Diagnose einer Schilddrüsenüberfunktion mit Ultraschall

Schilddrüsenüberfunktion: Behandlung von Morbus Basedow und Autonomie

in Körper von Dr. Silvia Nold

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion bildet die Schilddrüse zu viele Hormone. Die Hauptursachen dafür sind Morbus Basedow und die Autonomie der Schilddrüse.

Hier erfährst du, wie beide Formen behandelt werden.

Was bedeutet Schilddrüsenüberfunktion?

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) werden übermäßig viele Schilddrüsenhormone gebildet. Die Hormone Tetrajodthyronin (T4, Thyroxin) und Trijodthyronin (T3) beeinflussen den gesamten Organismus und sind Teil eines komplexen Regulationssystems, zu dem auch viele andere Hormone und Signalstoffe gehören. T3 und T4 regulieren zum Beispiel die Verstoffwechselung von Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten. Dabei fördern sie den Umsatz der Kohlenhydrate und die Aufnahme von Glukose im Körper. Sie steigern die Wärmeproduktion, den Sauerstoffverbrauch, den Blutdruck und den Herzschlag.

Eine Überproduktion dieser Hormone führt deshalb zu Symptomen wie Zittern, Nervosität, Herzklopfen, Gewichtsabnahme und Schwitzen. Außerdem beeinflussen die Schilddrüsenhormone aber auch den Stoffwechsel im Gehirn und wirken damit auf die Psyche ein. Eine vermehrte Hormonproduktion kann nervös und ängstlich machen oder zu Reizbarkeit und Aggression führen. Betroffene sind unter Umständen sehr schreckhaft und leicht zu irritieren. Eine Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion ist deshalb nicht nur für den Körper wichtig, sondern verbessert auch das psychische Wohlbefinden.

Ursachen einer Schilddrüsenüberfunktion: Warum ist man betroffen?

Um eine Schilddrüsenüberfunktion optimal behandeln zu können, ist es wichtig, die Ursache zu kennen. Beim überwiegenden Teil der Menschen mit einer Hyperthyreose liegt Morbus Basedow oder eine Autonomie der Schilddrüse zu Grunde.

Morbus Basedow: Eine Autoimmunerkrankung steigert die Hormonproduktion

Bei Morbus Basedow (Basedowsche Erkrankung) produziert das Immunsystem Antikörper, die an bestimmte Rezeptoren der Schilddrüse binden. Dort wirken sie ähnlich wie TSH (Thyreotropin), welches von der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) gebildet wird und die Bildung der Hormone T3 und T4 in der Schilddrüse anregt. Dadurch ist bei Morbus Basedow der natürliche Regelkreis gestört und es kommt zu einer vermehrten Ausschüttung der Schilddrüsenhormone.

Der Morbus Basedow äußert sich nicht nur im Bereich der Schilddrüse. Häufig (aber nicht immer) sind auch die Augenhöhlen betroffen, was zu Augenreizungen und schlimmstenfalls zum Hervortreten der Augen (Exophthalmus) führen kann. Auslöser sind Veränderung der Muskeln und des Bindegewebes hinter dem Auge. Experten vermuten, dass die gebildeten Antikörper nicht nur an der Schilddrüse, sondern auch am Gewebe des Augapfels binden können. In manchen Fällen ist auch die Haut am Unterschenkel im Rahmen eines sogenannten prätibialen Myxödem angeschwollen.

Ursache von Morbus Basedow ist ein Defekt des Immunsystems. Die Erkrankung kann gemeinsam mit anderen Autoimmunerkrankungen (Typ-1- Diabetes, Myasthenia gravis, Lupus erythematosus und andere) auftreten. Allerdings kommen zu den genetischen Voraussetzungen äußere Einflüsse dazu, die die Erkrankung begünstigen und zum Ausbrechen bringen können. Dazu gehören unter anderem Umwelteinflüsse, Rauchen und Infekte. Einer der Hauptfaktoren scheint jedoch psychischer, körperlicher und emotionaler Stress zu sein. Es kommt häufig vor, dass die Beschwerden erstmals in Zeiten großer Belastungen auftreten, zum Beispiel nach einem Todesfall oder bei starkem beruflichen Stress.

