Spermidin als Nahrungsergänzung für gesundes Altern

von Dr. Silvia Nold

Spermidin ist natürlicher Bestandteil unserer Körperzellen. Als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen, soll Spermidin die Gedächtnisleistung verbessern sowie Demenz und Herzerkrankungen vorbeugen. Wir klären auf, was wirklich dahintersteckt.

Hintergrund

Spermidin steht seit Jahren im Fokus zahlreicher medizinischer Forschergruppen. Seit Wissenschaftler nachwiesen, dass die Substanz bei vielen Organismen das Altern verlangsamt, wurde die Wirkung von Spermidin weitreichend untersucht. Auch im menschlichen Körper scheint Spermidin gegen bestimmte Alterserscheinungen und altersbedingte Erkrankungen zu wirken. Hinter dieser Wirkung steckt ein Prozess, den wir dir in diesem Artikel näher erklären möchten: die Autophagie. Diese zelluläre Selbstreinigung ist wichtig für zahlreiche Funktionen im menschlichen Körper und wird durch Spermidin angeregt.

Was ist Spermidin?

Spermidin findet man in jeder Zelle des Körpers. Ihren Namen hat die Substanz erhalten, weil sie erstmals in der Samenflüssigkeit entdeckt wurde. Spermidin gehört zu den Polyaminen. Verschiedene Polyamine sind im menschlichen Körper maßgeblich wichtig für zahlreiche zelluläre Prozesse. Diese Prozesse schützen zum Beispiel vor Zellschäden durch oxidativen Stress, ermöglichen problemlose Zellteilungen, erhalten die Zellfunktionen und stabilisieren das Erbgut der Zellen (1). Forscher fanden heraus, dass der Gehalt an Spermidin in den Körperzellen mit zunehmendem Lebensalter sinkt (2).

Deshalb untersuchten verschiedene wissenschaftliche Arbeitsgruppen, wie dieses Absinken zu Stande kommt und welchen Effekt Spermidin im Körper entfaltet. Forscher wie zum Beispiel der Biochemiker Univ.-Prof. Dr. Frank Madeo aus Graz zeigten bei Mäusen, Hefen, Fliegen und bestimmten Würmern, dass eine Zufuhr von Spermidin das Leben verlängert (3). Spannende Funktionen rund um das Altern erfüllt Spermidin auch beim Menschen (genaueres dazu folgt unten). Bei allen untersuchten Organismen scheint Spermidin dadurch zu wirken, dass es die Autophagie anregt.

Was ist Autophagie?

Die Autophagie oder Autophagozytose ist ein Selbstreinigungsprozess der Zellen. Entstehen im Körper Abfallstoffe, werden Proteine versehentlich falsch zusammengebaut oder gelangen Bakterien, Viren und Fremdstoffe in eine Zelle, läuft die Autophagie an. Durch diesen Prozess werden die nicht benötigten Stoffe oder die Krankheitserreger eingeschlossen und abgebaut.

Die Abbauprodukte werden zum Aufbau neuer körpereigener Stoffe oder zur Energiegewinnung verwendet. Die Autophagie ist so maßgeblich wichtig für zelluläre Prozesse, dass 2016 für die Aufklärung der genauen Autophagie-Abläufe der Nobelpreis für Medizin vergeben wurde (4). Die Autophagie lässt sich anregen, was zahlreiche positive Auswirkungen hat. Dafür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, die jeder Mensch umsetzen kann: Zum einen regt Fasten die Autophagie an. Zum anderen sorgt Spermidin als einzig bekannte natürliche, körpereigene Substanz dafür, dass die Autophagie angekurbelt wird (2, 3). Auch Sport und schwarzer Kaffee gehören zu den Anregern der Autophagie.

Die Wirkung von Spermidin

Die Autophagie ist essenziell für das Recycling und die Entsorgung von Zellmüll sowie für die Unterstützung der Immunabwehr (4). Es handelt sich um einen Selbstreinigungsprozess der Zellen, wodurch die Überlebensfähigkeit der Körperzellen gesichert wird. Ist die Aktivität der Autophagie vermindert, kann das zu verschiedenen Krankheiten wie Demenz und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen und möglicherweise auch die Entstehung von Diabetes und Krebs begünstigen.

