Eine Frau, die sich die Hände vor das Herz hält und starke Emotionen erlebt als Symbol für Psychosomatik

Psychosomatik – Wechselwirkung zwischen Körper und Psyche

in Körper, Seele von Dr. Silvia Nold

Artikel aktualisiert am 07.10.2018

Wechselwirkungen zwischen Seele, Geist und Körper (Psychosomatik) sind unbestritten. Wir alle erfahren sie ständig in unserem Alltag. Psychosomatische Erkrankungen zeigen diesen Zusammenhang besonders deutlich und sollten am besten ganzheitlich behandelt werden. In diesem Artikel erfährst du mehr über Psychosomatik und Möglichkeiten der Behandlung.

Psychosomatische Erkrankungen zeigen deutlich das enge Zusammenspiel zwischen Geist und Körper. Generell hat die Psyche großen Einfluss auf Vorgänge im Körper. Freude, Scham oder Wut lassen uns erröten. Stress schlägt auf den Magen. Direkt vor einer Prüfung oder bei Lampenfieber verspüren viele Menschen einen ständigen Harndrang oder bekommen Durchfall. Umgekehrt hat aber auch der Körper großen Einfluss auf die Psyche. Ernähren wir uns gesund und halten uns fit, sind wir oft auch besser gelaunt. Sind wir krank oder haben Schmerzen, geht es uns auch psychisch schlecht. Wer unter chronischen Schmerzen leidet, der hat auch ein höheres Risiko für psychische Verstimmungen und Depressionen (1). Heute weiß man auch, wie wir bereits berichtet haben, dass die Darmflora großen Einfluss auf die Psyche und auf unsere Stimmung hat (Siehe: Wie Darmflora und Depression zusammenhängen).

Es ist also klar, dass Geist und Körper eine Einheit bilden. Geist und Körper arbeiten zusammen, regulieren sich gegenseitig und hängen voneinander ab. Umso verwunderlicher ist es, dass psychosomatische Erkrankungen immer noch oft als „eingebildet“ abgetan werden und weniger Ernst genommen werden, als Krankheiten, deren Entstehung man auf körperlicher Ebene nachvollziehen kann.

Psychosomatik: Ursachen psychosomatischer Erkrankungen

Von psychosomatischen Erkrankungen (Psychosomatik) spricht man immer dann, wenn keine organische Ursache für eine Erkrankung gefunden werden kann. Vor allem wenn Betroffene zusätzlich gerade unter seelischen Belastungen, Konflikten oder Krankheiten wie Depressionen leiden, liegt der Schluss nahe, dass diese psychischen Gründe die Beschwerden auslösen. Ganz klären lässt sich die Ursache aber oft nicht. Darum ist hier ein ganzheitlicher Behandlungsansatz besonders wichtig.

Entstehung von psychosomatischen Erkrankungen

Eine Frau, die nachdenklich aus einem Fenster siehtAngst und Dauerstress führen zu einem Anstieg von Stresshormonen im Körper. Diese wirken sich nachweislich in vielerlei Hinsicht negativ aus. Unter anderem führen sie zu verschiedenen körperlichen Erkrankungen. Auch seelische Belastungen wie traumatische Erlebnisse oder Lebenskrisen führen zu einer ständigen Anspannung und dadurch zu Veränderungen im Körper. Zudem kann andauernder Stress das Immunsystem schwächen, sodass wir generell empfänglicher für Krankheiten werden.

Dazu kommen weitere Effekte. Menschen, die gerade psychisch stark angeschlagen sind oder unter Depressionen leiden, kümmern sich oft weniger um ihre Gesundheit. Sie treiben oft weniger Sport, ernähren sich ungesünder und auch Alkohol ist häufiger ein Thema.

Psychosomatik: Was ist Ursache, was Auswirkung?

Man könnte auch fragen: Was war zuerst da, die Henne oder das Ei? Oft lässt sich nicht genau sagen, wie die Psyche und eine körperliche Erkrankung zusammenhängen, da sie sich gegenseitig beeinflussen. So haben zum Beispiel depressive Menschen häufiger Herz-Kreislauf-Probleme. Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen hingegen werden auch öfter depressiv (2).

Was hingegen sicher ist: Wer sich um seine seelische und psychische Gesundheit kümmert, der sorgt auch für die körperliche Gesundheit vor – und umgekehrt.

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Typische psychosomatische Erkrankungen

Es gibt sehr viele unterschiedliche Erkrankungen, die psychosomatisch bedingt sein können. Ihre Entstehung hängt jedoch nicht immer ausschließlich von psychischen Faktoren ab. Oft wird aber zumindest der Verlauf eindeutig durch die Psyche beeinflusst.

