • Schmerzmittel
  • Entzündungshemmer
  • Antioxidans
  • Anti-Krebs-Wirkung

Wie hilft Methylsulfonylmethan gegen Schmerzen?

MSM gilt als natürliches Analgetikum. Das heißt, es sorgt dafür, dass der Schmerz gestillt wird, ohne aber das Bewusstsein und die Funktion des Zentralnervensystems zu beeinträchtigen. Organischer Schwefel verringert Entzündungen und blockiert die Schmerzübertragung in den Nervensträngen.

Studien berichten, dass sich das subjektive Schmerzempfinden nach Einnahme von MSM im Vergleich zu Placebo signifikant verbessert. Und nicht nur das, bei Gelenkproblemen werden auch Schwellungen reduziert und die Gelenkbeweglichkeit verbessert sich nach regelmäßiger Einnahme. Der Schwefel scheint aber bei den unterschiedlichsten Schmerzarten zu helfen, also neben Gelenksschmerzen können auch Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und andere gelindert werden.

Entzündungen als Grund für Schmerzen

Chronischen Schmerzen liegen sehr häufig Entzündungen zugrunde. Die Ursachen wiederum für chronische Entzündungen können oft im Ernährungs- und Lebensstil gefunden werden. Beispielsweise zu viele Omega-6- und zu wenig Omega-3-Fettsäuren in der Nahrung, zu viele tierische Fette und Eiweiße, zu viel Zucker und zu wenig Bewegung, um nur die häufigsten Faktoren zu nennen. Der Körper wäre in vielen Fällen sehr wohl in der Lage, Entzündungen und Schmerzen selbst zu heilen, wenn sich diese entzündungfördernden Gewohnheiten änderten.

Zusätzlich kann MSM dabei helfen, Entzündungen zu vermindern und schmerzlindernde, körpereigene Botenstoffe durch die Zellmembranen zu schleusen und so den Schmerz zu reduzieren. Die antioxidativen Eigenschaften von MSM könnten zudem die Behandlung chronisch-entzündlicher Erkrankungen unterstützen.

Der Schwefel hilft außerdem dabei, die Nährstoffversorgung und Durchblutung des entzündeten Gewebes zu fördern. Dadurch wird das betroffene Gewebe gut versorgt und entlastet. Des Weiteren sorgt MSM für eine Muskelentspannung. Gerade bei chronischen Schmerzen führen verspannte Muskeln zu zusätzlichen Beschwerden.

Hilft  MSM bei Krebs?

Im Tierversuch wurden Dickdarm- und Brustkrebszellen induziert und festgestellt, dass sich bei Einnahme der Schwefelverbindung der Krankheitsausbruch verzögerte. Auch bei menschlichen Bruskrebszellen konnte eine hemmende Wirkung von MSM auf das Tumorwachstum und die Metastasierung festgestellt werden. Dennoch ist die Studienlage zum Einfluss von MSM auf Krebserkrankungen noch zu dünn, um allgemein gültige Aussagen darüber treffen zu können. Die Hoffnung, dass MSM zukünftig eine wesentliche Rolle in der Krebstherapie spielen wird, ist jedoch gegeben. Wir haben diesbezügliche Studien unter den Quellen zusammengefasst, falls du dich näher für diese Thematik interessierst.

Welche Nebenwirkungen hat Methylsulfonylmethan?

Negative Nebenwirkungen und Überdosierungen von MSM sind keine bekannt. Man geht davon aus, dass ein Mensch mit 75 kg täglich 1,5 kg MSM zu sich nehmen müsste, um negative Konsequenzen zu haben. Allerdings wurden geringfügig blutverdünnende Eigenschaften von MSM festgestellt. Dies sollte bei der Kombination mit Medikamenten berücksichtigt und mit einem Arzt besprochen werden. Grundsätzlich ist eine Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln immer mit einem Arzt abzuklären.

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Wie wird MSM eingenommen?

MSM ist in Form von Pulver, Tabletten und Kapseln, aber auch als Gel erhältlich. Die Dosierung ist prinzipiell auf jeder Verpackung oder im Beipackzettel des Produkts angegeben. Man kann MSM oral einnehmen, indem man das Pulver z.B. in Orangensaft einrührt, und auch äußerlich anwenden. So lässt sich das Pulver gut im warmen Badewasser auflösen, um Gelenkschmerzen äußerlich zu behandeln. Auch das Auftragen von Gel auf die betroffenen Stellen empfiehlt sich.

Welche Lebensmittel enthalten MSM?

Grundsätzlich enthalten viele Lebensmittel Methylsulfonylmethan, allerdings nur in sehr geringen Mengen. Selbst in den MSM-Spitzenreitern ist nur relativ wenig davon enthalten. Es sind dies:

  • Früchte
  • Getreideprodukte
  • Tomaten
  • Tee
  • Kaffee

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Bildquellen

  • Beschwerden der Gelenke: pathdoc | Shutterstock.com
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