Ist Sport gesund oder ungesund? Einfluss von Sport auf die Gesundheit

von Redaktion GKS

Sport ist wichtig für die Gesundheit. Das weißt du gewiss. Allerdings heißt das nicht, dass jeder Mensch Sport machen sollte oder es nicht auch ein „Zuviel“ gibt. Hier erfährst du also, wann Sport tatsächlich gesund ist und wann eher nicht.

Ist Sport gesund oder ungesund?

Es gibt viele Menschen, die bis ins hohe Alter gesund und auch schlank sind, ohne jemals intensiven Sport getrieben zu haben. Daher stellt sich die Frage, ob die Bedeutung der sportlichen Bewegung für die Gesundheit nicht vielleicht im Allgemeinen überschätzt wird? Darauf gibt es auch eine eindeutige Antwort: Bewegung ist unverzichtbar für eine gute Gesundheit bis ins hohe Alter, das ist unbestritten.

Allerdings muss es sich dabei tatsächlich nicht um Sport handeln, sprich regelmäßiges Training oder sogar intensiven Leistungssport. Auch kommt es weniger auf die Art und Weise der Bewegung als auf ihre Regelmäßigkeit an. Somit lässt sich festhalten, dass es vor allem die Bewegung im Alltag ist, welche zahlreiche positive Effekte auf die Gesundheit mit sich bringt.

Zu den positiven Effekten von regelmäßiger Bewegung  auf die Gesundheit gehören zum Beispiel:

  • Das Herz wird trainiert.
  • Die Knochendichte nimmt zu.
  • Knorpel haben mehr Gelenkflüssigkeit und werden vor einer Abnutzung bewahrt.
  • Sehnen werden stabiler.
  • Ein Muskelabbau mit zunehmendem Lebensalter wird verhindert,
  • wodurch der Grundumsatz steigt und
  • das Risiko von Übergewicht sinkt.
  • Die Psyche wird stabiler und belastbarer.
  • Das Immunsystem wird gestärkt.

Dies sind nur einige Beispiele für viele positive Auswirkungen von Bewegung auf die psychische sowie physische Gesundheit. Umgekehrt lässt sich also sagen, dass Menschen, die sich zu wenig bewegen, ein höheres Risiko von Herzerkrankungen, Gelenkproblemen, Übergewicht oder psychischen Problemen haben – um ebenfalls nur einige von vielen möglichen Folgen zu nennen. Allerdings muss auch gesagt werden, dass „gesunder“ Sport ein zweischneidiges Schwert ist. Denn während moderate Bewegung das Immunsystem stärken kann, kann intensiver Sport dieses schwächen.

Wann ist Sport ungesund?

Sport kann dann problematisch werden, wenn durch die Bewegung, also den Sport oder das gezielte Training, eine intensive Belastung für den Körper entsteht oder eine, welche er nicht gewohnt ist. Denn dann muss der Körper viel Energie für die Regeneration aufbringen, die daraufhin dem Immunsystem fehlt. Sport kann für den Körper also extremen Stress bedeuten und vor allem, wenn danach nicht genügend Regenerationszeit eingehalten wird, kann dies den Körper schwächen. Es lässt sich daher nicht pauschal sagen, dass jeder Mensch so oft und intensiv wie möglich trainieren sollte. Stattdessen gilt es zwischen verschiedenen Fällen zu unterscheiden.

Erst einmal gibt es Personen, die insgesamt nicht für Sport im eigentlichen Sinne geeignet sind. Das gilt bei entsprechenden Erkrankungen, die sie in ihrer Bewegung einschränken. Wer also beispielsweise Arthrose hat, sollte das Gelenk nicht zusätzlich belasten oder wer unter Herzproblemen leidet, der darf sein Herz nicht zu großen Strapazen aussetzen. Wann immer also eine chronische Vorerkrankung besteht, ist es wichtig, erst einmal mit dem Arzt oder Therapeuten Rücksprache zu halten, ob ein Training möglich ist und wenn ja, in welcher Form sowie Intensität. Das bedeutet also nicht unbedingt, dass du überhaupt keinen Sport treiben darfst, nur musst du deine Bewegung eben an deine individuellen Gegebenheiten anpassen.

Dasselbe gilt, wenn du insgesamt zwar gesund bist, aber unter einer akuten Krankheit oder Verletzung leidest. Hast du zum Beispiel eine Grippe, ein Erkältung, eine Magen-Darm-Verstimmung, eine Bänderzerrung oder ähnliche gesundheitliche Probleme, musst du dein Training ebenfalls anpassen oder stilllegen, bis diese auskuriert sind. Ansonsten drohen bleibende Schäden am Bewegungsapparat oder gefährliche Folgeerkrankungen wie eine Herzmuskelentzündung, die in Extremfällen sogar tödlich enden kann. Nicht Sport treiben solltest du demnach, wenn du

  • krank bist oder warst und die Erkrankung noch nicht vollständig auskuriert ist. Im Zweifelsfall gilt: Den Arzt fragen oder lieber zu lange schonen als zu kurz.
  • eine Verletzung hast. In vielen Fällen sind dennoch einige Sportarten möglich, bei welchen der verletzte Bereich nicht belastet wird. Auch hier gilt es, im Einzelfall zu entscheiden.
  • (viel) zu wenig geschlafen hast, denn dann fehlt dem Körper die notwendige Energie und das Training geht erst recht zu Lasten des Immunsystems.
  • zu wenig gegessen hast, denn auch denn fehlt die Energie für das Training und es kann zu einem Nährstoffmangel kommen.
  • Anzeichen für eine nahende Infektion spürst, zum Beispiel Übelkeit, Zittern, Erschöpfung, Kreislaufprobleme, Schwitzen oder trockene Schleimhäute.