Autonomie: Bestimmte Bereiche der Schilddrüse produzieren vermehrt Hormone

Die Autonomie ist die häufigste Ursache der Schilddrüsenüberfunktion. Bei einer Autonomie der Schilddrüse gibt es einzelne Bereiche, die autonom (also unabhängig) von Regelmechanismen des Körpers agieren. Liegen diese Bereiche als deutlich abgegrenzte, hoch aktive Areale vor, spricht man auch von „heißen Knoten“. Diese Regionen unterliegen nicht mehr der Steuerung durch die Hypophyse und produzieren stetig Hormone. Die restliche Schilddrüse kann diese Überproduktion manchmal kompensieren, indem dort die Produktion heruntergefahren wird. Symptome wie Nervosität, Aggressivität, Wärmeempfindlichkeit, Schwitzen oder Herzklopfen treten erst auf, wenn die Überproduktion nicht mehr ausgeglichen werden kann.

Die Ursache einer Schilddrüsenautonomie hängt eng mit dem chemischen Element Jod zusammen. Hierzulande sind die Böden und damit auch die dort angebauten Nahrungsmittel sehr jodarm. Ausreichend Jod liefern nur wenige Lebensmittel, zum Beispiel Seefisch, Meeresfrüchte, Algen oder Jodiertes Speisesalz. Die Schilddrüse benötigt Jod zur Bildung der Schilddrüsenhormone: T4 enthält vier, T3 enthält drei Moleküle Jod. Ein länger andauernder Jodmangel führt zu einer Vergrößerung der Schilddrüse (Struma) und in manchen Fällen zur Bildung von Knoten. Dadurch versucht der Körper den Mangel auszugleichen und Jod effektiver zu nutzen. In den aktiven Regionen wird vermehrt Jod aufgenommen und in Hormone eingebaut. Erhöht sich nun die Jodversorgung oder werden jodhaltige Medikamente verabreicht, entsteht die Schilddrüsenüberfunktion.

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Seltene Ursachen für eine Schilddrüsenüberfunktion

Neben der Autonomie und Morbus Basedow gibt es noch weitere, zum Teil sehr seltene Formen der Schilddrüsenüberfunktion.

  • Schilddrüsentumore können zu einer Überproduktion von Schilddrüsenhormonen führen.
  • Vorübergehende Schilddrüsenüberfunktionen entstehen manchmal im ersten Drittel der Schwangerschaft, zu Beginn einer Schilddrüsenentzündung oder in der Anfangsphase der Hashimoto-Thyreoiditis.
  • Wird bei einer Schilddrüsenunterfunktion zu viel Hormon substituiert, kann eine Hyperthyreose entstehen. Diese verschwindet nach Anpassung der Dosis.
  • Schilddrüsenentzündungen können ebenfalls zu einer Schilddrüsenüberfunktion führen.
  • Sehr selten ist eine Überproduktion von Schilddrüsenhormonen angeboren.

Was ist eine subklinische Schilddrüsenüberfunktion und sollte sie behandelt werden?

Mediziner sprechen von einer latenten Schilddrüsenüberfunktion, wenn der TSH-Wert erniedrigt ist (unter 0,3 mU/l), die Hormonwerte (T3 und T4) jedoch normal sind. Subklinisch ist eine Schilddrüsenüberfunktion immer dann, wenn einer oder mehrere Werte verändert sind, jedoch keine Symptome bemerkbar sind.

Auch wenn Betroffene keine Beschwerden haben und die Schilddrüsenüberfunktion nur zufällig bei Laboruntersuchungen gefunden wird, kann eine Behandlung dennoch sinnvoll sein. Eine Hyperthyreose kann nämlich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und für Alzheimer-Demenz steigern. Bei Frauen nach den Wechseljahren erhöht sich zudem das Risiko für Osteoporose und damit verbundene Knochenbrüche (1). Oft sind Symptome möglicherweise auch so unspezifisch, dass sie von Betroffenen nicht erkannt oder auf das Alter oder die Wechseljahre geschoben werden. Das betrifft zum Beispiel Beschwerden wir Unruhe, Gereiztheit, psychische Verstimmungen oder Schlaflosigkeit.

Bei normalen T4-Wert, wenn die Schilddrüse nicht vergrößert ist und keine Knoten vorliegen, kann mit einer Therapie auch zunächst abgewartet werden. Das entscheidet der Arzt je nach Geschlecht, Alter und Allgemeinzustand individuell.