Die positiven Wirkungen von Spermidin hängen damit zusammen, dass Spermidin die Autophagie anregt. So wirkt es allen Erkrankungen entgegen, deren Entstehung durch eine verminderte Autophagie-Aktivität begünstigt wird.

Spermidin zur Prävention von Demenz und Altersvergesslichkeit

Viele Menschen fürchten sich davor, im Alter unter Demenz zu leiden. Das ist verständlich. Denn Alzheimer und andere Arten der Demenz können nach und nach die Erinnerungen, die Fähigkeiten und die ganze Persönlichkeit eines Menschen dahinschwinden lassen. Verschiedene Möglichkeiten der Demenzprävention sind schon länger bekannt. Dazu gehören unter anderem regelmäßiger Sport, eine gesunde Ernährung (zum Beispiel die Mittelmeer-Diät), nicht zu rauchen und die Vorbeugung von Übergewicht und Bluthochdruck (5).

Einen ganz neuen Ansatz zur Vorbeugung einer späteren Demenz bietet die Autophagie. Eine reibungslos funktionierende „Müllabfuhr“ in der Zelle kann, so nehmen Forscher an, die Ablagerung falsch gefalteter Proteine verhindern. Diese werden bei der häufigsten Demenzform, Morbus Alzheimer, im Gehirn abgelagert und führen nach und nach zum Absterben von immer mehr Gehirnzellen. Auch die Altersvergesslichkeit und das Nachlassen der Gedächtnisleitung im Alter könnte mit der Autophagie zusammenhängen.

Erste Hinweise darauf fanden Forscher in der Fruchtfliege (6). Auch beim Menschen gibt es inzwischen vielversprechende Ergebnisse. Forscher der Berliner Charité konnten zeigen, dass Spermidin die Gedächtnisleistung verbessert (7). Ausführlichere Ergebnisse der Folgestudie „SmartAge“ werden im Herbst 2020 erwartet.

Spermidin unterstützt das Herz-Kreislauf-System

Herz-Kreislauf-Erkrankungen liegen hierzulande auf einem unrühmlichen Platz Eins auf der Liste der häufigsten Todesursachen. Mittlerweile häufen sich die Hinweise darauf, dass die Autophagie eine maßgebliche Rolle beim Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen spielt. Und damit rückt auch Spermidin als Autophagie-Induktor ins Zentrum der Forschungsaktivitäten. In Mäusen, so konnten Forscher zeigen, verlängert die Einnahme von Spermidin das Leben, verbessert die Herzfunktion, senkt einen erhöhten Blutdruck und verringert die Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (8, 9).

Bei Menschen könnte der Effekt ähnlich aussehen, zeigt unter anderem eine österreichische Ernährungsstudie (10). Für diese Untersuchung wurden die Ernährungsgewohnheiten der Teilnehmer 20 Jahre lang verfolgt. Die Auswertung der Daten zeigt: Wer sich spermidinreich ernährte, erlitt seltener Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen und hatte somit eine höhere Lebenserwartung als Personen mit spermidinarmen Ernährungsgewohnheiten.

Hilft Spermidin gegen Infekte und Viruserkrankungen?

Im April 2020, inmitten der Coronakrise, erschien eine spannende Vorab-Veröffentlichung von Virologen der Charité in Berlin (11). Bereits vorher war bekannt, dass einige Viren (darunter einige Coronaviren wie MERS und SARS) sich davor schützen können, in den Körperzellen erkannt und abgebaut zu werden. Dazu hemmen sie die Autophagie. Wird hingegen die Autophagie angeregt, bremst das die Vermehrung der Viren aus.

Auch beim neuen Coronavirus war das der Fall. In Laborversuchen verminderte Spermidin eine Infektion gesunder Zellen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 und hemmte die Virusvermehrung in befallenen Zellen. Eine Bestätigung dieser Zellkultur-Ergebnisse im Menschen steht noch aus. Die Studie zeigt aber ein mögliches zukünftiges Potenzial von Spermidin in der Vorbeugung und Bekämpfung von Viruserkrankungen wie Covid-19.