Sport ist also immer nur dann sinnvoll, wenn du dich fit fühlst und Rücksicht auf deinen Körper nimmst. Auch starke Hitze im Sommer oder extreme Minusgrade können Kontraindikationen sein.

Was ist beim „gesunden“ Sport zu beachten?

Und selbst, wenn du dich gesund fühlst, gilt beim Sport: Der Körper sollte gefordert, aber nicht überlastet werden. Es gilt also, die Belastung langsam und an den eigenen Gesundheits- und Trainingszustand angepasst zu steigern. Tatsächlich gibt es also auch ein „Zuviel“ beim Sport, worüber jedoch keine pauschalen Aussagen gemacht werden können. Jeder Mensch muss auf achtsame Weise selbst herausfinden, wie viel er leisten kann und wo seine Grenzen liegen.

Wichtig ist außerdem Abwechslung. Denn eine eintönige Bewegung bringt nur zu Beginn die gewünschten Effekte. Anschließend gewöhnt sich der Körper daran und es findet keine Weiterentwicklung mehr statt, sei es beim Muskelaufbau, der Kondition, der Koordination & Co. Die positiven Effekte bleiben also zunehmend aus, auch auf die Psyche. Stattdessen gilt es, den Körper immer wieder neuen Bewegungs- und Belastungsreizen auszusetzen. Dafür reicht es bereits aus, die Art und Weise der Bewegung zu verändern. Es ist beispielsweise sinnvoll, zweimal die Woche Krafttraining zu betreiben, einmal Cardio-Training und einmal in wechselnde Fitness-Kurse zu gehen.

Gesunder Sport bedeutet demnach auch, immer wieder neue Sportarten auszuprobieren. Die Auswahl ist schließlich riesig und reicht von Klassikern wie dem Fußballspielen oder Schwimmen bis hin zu modernen Trendsportarten. Einige davon halten sich sogar auf Dauer und werden selbst irgendwann zu Klassikern, wie das Yoga oder Zumba, die noch vor einigen Jahren einen „Hype“ erlebten und mittlerweile in beinahe jedem Fitnessstudio zu finden sind. Wer also Sport treiben möchte und Spaß daran hat, kann und sollte verschiedene Sportarten ausprobieren und beim Training auf Abwechslung achten.

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Bewegung und Gesundheit

Wer Sport treiben möchte, weil er Spaß daran hat oder gewisse Ziele wie einen Gewichtsverlust bzw. einen Muskelaufbau verfolgt, der kann mit den genannten Grundregeln durchaus gesund Sport treiben – sofern keine Kontraindikationen vorliegen. Doch für alle anderen Menschen, die keine Zeit oder keine Lust haben, um mehrmals pro Woche ein intensives Training zu absolvieren, gilt: Das ist kein Muss, um bis ins hohe Alter gesund zu bleiben.

Was aber ein Muss ist, ist ausreichend Bewegung. Es gilt dann also, in den Alltag so viel Bewegung wie möglich einzubauen, sei es das Fahrradfahren zur Arbeit, der Spaziergang mit dem Hund, das Treppenlaufen im Wohnhaus, das Toben mit den Kindern im Garten….

Das eigentliche Problem ist nämlich ein Bewegungsmangel, wie er bei vielen Menschen heutzutage besteht, vor allem in Bürojobs. Wichtig ist daher, auf ein ausreichendes Aktivitätsniveau zu achten. Sport kann dabei unterstützend zum Einsatz kommen, muss er aber nicht. Unterschieden wird bei den Bewegungsempfehlungen nämlich zwischen:

  1. Basisaktivitäten,
  2. gesundheitswirksamer körperlicher Aktivität und
  3. sportlichem Training.

Wer sein Aktivitätsniveau nur durch Basisaktivitäten erreichen will, muss demnach mehr Zeit aufwenden als Personen, die sportliches Training betreiben. Auch hier gilt aber: Eine gesunde Mischung ist die beste Lösung – natürlich stets abhängig von den eigenen zeitlichen sowie körperlichen Möglichkeiten. Wie hoch dieses Aktivitätsniveau sein sollte, hängt wiederum vom Alter der Person ab.

Wie viel soll ich mich bewegen?

Erwachsene sollten sich mindestens 150 Minuten pro Woche mit mittlerer oder 75 Minuten mit höherer Intensität bewegen. Mit zunehmendem Lebensalter werden muskelkräftigende Tätigkeiten oder Übungen wichtiger, um einem Muskelabbau entgegenzuwirken. Kinder sollten sich hingegen jeden Tag mindestens eine Stunde in mittlerer Intensität bewegen und ihre Koordination sowie Beweglichkeit trainieren. Zudem kann jeder Mensch individuelle Bedürfnisse haben, zum Beispiel die Stärkung des Rückens nach einem Bandscheibenvorfall.

Abschließend lässt sich also festhalten: Bewegung ist unverzichtbar für die Gesundheit, bedeutet aber nicht unbedingt Sport. Intensiver oder Leistungssport kann hingegen auch negative Effekte haben, abhängig von den individuellen Voraussetzungen. Er ist zudem nicht zwingend notwendig, um das eigene Aktivitätsniveau zu erreichen. Jeder Mensch sollte sich daher einen individuellen Plan erstellen, wann und in welcher Form er ausreichend Bewegung in seinen Alltag integriert – mit oder ohne Sport.

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Quellenangaben

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Bildquellen

  • Schriftzug Wie gesund ist Sport: kudla | Shutterstock.com
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