Behandlung von Schilddrüsenüberfunktionen

Im Folgenden findest du die Möglichkeiten zur Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion kurz erklärt. Weiter unten kannst du nachlesen, wie diese Therapiemöglichkeiten bei Basedow und Autonomie jeweils angewendet werden.

Thyreostatika: medikamentöse Drosselung der Hormonproduktion

Thyreostatika (auch Schilddrüsenblocker genannt) sind Wirkstoffe, die den Spiegel der Schilddrüsenhormone senken. Häufig werden Präparate mit Thiomazol oder Carbimazol eingesetzt, die den Einbau von Jod in die Schilddrüsenhormone hemmen und auf diesem Weg die Hormonproduktion drosseln.

Die Ursache für die Erkrankung wird dadurch aber nicht behoben. In vielen Fällen ist diese Behandlung nur die Basis für weitere Therapien, indem zunächst eine normale Hormonkonzentration wiederhergestellt wird. Da die Therapie mit Thyreostatika schwere Nebenwirkungen haben kann, wird sie in der Regel nicht länger als 18 Monate lang eingesetzt. In einigen Fällen rät der Arzt auch gleich zu einer sogenannten definitiven Therapie (Operation oder Radiojod-Therapie, siehe unten).

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Radiojod-Therapie

Die Radiojod-Therapie gehört zu den definitiven Therapien bei Schilddrüsenüberfunktion und wirkt dauerhaft. Für die Therapie wird radioaktives Jod als Kapsel zum Schlucken oder in Form einer intravenösen Injektion eingesetzt. Vor der Behandlung nimmt der Patient einige Zeit möglichst wenig Jod auf. Nach Gabe des radioaktiven Jods wird dieses von der Schilddrüse aufgenommen. Im Falle des Morbus Basedow wird Jod von allen Bereichen der Schilddrüse aufgenommen. Bei der Autonomie ist die höchste Rate der Aufnahme in den überaktiven Bereichen der Schilddrüse. Die Zellen werden durch die radioaktive Strahlung geschädigt und vom Körper abgebaut. Dadurch sinkt die Hormonproduktion dauerhaft ab.

Eine häufige Nebenwirkung ist die Schilddrüsenunterfunktion. Durch die Zerstörung des aktiven Schilddrüsengewebes ist später in vielen Fällen eine dauerhafte Substitution von Schilddrüsenhormonen nötig.

Ist die Strahlenexposition gefährlich?

Die Strahlenabgabe des verwendeten Jods ist vergleichsweise gering und dringt nur wenige Millimeter in den Körper ein. Allerdings werden dennoch Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Erwägst du eine solche Behandlung, musst du mit einem Krankenhausaufenthalt von zwei bis fünf Tagen rechnen. In dieser Zeit wirst du in Deutschland aus Strahlenschutzgründen isoliert in einer Spezialabteilung untergebracht. In anderen Ländern wie Österreich wird die Behandlung jedoch auch ambulant durchgeführt.

Für Schwangere und Stillende eignet sich die Therapie nicht. Die Behandlung kann Nebenwirkungen wie Schilddrüsenentzündung, Mundtrockenheit und Schluckbeschwerden haben. In einigen Studien wird ein leicht erhöhtes Risiko für Schilddrüsenkrebs durch die radioaktive Strahlung beschrieben (2), während andere Studien dies nach Langzeitbeobachtungen jedoch nicht bestätigen.

Operative Entfernung der Schilddrüse

Bei dem Eingriff wird die Schilddrüse ganz oder teilweise entfernt. Je nach Art und Grad der Erkrankung wird in der Regel ein mehr oder weniger großer Rest der Schilddrüse im Körper belassen. Dieser kann weiter Hormone bilden. Allerdings wird meist so viel entfernt, dass die Überproduktion sicher behoben ist. Dadurch liegt im Anschluss in der Regel eine Schilddrüsenunterfunktion vor, die durch die Einnahme von Schilddrüsenhormonen ein Leben lang ausgeglichen werden muss. Zu den Risiken der Operation gehört eine Verletzung des Stimmbandnervs oder der Nebenschilddrüse.

Operation und Radiojod-Behandlung im Vergleich: Wann ist welche Therapie sinnvoll?