Einige der häufigsten psychosomatischen Erkrankungen:

  • Chronische Schmerzen, die keine nachweisbare organische Ursache haben, können psychisch bedingt sein. Auch Fibromyalgie, die mit Schmerzen in den Muskeln und an den Sehnenansätzen verbunden ist, hat laut Experten vermutlich sehr oft eine psychosomatische Komponente (3).
  • Das chronische Müdigkeitssyndrom (chronic fatigue syndrome, CFS) hat oft - aber nicht immer - psychische Ursachen.
  • Tinnitus ist ein klassisches Beispiel für eine psychosomatische Erkrankung. Haben wir „zu viel um die Ohren“, kann der Stress zu den lästigen Ohrgeräuschen führen.
  • Bei Reizdarm und Reizmagen spielen oft psychische Faktoren eine große Rolle (3).
  • Juckreiz kann psychogen sein. Das heißt, dass starker Juckreiz und exzessives Kratzen stressbedingt oder auch in langweiligen Situationen (Warten) auftreten.
  • Auch Asthma, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Allergien oder Hauterkrankungen werden unter anderem durch die Psyche in ihrem Verlauf beeinflusst.
  • Burnout
  • Bluthochdruck
  • Essstörungen: Magersucht (Anorexie), Bulimie (Ess-Brech-Sucht), Bulimarexie (Esssucht mit anschließender Einnahme von Appetitzüglern, Abführ- und Entwässerungsmitteln) und das Binge-Eating-Syndrom (Essanfälle ohne Erbrechen).
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Wichtig, aber oft nicht leicht: Den richtigen Ansprechpartner finden

Bei psychosomatischen Erkrankungen ist es besonders wichtig, den Menschen ganzheitlich zu betrachten und nicht nur die körperlichen Symptome zu therapieren. Vermutest du bei dir psychosomatische Ursachen für Beschwerden, solltest du deshalb sehr sorgfältig den Ansprechpartner auswählen. Es kommt leider immer noch vor, dass Ärzte psychosomatische Erkrankungen weniger Ernst nehmen. Aus diesem Grund werden Krankheiten, die psychische Ursachen haben, oft lange Zeit gar nicht oder nur symptomatisch behandelt.

Dabei könnte eine Therapie oft erfolgreich sein, wenn Seele und Psyche mit einbezogen wurden. Das kann Entspannungstechniken, alternativmedizinische Ansätze, Psychotherapien zur Aufarbeitung zugrundeliegender Konflikte, Kuraufenthalte, oder auch ganz andere Maßnahmen beinhalten. Auch Bewegungstherapien oder Musik- und Kunsttherapien wirken sich manchmal positiv aus (4).

Hast du das Gefühl, ein Arzt tut Symptome leichtfertig ab, hole dir in jedem Fall eine Zweitmeinung ein. Heute gibt es immer mehr Ärzte (auch Schulmediziner), die den Menschen als Gesamtes betrachten und einen ganzheitlichen Behandlungsansatz bevorzugen (5).

Psychosomatische Beschwerden: Was du selbst tun kannst

Reagierst du mit körperlichen Beschwerden auf Stress und Belastungen, dann kann bewusste Entspannung helfen. Achtsamkeit und Übungen für mehr Gelassenheit können dir helfen, mehr innere Ruhe zu finden. Sorge für ausreichend Schlaf, eine ausgewogene Ernährung und möglichst viel Bewegung. Auch Kuren zur Entgiftung ( Detox) oder ein Seelendetox können helfen, dich von Ballast zu befreien und psychosomatischen Erkrankungen vorzubeugen. Widme dich außerdem der Selbstreflexion und den wichtigsten Frage des Lebens: Bin ich wirklich glücklich? Lebe ich mein Leben bewusst? Was muss ich in meinem Leben ändern?

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Leidest du jedoch bereits unter Beschwerden, dann solltest du diese immer beim Arzt deines Vertrauens abklären lassen und auch die Möglichkeit der Psychotherapie in Anspruch nehmen.

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Quellenangaben

  1. Daniel K. Hall-Flavin, M.D.: Pain and depression. Is there a link? Mayo Clinic 2016: https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/depression/expert-answers/pain-and-depression/faq-20057823
  2. Bühren A, et al. Psychische Erkrankungen: Alle Fachgebiete sind gefordert. Deutsches Ärzteblatt 2008;105(17):A 880–4.
  3. Henningsen P, et al. Medically unexplained physical symptoms, anxiety, and depression: a meta-analytic review. Psychosom Med. 2003;65(4):528-33.
  4. Universitätsklinikum Gießen-Marburg. Was ist Psychosomatik? (Info für Patienten): https://www.ukgm.de/ugm_2/deu/ugi_pso/7695.html
  5. Fava GA, et al. The Psychosomatic Practice. Acta Derm Venereol. 2016;96(217):9-13.
  6. Im Internet: https://www.medizin-im-text.de/blog/2014/190/bluthochdruck-und-die-psyche/
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