Sind Spermidin Präparate sinnvoll?

Spermidin können wir über die Nahrung zu uns nehmen. Allerdings sind die Lebensmittel, die besonders reich an Spermidin sind (in erster Linie sind das Weizenkeime) oft nicht Teil unseres gewöhnlichen Speiseplans. Weizenkeim-Extrakte als natürliche Spermidin-Quellen sind im Handel als Nahrungsergänzung erhältlich.

Spermidin in Lebensmitteln

Spermidin ist nur in wenigen Lebensmitteln in größeren Mengen enthalten. Den höchsten Gehalt findet man in Weizenkeimen (13). Ebenfalls reich an Spermidin sind Sojabohnen, Hartkäse, Pilze und verschiedene Gemüsesorten wie Brokkoli oder Erbsen (10). Weizenkeime kann man in gut sortierten Bioläden kaufen. Sie lassen sich ins Müsli, in Quarkspeisen oder in Smoothies mischen.

Weizenkeimöl hingegen enthält kaum Spermidin, da Spermidin nicht fettlöslich ist. Wer keine Weizenkeime verzehren möchte, der kann auch auf Nahrungsergänzungspräparate zurückgreifen, die einen natürlichen Weizenkeimextrakt enthalten. Dabei sollte man jedoch auf einige wichtige Dinge achten.

Das solltest du beim Kauf von Spermidin-Produkten beachten

Nahrungsergänzungsmittel mit Spermidin enthalten meist einen Extrakt aus Weizenkeimen. Produkte mit Sojabohnenextrakten sind ebenfalls im Handel erhältlich. Sie haben jedoch den Nachteil, dass Soja auch Phytoöstrogene enthält, deren Wirkung nicht bei jedem Menschen erwünscht ist. Zudem ist nicht auszuschließen, dass das in Soja enthaltene Methionin dem Spermidin entgegenwirkt, da Methionin als Autophagie-Blocker fungieren kann (14). Präparate mit Weizenkeim-Extrakt sind deshalb unserer Meinung nach zu bevorzugen.

Allerdings sind auch hier nicht alle Produkte zu empfehlen. Ideal sind Präparate, deren Spermidin-Gehalt auf der Packung angegeben ist und der vor allem auch stetig und nachvollziehbar kontrolliert wird. Denn im Gegensatz zu Arzneimitteln gibt es für Nahrungsergänzungsmittel weitaus weniger Vorschriften und Kontrollen. Dadurch gelangen immer wieder Produkte in den Handel, die nicht halten, was die Packung verspricht.

Wissenschaftlich getestetes Spermidin-Produkt: spermidineLIFE®

Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass Weizenkeimextrakt bzw. Spermidin beim Menschen Nebenwirkungen auslöst (7, 15, 16). Immerhin ist Spermidin ja auch eine Substanz, die von Natur aus in unserem Körper und in unserer Nahrung vorkommt. Wenn du ein Präparat mit einem garantierten Gehalt an Spermidin eines zuverlässigen Herstellers auswählst, ist die Einnahme sicher und gut verträglich. Lediglich Zöliakie-Betroffene sollten Weizenkeim-Extrakte lieber nicht einnehmen. Wir haben für dich das von Wissenschaftlern entwickelte und medizinisch kontrollierte Produkt spermidineLIFE genauer unter die Lupe genommen.

Was ist spermidineLIFE?

SpermidineLIFE entstammt einer über 10 Jahre dauernden Forschungsarbeit an der Karl-Franzens-Universität in Graz. Das Produkt wird in Österreich hergestellt. Unabhängige Kliniken und renommierte Universitäten haben spermidineLIFE bereits umfassend untersucht (15, 16, 17). Die Wirksamkeit und gute Verträglichkeit sind also nachgewiesen. Die Inhaltsstoffe von spermidineLIFE sind zu 100% pflanzlich und natürlich.