Wer keine Radiojod-Therapie wünscht, für den ist die einzige verfügbare Alternative eine Operation. Auch bei schwangeren Frauen stellt sie die einzige Therapieoption dar. Eine operative Entfernung oder Verkleinerung der Schilddrüse ist auch dann angezeigt, wenn eine vergrößerte Schilddrüse auf die Luftröhre drückt, sehr viele, aktive Knoten vorliegen oder wenn der Verdacht auf einen bösartigen Tumor besteht (3). Generell ist eine Operation auch sinnvoll, wenn eine besonders schnelle Reduktion der Schilddrüsenhormone nötig ist.

Bei der Behandlung mit Radiojod entfällt dafür das Risiko einer Operation und Narkose. Auch Verletzungen umliegender Strukturen (Stimmbänder, Nebenschilddrüsen), die bei einer Operation vorkommen können, sind bei der Radiojod-Therapie nicht möglich. Es entstehen außerdem keine Narben.

Besonderheiten der Behandlung bei einer Autonomie der Schilddrüse

Eine Autonomie der Schilddrüse heilt leider nicht von selbst wieder aus. Einmal vorhanden, kehrt das überaktive Gewebe nicht zu seiner normalen Funktion zurück. Darum wird hier die Therapie mit Medikamenten oft nur vorübergehend zur Linderung der Symptome und zur Stabilisierung des Stoffwechsels eingesetzt. Danach ist in der Regel eine definitive Therapie, also die Radiojod-Therapie oder eine operative Entfernung der Schilddrüse, notwendig.

Liegen einzelne, klar definierte Knoten vor, können manchmal auch andere Alternativen eingesetzt werden. Diese schädigen das krankhafte Gewebe durch Hitze oder chemische Prozesse so stark, dass es vom Körper abgebaut wird. Vor- und Nachteile, Möglichkeiten und Grenzen dieser Methoden solltest du am besten mit einem erfahrenen Facharzt besprechen, da es zu diesen Verfahren bisher noch keine umfassenden wissenschaftlichen Daten gibt.

Folgende Methoden kommen in Frage (4):

  • Alkoholinjektion: Die Injektion von Ethanol kann Schilddrüsengewebe zum Absterben bringen.
  • Thermoablation: Je nach Methode wird eine dünne Sonde in den Knoten eingeführt oder die Schilddrüse von außen bestrahlt. Das Gewebe erhitzt sich und wird so geschädigt. Dabei kann die Hitze durch Strom (Radiofrequenzablation), durch Mikrowellen, Ultraschall oder Laser erzeugt werden.

Besonderheiten der Behandlung bei Morbus Basedow

Morbus Basedow kann in rund der Hälfte der Fälle wieder zurückgehen. Deshalb wir hier für mindestens ein Jahr (manchmal auch bis zu 18 Monate lang) eine Therapie mit Thyreostatika durchgeführt (5). Bei jedem zweiten Betroffenen kehrt die Überfunktion nach Abschluss der Behandlung nicht wieder zurück. Der anderen Hälfte der Betroffenen wird anschließend in der Regel eine Radiojod-Therapie oder Operation empfohlen.

Bei Morbus Basedow kommen zusätzlich zur Schilddrüsentherapie manchmal auch Betablocker zum Einsatz. Sie hemmen die Wirkung der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin und wirken so gegen einen erhöhten Blutdruck, Zittern und einen beschleunigten Herzschlag.

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  • Berndt Rieger
  • Herausgeber: mvg Verlag
  • Taschenbuch: 176 Seiten

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Behandlung der Augen bei Morbus Basedow

Morbus Basedow geht in vielen Fällen mit Augenbeschwerden einher. Dazu gehören Schwellungen um die Augen, Entzündungen, Augentrockenheit, Lichtempfindlichkeit, tränende Augen oder ein Fremdkörpergefühl. In manchen Fällen kommt es zur Verschlechterung des Sehens oder zum Doppelbildsehen.

Sind die Augen bei Morbus Basedow betroffen, geben Experten einige gesonderte Empfehlungen (6). Lokale Maßnahmen wie beruhigende Augentropfen oder Augensalben und Sonnenbrillen können Augenreizungen vermindern. Die Patienten sollten zudem nicht rauchen und Selen einnehmen. In schweren Fällen kann eine zusätzliche Gabe von Glukokortikoiden (Kortison) helfen. Nur selten ist der Verlauf so schwer, dass zur Verminderung des Drucks am Auge oder zur Behebung von Sehstörungen eine Operation vorgenommen werden muss. Da sich die Beschwerden nach einer Radiojod-Therapie (manchmal auch nach einer Schilddrüsenoperation) oft verschlechtern, wird der Arzt die Behandlung und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen genau abwägen.

