Ein Kind mit einem Buchstapel und voller Selbstzweifel

Selbstzweifel überwinden und selbstbewusst werden: Ein Leitfaden

in Seele von Team GKS

Selbstzweifel verringern unsere Lebensqualität und hindern uns am Vorankommen. In den meisten Fällen sind die Zweifel dabei völlig unberechtigt und nur die Ausgeburt eines schwach ausgeprägten Selbstwertgefühls und geringen Selbstbewusstseins. An diesen kannst du arbeiten! Im folgenden Artikel werde ich dir die Ursachen von Selbstzweifeln aufzeigen und Wege, wie du sie ein für allemal aus der Welt schaffen kannst!

„Zweifel zerstört mehr Träume, als dass es Versagen jemals könnte.“ – Suzy Kassem (Amerikanische Autorin und Regisseurin)

Wodurch entstehen Selbstzweifel und wie lassen sie sich psychologisch erklären? Bevor wir zu konkreten Techniken und Handlungsansätzen kommen möchte ich dir noch die Hintergründe aus psychologischer Sicht erläutern. Diese zu verstehen hilft, sich effektiv mit seinem individuellen Problem auseinanderzusetzen.

Psychologische Erklärungen für Selbstzweifel

Impostor-Phänomen

Der Unfähigkeit, Erfolge zu verinnerlichen sowie die permanente Angst davor als Hochstapler entlarvt zu werden, wird in der Psychologie auch als Impostor-Phänomen bezeichnet. Der Betroffene ist dabei der Meinung, seine Leistung sei nur auf Glück, Beziehungen oder die Überbewertung anderer der eigenen Leistung zurückzuführen.

Interdependentes Selbstwertgefühl

Wir alle werden positiv oder negativ berührt von dem Feedback, das wir durch unsere Umwelt erfahren. Macht uns jemand ein Kompliment, sind wir gut gelaunt. Verletzt oder beleidigt uns jemand, fühlen wir uns gekränkt. Manche Menschen fühlen dieses Feedback jedoch besonders stark. Im Fachjargon nennt sich das „Interdependentes Selbstwertgefühl“. Der Betroffene macht sein Selbstwertgefühl komplett abhängig von den Reaktionen seiner Umwelt. Seine Gedanken kreisen ständig darum, was seine Mitmenschen von ihm halten. Der britische Philosoph und Nobelpreisträger Bernd Russell sagte dazu einst: „Menschen, die immer daran denken, was andere von ihnen halten, wären sehr überrascht wenn sie wüssten, wie wenig die anderen über sie nachdenken.“

Wie kann ich an meinen Selbstzweifeln arbeiten?

Im Folgenden möchte ich dir einige praktische Tipps mit auf den Weg geben, wie du aktiv an deinem Selbstwertgefühl arbeiten und zu einem selbstbewussteren Menschen werden kannst.

1. Der Einfluss von äußeren Umständen

Selbstzweifel müssen ihre Ursache nicht zwangsweise in der eigenen Persönlichkeit oder den Erfahrungen haben. Es können auch die aktuellen, äußeren Lebensumstände sein. Hast du einen Job, mit dem du dich nicht identifizieren kannst? Einen Chef, der dich ständig nur runtermacht, sodass du das Gefühl hast, deine Arbeit sei nichts wert, obwohl du dir so viel Mühe gibst? Ändere deine Umstände! Lies hierzu: Keine Angst vor Veränderung!

Selbstzweifel können dich lähmen und dich lange Zeit davon abhalten, ins Handeln zu kommen. Hast du jedoch die ersten Schritte unternommen, wird dir dein Handeln Auftrieb verleihen. Das Gefühl, aktiv zu sein und nicht nur stillstehend abzuwarten, wird dich beflügeln.

2. Erfolgstagebuch führen

Eine Frau voller Freude und SelbstvertrauenLege eine Liste an und überlege jeden Abend vor dem Schlafengehen, auf was du an diesem Tag stolz sein kannst. Sei dabei nicht bescheiden! Auch augenscheinlich kleine Dinge kannst du in deine Liste mit aufnehmen. Du hast beispielsweise deinen Arbeitstag erfolgreich gemeistert und Geld verdient, mit dem du dich ernähren und deine Rechnungen bezahlen kannst. Das ist nicht selbstverständlich! Mit der Zeit passiert folgendes: Deine Gedanken werden sich daran gewöhnen, die Erfolge wahrzunehmen und nicht die Misserfolge. Du wirst ein Gefühl von Stolz auf dich selbst entwickeln und selbstbewusster werden.