Enthalten ist nur Spermidin aus reinem Weizenkeimextrakt, ohne Zusatz von Farbstoffen, Zucker oder Lactose. Die Weizenkeime für dieses Produkt werden von zertifizierten Bauern aus Mitteleuropa bezogen, was uns im Sinne der Nachhaltigkeit und des hohen Qualitätsstandards sehr wichtig erscheint. Der Spermidingehalt ist standardisiert und wird stetig kontrolliert.

Eine Tagesdosis spermidineLIFE (zwei Kapseln) enthält 1 mg Spermidin.

Gerne empfehlen wir das von Forschern entwickelte Produkt SpermidineLife*.

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Quellenangaben

  1. Pegg AE. Functions of Polyamines in Mammals. J Biol Chem. 2016 Jul 15;291(29):14904-12.
  2. Eisenberg T, et al. Induction of autophagy by spermidine promotes longevity. Nat Cell Biol. 2009 Nov;11(11):1305-14.
  3. Madeo F, et al. Spermidine in health and disease. Science. 2018 Jan 26;359(6374).
  4. Lenzen-Schulte M., Zylka-Menhorn V. Autophagie: „Selbstverstümmelung“ als Überlebensstrategie. Dtsch Arztebl 2016, 113(40): A-1740 / B-1469 / C-1461.
  5. WHO (Hrsg.): Risk reduction of cognitive decline and dementia: WHO guidelines. Geneva: World Health Organization; 2019.
  6. Gupta VK, et al. Restoring polyamines protects from age-induced memory impairment in an autophagy-dependent manner. Nat Neurosci. 2013 Oct;16(10):1453-60. doi: 10.1038/nn.3512. Epub 2013 Sep 1.
  7. Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. „Gehirngesunde“ Ernährung: wie Essen vor Demenz schützen kann. (abgerufen 04/2020)
  8. Eisenberg T, et al. Cardioprotection and lifespan extension by the natural polyamine spermidine. Nat Med. 2016 Dec;22(12):1428-1438.
  9. Eisenberg T, et al. Dietary spermidine for lowering high blood pressure. Autophagy. 2017 Apr 3;13(4):767-769.
  10. Kiechl S, et al. Higher spermidine intake is linked to lower mortality: a prospective population-based study. Am J Clin Nutr. 2018 Aug 1;108(2):371-380.
  11. Gassen NC, et al. Analysis of SARS-CoV-2-controlled autophagy reveals spermidine, MK-2206, and niclosamide as putative antiviral therapeutics. Preprint. Posted April 15, 2020.
  12. Gassen NC, et al. SKP2 attenuates autophagy through Beclin1-ubiquitination and its inhibition reduces MERS-Coronavirus infection. Nat Commun. 2019 Dec 18;10(1):5770.
  13. Atiya Ali M, et al. Polyamines in foods: development of a food database. Food Nutr Res. 2011 Jan 14;55.
  14. Ruckenstuhl C, et al. Lifespan extension by methionine restriction requires autophagy-dependent vacuolar acidification. PLoS genetics, 2014, 10. Jg., Nr. 5.
  15. Wirth M, et al. The effect of spermidine on memory performance in older adults at risk for dementia: A randomized controlled trial. Cortex. 2018;109:181-188.
  16. Schwarz C, et al. Safety and tolerability of spermidine supplementation in mice and older adults with subjective cognitive decline. Aging (Albany NY) 2018, 10(1):19-33.
  17. Wirth M, et al. Effects of spermidine supplementation on cognition and biomarkers in older adults with subjective cognitive decline (SmartAge)-study protocol for a randomized controlled trial. Alzheimers Res Ther. 2019 May 1;11(1):36.

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Bildquellen

  • Spermidin Packung: TLL The Longevity Labs GmbH
Dr. Silvia Nold

Dr. Silvia Nold ist promovierte Biologin und hat eine abgeschlossene Ausbildung als pharmazeutisch-technische Assistentin mit Schwerpunkt Ernährungslehre. Sie war mehrere Jahre in der medizinischen Diagnostik tätig. Dr. Nold schreibt für Lanaprinzip Publishing LLC über Themen der Biologie, Medizin und Ernährung.