Was tun bei Schilddrüsenüberfunktion: So kannst du deinen Körper unterstützen

Zusätzlich zur Therapie und damit die Behandlung optimal wirkt, kannst du selbst einige Maßnahmen ergreifen. Mit diesen Maßnahmen kannst du deine Schilddrüse und deinen Körper bei der Selbstheilung optimal unterstützen.

Reduzierte Jodaufnahme

Stark jodhaltige Lebensmittel wie Seefisch, Meeresfrüchten und Algen sollten bei Schilddrüsenüberfunktion gemieden werden. Auch Behandlungen mit jodhaltigen Arzneimitteln (das Herzmedikament Amjodaron, manche Kontrastmittel) dürfen nur nach Rücksprache mit dem Arzt durchgeführt werden. Zudem solltest du ein Speisesalz wählen, dem kein Jod zugesetzt wurde. Auch manche Mineralwässer enthalten Jod. Ganz lässt sich die Jodaufnahme nie vermeiden, denn in vielen Fertigprodukten und Backwaren wird Jodsalz verwendet. Außerdem wird Tiermastfutter oft mit Jod versetzt, wodurch tierische Produkte wie z.B. Eier einen erhöhten Jodgehalt aufweisen. In der Regel sind solche kleineren Mengen auch nicht kritisch. Nur die übermäßige Zufuhr sollte vermieden werden.

Ausreichende Selenzufuhr

Eine zusätzliche Gabe von Selen wird besonders bei Morbus Basedow von vielen Ärzten standardmäßig verordnet. Zahlreiche Studien zeigen den Nutzen einer Selengabe, vor allem bei leichteren Formen der Schilddrüsenüberfunktion (7). Selen kann die subjektive Lebensqualität verbessern, das Auftreten von Augenerkrankungen vermindern und das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen. Die Wirkung von Thyreostatika ist bei ausreichender Selenzufuhr ebenfalls oft besser. Der Grund scheint die antioxidative Wirkung des Mineralstoffs zu sein, die die Produktion von bestimmten Entzündungsbotenstoffen hemmt.

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Erhöhter Calciumbedarf

Auch der Knochenstoffwechsel ist bei einer Schilddrüsenüberfunktion beschleunigt, wodurch vermehrt Calcium gebraucht wird. Eine Nahrungsergänzung könnte somit erforderlich werden.

Vitamin-D-Mangel beheben

Gerade Menschen mit Schilddrüsenüberfunktion gehen oft nicht gern in die Sonne, da sie hitzeempfindlich sind und leicht schwitzen. Dadurch fällt auch die Möglichkeit weg, ausreichend Vitamin D zu bilden. Vitamin D hat eine immunmodulierende Wirkung. Eine ausreichende Versorgung kann sich deshalb bei Autoimmunerkrankungen wie Morbus Basedow positiv auswirken. Eine Einnahme von Vitamin D, aber auch anderer Mikronährstoffe, sollte nur bei einem nachgewiesenen Mangel erfolgen.

Mikronährstoffe für die Schilddrüse und das Immunsystem

Nicht nur Selen, Vitamin D und Calcium sind für eine normale Schilddrüsen- und Immunfunktion von Bedeutung, sondern zahlreiche andere Mikronährstoffe. Leere Mikronährstoff-Speicher können die Schilddrüsenfunktion und das Immunsystem negativ beeinflussen. Daher ist anzuraten, einen Mikronährstoff-Status durchführen zu lassen und wenn Mängel nachgewiesen werden, diese mittels geeigneter Präparate gezielt aufzufüllen. Dazu ist es wichtig, einen Spezialisten aufzusuchen, der dich durch eine solche Therapie begleitet. Wenn du wissen möchtest, wie so etwas abläuft, kannst du dir das folgende Interview mit dem Orthomolekularmediziner Dr. Arno Sommeregger ansehen, bei dem wir selbst eine solche Mikronährstofftherapie gemacht haben (insgesamt 5 Teile):

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Ernährung bei Schilddrüsenüberfunktion

Bei einer Überfunktion der Schilddrüse läuft der Stoffwechsel auf Hochtouren. Trotz Heißhunger verlieren viele Betroffenen an Gewicht. Das ändert sich, sobald die Schilddrüsenwerte auf einen gesunden Wert eingestellt werden konnten. Bis dahin ist eine ausreichende Zufuhr von Kalorien wichtig. Aber nicht in Form von gesättigten Fetten und Zucker, sondern am besten in gesunder Form: hochwertige pflanzliche Öle, Nüsse, Avocados, Oliven, Trockenfrüchte, Bananen und Vollkornteigwaren liefern Kalorien und zugleich auch wertvolle Nährstoffe.