3. Umgang mit den richtigen Menschen

Kennst du Personen in deinem Bekanntenkreis, die dir immer nur kritisch gegenüber stehen? Vielleicht hattest du früher Lehrer, die ständig etwas auszusetzen hatten und offensichtlich unfähig für lobende Worte waren? Oder deine Eltern haben schon in jungen Jahren hohe Anforderungen an dich gestellt und dir nur Liebe entgegengebracht, wenn du diese erfüllt hast. Inbesondere im Kindes- und Jugendalter sind wir extrem anfällig für jede Art von Feedback. Unter Umständen entwickeln wir ein geringes Selbstwertgefühl, das bis in unser Erwachsenenalter nachwirkt.

Du solltest dich von Menschen fernhalten, die nur das Negative in dir und der Welt sehen. Hierzu gibt es einen interessanten Artikel zum Umgang mit problematischen Personen. Umgebe dich mit Menschen, die deinem Wunsch nach mehr Selbstbewusstsein positiv gegenüberstehen und mit denen du dich austauschen kannst. Wenn du mit anderen Menschen über die Sorgen und Ängste hinsichtlich deiner Persönlichkeit sprichst, wirst du großartige Erfahrungen machen.Viele Menschen werden beeindruckt sein von deinem Mut, sich ihnen zu öffnen. Uns unsere Verletzlichkeit und Unvollkommenheit einzugestehen, macht uns verwundbar. Doch zugleich öffnet es uns auch für tiefgehende zwischenmenschliche Erfahrungen, da du deinem Gegenüber nun auf einer wahren Ebene begegnen kannst, ohne die scheinbar perfekte Fassade.

4. Sich selbst Fehler erlauben

Selbstzweifel speisen sich nicht selten aus einem übertrieben perfektionistischen Anspruch an sich selbst. Irreführend ist jedoch, dass Perfektionismus einem persönlichen, subjektiven Ideal entspricht und keinem allgemeinen Standard. Die höchsten Ansprüche stellen wir daher meist an uns selbst!

Fehler sind natürlich und gut für den Lernprozess. Die größten Genies unserer Zeit mussten erst lernen, wozu sie später anscheinend so leicht im Stande waren. Oft wird das Genie dabei nicht durch ein bereits bei der Geburt voll ausgeprägtes Talent charakterisiert, sondern durch den Willen zu lernen und durchzuhalten. Sich von dem Ideal des Perfektionismus zu lösen, hat viele Vorteile: Versagensängste werden kleiner und du wirst entspannter werden. Selbstzweifel zeigen dir auch dein Potenzial. Sie können dein Motor sein, der dir Kraft gibt und dir die Richtung zeigt, in die du dich bewegen solltest.

5. Positive Glaubenssätze entwickeln

An deinen Gedanken kannst du bewusst arbeiten. Immer wenn du einen negativen Gedanken hast, in dem du dich selbst heruntermachst, schreibe diesen auf einen Zettel. Nun hast du deine negativen Glaubenssätze schwarz auf weiß. Das ist ein wichtiger Schritt, denn dieses abstrakte Gebilde „Selbstzweifel“ in deinem Kopf wird nun greifbar. Formuliere nun jeden negativen Satz, der dort steht, in einen positiven um.

Also beispielsweise: „Ich bin unattraktiv, ich bin mir sicher er/sie mag mich nicht“ wird zu „Ich mag mich so wie ich bin und fühle mich wohl mit mir selbst, mit allen Ecken und Kanten!“. „Ich bin einfach nicht gut genug für diese Position“ wird zu „Ich habe die Fähigkeiten und Kompetenzen in dieser Position zu arbeiten!“

Du wirst anfangs einen Widerstand gegenüber den positiven Glaubenssätzen fühlen. Das ist normal. Deine Gedanken müssen erst lernen, sich mit deinem neuem Selbstbild zu identifizieren. Grundsätzlich gilt: Je größer der Widerstand gegenüber einer positiven Formulierung, desto größer der Schmerz, den wir mit diesem Glaubenssatz verbinden. Umgekehrt heißt das, das die Arbeit an diesem Glaubenssatz dafür sehr effektiv ist! Du wirst sehen: Mit der Zeit wird die Umformulierung negativer Glaubenssätze zur Gewohnheit werden und deine Gedankenmuster werden sich ins Positive umkehren, du wirst glücklicher werden! Sehr zu empfehlen ist hier das Buch "Befreie dich selbst! Über die Kunst, wahrhaftig zu leben.", welches viele Affirmationstexte beinhaltet.

