Stimmprobleme: Mit Stimmtraining entspannt sprechen

von Redaktion GKS

Der Hals fühlt sich an wie ein Reibeisen und die Stimme klingt auch so – oder ist ganz weg. Stimmprobleme wie dieses kennt fast jeder. Wir zeigen, was dahintersteckt und was bei Problemen mit der Stimme hilft.

Woher kommen Stimmprobleme?

Bleibt die Stimme plötzlich weg, ist die häufigste Ursache eine Erkältung, die sich auf Kehlkopf und Stimmbänder legt. Die Folge: Heiserkeit. Mitunter bleibt von der Stimme nur ein leises Flüstern übrig. Aber auch Mundtrockenheit – etwa bei Mundatmung durch einen Schnupfen – kann das Sprechen nachhaltig behindern, denn Speichel erlaubt auch ein freies Sprechen. Betroffene klagen bei einem trockenen Mund deshalb auch über Stimmprobleme, häufiges Räuspern und andere Beschwerden.

Probleme mit der Stimme können aber auch chronisch sein. Dann stecken oft Veränderungen an den Stimmbändern dahinter wie etwa Knötchen, Polypen oder gar ein Tumor. Diese Zubildungen erschweren das Sprechen und lassen den Redner heiser klingen. Auch eine Überlastung durch viel, sehr lautes oder falsches Sprechen oder Singen strapaziert die Stimme. Dann schwellen die Schleimhäute der Stimmbänder da an, wo sie am meisten gefordert werden. Wird die Stimme dann geschont, gehen die Beschwerden zurück. Eine dauerhafte Überlastung kann zu den sogenannten Sängerknötchen führen. Dann ist ein Stimmtraining unerlässlich.

Verändert sich die Stimme im Klang, wird höher, tiefer oder mitunter auch heiser, können hormonelle Veränderungen dahinter stecken. Die treten während der Schwangerschaft, in den Wechseljahren, aber auch bei Störungen des Hormonsystems, etwa der Schilddrüse, auf. Medikamente, zum Beispiel Antihistaminika, Antidepressiva oder die Pille können die Stimme ebenfalls beeinträchtigen. Sogar die Psyche kann sich durch Stimmprobleme bemerkbar machen. Nicht zuletzt können auch sehr trockene Raumluft oder Luftverschmutzungen die Stimmbänder reizen und zu Problemen mit der Stimme führen.

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Mit Stimmtraining Problemen begegnen

Die Stimme zu trainieren, kann einerseits vorhandene Stimmprobleme beheben und andererseits solchen Problemen vorbeugen. Dabei ist das Stimmtraining vor allem für all die Menschen besonders wichtig, die beruflich oft, viel und vielleicht auch recht laut sprechen oder singen – also beispielsweise für Sänger, Redner, Lehrer, Moderatoren in Radio und Fernsehen.
Wir stellen nachfolgend einige hilfreiche Übungen vor, die die Stimme schonen und so Stimmprobleme nachhaltig verbessern können.

Bei Stimmproblemen: natürlich sprechen

Wer seine Stimme verstellt, strapaziert sie unnötig, provoziert Stimmprobleme geradezu – und wirkt auf seine Zuhörer nicht authentisch. Doch wie findet man die eigene Tonlage? Ganz einfach: Ein entspanntes „mmmh“ zeigt den Grundton an, um den die Stimme des Sprechers schwingt. Dieser Grundton lässt sich einfach und überall trainieren. So kann der Sprecher später mit dieser kleinen Übung seine natürliche Stimmlage jederzeit wieder einpendeln.

Gähnen: Stimme entspannen

Gähnen entspannt den Teil der Muskulatur, der an der Stimmbildung beteiligt ist. Wer also einige Male ganz bewusst, tief und herzhaft gähnt, hilft seiner Stimme. So entstehen Stimmprobleme gar nicht erst und die Stimme bleibt klar.

Locker bleiben: Stimmtraining für Vielsprecher

Der Körper ist der Resonanzraum des Sprechers – und der schwingt umso freier und besser, je entspannter er ist. Die Stimme hat bei lockerndem Stimmtraining also weniger Mühe für denselben Effekt. Besonders wichtig: lockere Schultern. Die entspannen sich, indem man sie nach oben zieht, für zwei bis drei Sekunden oben hält und dann bewusst mit dem Ausatmen fallen lässt. Schon wenige Wiederholungen helfen hier deutlich.

Mit einem Korken die Stimme trainieren

Für diese Übung wird ein Korken zwischen den Schneidezähnen des Sprechers platziert. So liest er oder sie einen kurzen Text laut und zudem möglichst deutlich vor. Der Schlüssel dieser Übung ist das Bemühen um die klare Aussprache. Wer den Text danach noch einmal ohne Korken laut liest, stellt fest: Die Stimme ist entspannt und die Aussprache deutlich. Das erspart dem Sprecher, unnötig laut zu reden. Oft meint „lauter bitte“ nämlich eigentlich „deutlicher bitte“.

Pssssst: Kraft aus dem Bauch heraus

Eine gute Bauchatmung unterstützt die Stimme. Bei Stimmproblemen ist sie daher besonders wichtig. Im ersten Schritt strömt der Atem beim Stehen bewusst in den Bauch. Die flache, aufgelegte Hand spürt der sich hebenden und senkenden Bauchdecke nach. Im zweiten Schritt aktiviert ein kräftiges „Pssst“, als ob wir jemanden auf etwas hinweisen wollten, die Bauchatmung. Wer die Gegenprobe machen möchte: Ohne Bauchatmung fällt das „Pssst“ deutlich dünner aus.

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Quellenangabe

  1. Richter B. Wenn die Stimme versagt : Medizinische Probleme beim Sprechen und Singen. MMW Fortschr Med. 2011 Nov;153(43):39-42.
  2. Fuchs M. Landmarks of physiological development of the voice in childhood and adolescense (Part 1). Laryngorhinootologie. 2008 Jan;87(1):10-6. German.
  3. Lembke S, Freund H. Effect of hormonal contraceptives on the voice. Z Arztl Fortbild (Jena). 1990;84(1-2):47-9. Review. German
  4. Arnold G. Über Physiologie, Pathologie und Therapie der Stimme und Sprache. Wien Med Wochenschr. 1946 May 1;96(18-19):137-42. Undetermined Language.
  5. Im Internet: https://www.apotheken-umschau.de/heiserkeit Stand: 15.05.2020
  6. Im Internet: https://www.netdoktor.de/symptome/heiserkeit/ Stand: 15.05.2020
  7. Im Internet: https://www.bildungsraum.at/stimmtraining/ Stand: 15.05.2020

 

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Bildquellen

  • Schriftzug Hilfe bei Stimmproblemen: Albina Glisic | Shutterstock.com
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