Cola, Kaffee, Energydrinks und Alkohol solltest du meiden. Koffeinhaltige Getränke kurbeln den sowieso schon sehr aktiven Stoffwechsel noch stärker an. Ähnliches gilt auch für Alkohol.

Nicht rauchen

Vor allem bei Morbus Basedow hat sich das Rauchen als ein großer Risikofaktor erwiesen. Studien zeigten, dass Rauchen nicht nur die Entstehung der Erkrankung begünstigt, sondern auch mit der Entwicklung von Augenerkrankungen bei Morbus Basedow verbunden ist (8).

Schilddrüsenüberfunktion und die Psyche

Viele Erfahrungsberichte und Studien (9) zeigen, dass der Ausbruch einer Schilddrüsenüberfunktion oft mit Stress einhergeht. Traumatische Erlebnisse, Dauerstress im Job oder Schicksalsschläge können mögliche Auslöser sein. Auch bei einer bereits bestehenden Schilddrüsenerkrankung wirkt sich Stress negativ aus. Stressabbau oder eine psychotherapeutische Behandlung sind deshalb sehr sinnvoll, falls du unter chronischem Stress oder psychischen Belastungen leidest.

Sport und Muskelaufbau

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion nimmt man oft ungewollt ab. Das kann auch mit einem Abbau an Muskelmasse verbunden sein. Deshalb ist es wichtig, die Muskeln aufzubauen. Am besten mit einem gezielten Krafttraining.

Interview mit Dr. Ruediger Dahlke

In diesem Interview-Ausschnitt spricht der naturheilkundlich arbeitende Arzt und Psychotherapeut Ruediger Dahlke über die Funktion der Schilddrüse und was man auf der Ebene der Ernährung und über die seelische Ebene ( Psychosomatik) tun kann. Dahlke erklärt die Themen, die eine Schilddrüsenerkrankung mir zeigen möchte - im Sinne von Krankheit als Symbol.

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Quellenangaben

  1. Hoc S: Latente Hypo-/Hyperthyreose: Wann Therapie, wann nur Kontrolle? Dtsch Arztebl 2003;100(45):A-2966.
  2. American Thyroid Association (amerikanische Schilddrüsengesellschaft): Radioactive Jodine FAQs. (abgerufen 06/2019).
  3. Broschüre „Operation der Schilddrüse“. Autoren: Dr. med. A. Akca und Prof. Dr. med. P.E. Goretzki. Hrsg: Forum Schilddrüse e.V. (abgerufen 06/2019).
  4. Prof. Dr. Hans Udo Zieren: Nicht-operative lokale Behandlungsverfahren von Schilddrüsenknoten. Deutsches Schilddrüsenzentrum (abgerufen 06/2019).
  5. Kahaly GJ et al. 2018 European Thyroid Association Guideline for the Management of Graves' Hyperthyroidism. Eur Thyroid J. 2018 Aug;7(4):167-186.
  6. Bartalena L et al; European Group on Graves' Orbitopathy (EUGOGO). The 2016 European Thyroid Association/European Group on Graves' Orbitopathy Guidelines for the Management of Graves' Orbitopathy. Eur Thyroid J. 2016 Mar;5(1):9-26.
  7. Marcocci C et al; European Group on Graves' Orbitopathy. Selenium and the course of mild Graves' orbitopathy. N Engl J Med. 2011 May 19;364(20):1920-31.
  8. Prummel MF und Wiersinga WM. Smoking and Risk of Graves' Disease. JAMA. 1993;269:479-482
  9. Vita R et al. Stress triggers the onset and the recurrences of hyperthyroidism in patients with Graves' disease. Endocrine. 2015 Feb;48(1):254-63.
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Bildquellen

  • Eine Frau bei einer Schilddrüsenuntersuchung: Goncharov_Artem | Shutterstock.com