Auch interessant:  Bauchgefühl: Auf die innere Stimme hören

6. Glaubenssätze aus der Kindheit aufbrechen

Uns werden oft schon in unserer Kindheit Regeln und Sprichwörter eingetrichtert, wie z.B.: „Bring das zueende, was du angefangen hast!“, "Das Leben ist kein Zuckerschlecken!“. In gewissen Situationen haben diese Sprichwörter ihre Berechtigung. Aber vielleicht hast du ein Studium oder eine Ausbildung begonnen, von der du merkst, dass sie überhaupt nicht deiner Leidenschaft und deinen persönlichen Zielen entspricht. Der Leitsatz „Bring das zu Ende, was du angefangen hast!“ wird dafür sorgen, unter Umständen viele Jahre deines Lebens zu verschwenden! Und wer sagt, dass das Leben kein Zuckerschlecken ist? Wenn du diesem Sprichwort glaubst und verinnerlichst, dass das Leben in erster Linie aus Mühsal und Anstrengung besteht, wirst du garantiert unglücklich.

Überlege, welche Glaubenssätze du von deinen Eltern übernommen hast und schreibe sie auf. Dann überlege, ob sie dir in deiner aktuellen Lebenssituation dienlich sind oder dich eher blockieren. Diejenigen, die dich eher behindern, formulierst du wie in unserer Übung ins Positive um! Hier empfehlen wir die Auflösung mittels der "Übung des Loslassens" von Phyllis Krystal.

7. Sich neuen Herausforderungen stellen

Dein Selbstvertrauen zu steigern, passiert nicht von heute auf morgen. Du selbst weißt am Besten, in welchen Bereichen du Unsicherheit verspürst und vor welchen Situationen du Angst hast. Stell dich diesen Herausforderungen. Das, wovor du dich am meisten fürchtest, wird dir auch das größte Selbstvertrauen verleihen. Du wirst dich großartig fühlen, wenn du Etwas geschafft hast, an das du am Anfang nicht geglaubt hast. Du wirst zurückblicken und dich daran erinnern, wie deine Innere Stimme dir sagte: „Das schaffst du niemals!“ „Du bist nicht der Typ dafür, andere können das besser. Versuch es lieber gar nicht“.

Doch nun stehst du da, du hast einfach angefangen, dich den Unsicherheiten gestellt und es getan. Je mehr du von solchen Erfahrungen machst, desto mehr wird das Gefühl, etwas schaffen zu können, zur Gewohnheit werden!

8. Sich nicht mit seinen Selbstzweifeln identifizieren

Personifiziere deine Selbstzweifel, stell sie dir als kleinen, mickrigen Typ vor, der dir permanent Lügen auftischt und etwas einreden will. Nimm dir vor, ihm einfach nicht zu glauben. Wenn dir jemand weismachen wollen würde, die Erde ist eine Scheibe, würdest du ihm glauben? Diese innere Abgrenzung hilft dir, dich nicht mit deinen Selbstzweifeln zu identifizieren sondern dich von ihnen abzugrenzen und Selbstvertrauen aufzubauen.

9.  Körperarbeit

Wenn du in einer bestimmten Situation mit deinen Selbstzweifeln und einer lähmenden Angst konfrontiert bist, konzentriere dich ganz bewusst auf deinen Körper. Wo spürst du den Druck, in deiner Brust, in deinem Kopf? Fokussiere dich auf das Gefühl in deinen Füßen, stell dir vor, sie sind tonnenschwer, wie sie dort auf dem Boden stehen. Selbstzweifel und die innere Erregung sind Elektrizität, Spannungen, die durch unseren Körper fließen. Unser Gehirn ist nicht in der Lage, den inneren Monolog sowie die körperliche Empfindung gleichzeitig wahrzunehmen. Indem du dich auf deine körperlichen Empfindungen konzentrierst, bringst du deine Energie auf den Boden und ein Gefühl der inneren Ruhe wird sich einstellen.

Fazit

Das waren neun praktische Techniken, mit denen du an deinen Selbstzweifeln arbeiten kannst und damit sind wir auch schon fast am Ende unseres Artikels angelangt. Ich empfehle dir, dich mit jeder Übung intensiv zu beschäftigen und auch Menschen in deinem Umfeld von deiner Arbeit an dir selbst zu erzählen. Es gibt keinen Grund, sich dafür zu schämen, im Gegenteil: Die körperliche und seelische Gesundheit, die sich aus einem wohlwollenden Umgang mit sich selbst speist ist die Essenz eines glücklichen Lebens und sollte für jeden relevant sein!

Wenn du deine Erfahrung zum Thema teilen möchtest, kannst du dies auch gerne in unserem Forum tun: https://gesundheit-koerper-seele.com/forum/

Abschließend bleibt zu sagen: Seine Selbstzweifel zu überwinden ist nichts, was von heute auf morgen geschieht. Es ist ein allmählicher und manchmal auch schwieriger Prozess. Vergesse nicht: Ehrliche Selbstreflexion führt zu Selbsterfahrung. Du wirst jedoch belohnt werden mit mehr Vertrauen in dich Selbst und dem erfüllenden Gefühl, das Beste aus dir zu machen.

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