Zahnimplantat: Voraussetzung, Behandlung, Vor- und Nachteile

Ein Zahnimplantat sitzt fest im Kieferknochen und funktioniert wie eine künstliche Zahnwurzel. Hier erfährst du alles über Vor- und Nachteile dieses Zahnersatzes.

Fragen und Antworten zum Thema Zahnimplantate

Das Zahnimplantat gilt als die modernste und hochwertigste Art des Zahnersatzes. In Deutschland werden jährlich inzwischen rund 1,3 Millionen Implantate eingesetzt (1). Implantate verankern einen Zahnersatz (Krone, Brücke oder Prothese) fest im Kieferknochen und fungieren auf diese Weise als eine künstliche Zahnwurzel. Das hat eine ganze Reihe von Vorteilen, aber der Einsatz von Implantaten hat auch Grenzen. Hier erfährst du mehr über die Vorteile, Nachteile und den Ablauf beim Einsetzen von Zahnimplantaten.

Zahnimplantat – Voraussetzungen, Behandlungsablauf - Interview Dr. Jörg Hannesschläger

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Was ist ein Zahnimplantat?

Gesunde Zähne sitzen mit ihrer Wurzel im Kieferknochen. Ein Zahnimplantat ahmt diese Situation nach. Das Implantat, das entweder aus Titan, Keramik oder einem Gemisch aus beiden besteht, wird in den Kieferknochen eingebracht. Darauf können Zahnkronen, Zahnbrücken oder Prothesen befestigt werden. Das Zahnimplantat besteht meist aus drei Komponenten: Der Implantatkörper, also das eigentliche Implantat, wird in den Kieferknochen eingeschraubt. Darauf wird ein kleines Zwischenstück, der Implantataufbau (oder Abutment) befestigt. Dieses dient als Verankerung für die sogenannte Suprakonstruktion, also den Zahnersatz ( Zahnkrone, Brücke oder Prothese). In manchen Fällen kann ein Implantat auch etwas anders aussehen, abhängig vom geplanten Einsatz.

Was kostet ein Zahnimplantat?

Hier lässt sich keine allgemein gültige Aussage treffen. Der Preis für ein Implantat setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen:

  • Ausgangssituation und aktuelle Probleme
  • Art des eingesetzten Implantats
  • Qualität des gewählten Implantats (Hier gibt es große Unterschiede bei der Lebensdauer und den Garantie-Angeboten)
  • Behandlungsdauer (mit oder ohne Komplikationen)

Wie schmerzhaft ist ein Zahnimplantat bzw. die Behandlung?

  • Die Behandlung ist schmerzfrei, da Lokalanästhetika dafür sorgen, dass die zu behandelnden Bereiche betäubt sind. Natürlich spürt man die starke Vibration beim Einsatz der Instrumente. Hast du Angst vor Schmerzen oder generelle Angst vor dem Zahnarzt, dann sprich das in deiner Zahnarztpraxis an. Es gibt hier verschiedene Lösungen, dich hierbei zu unterstützen.
  • Während der Einheilungsphase kann es zu Druck- und Fremdkörpergefühlen kommen.
  • Bei einer komplikationsfreien Behandlung kommt es nach der Einheilungsphase zu keinen Schmerzen mehr.

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Zahnimplantat: Vorteile, Nachteile und Alternativen

Beim Kauen entsteht ein stetiger Druck und Zug auf den Zahnhalteapparat, der mit dem Knochen verbunden ist. Dieser mechanische Reiz regt den Kieferknochen dazu an, sich stetig zu regenerieren und neue Knochensubstanz zu bilden. Fehlt der Reiz, bildet sich der Knochen mit der Zeit zurück. Das ist das Problem bei Zahnersatz, der nicht mit dem Knochen verbunden ist. Ein großer Vorteil der Implantate ist deshalb die feste Verbindung mit dem Kieferknochen. Zahnimplantate haben noch weitere Vorteile, aber der Einsatz hat auch Grenzen. Im Folgenden findest du die wichtigsten Vor- und Nachteile von Implantaten aufgelistet.

Vorteile von Zahnimplantaten

  • Feste Verankerung im Kiefer, dadurch Anregung der Knochenneubildung
  • Fester Sitz des Zahnersatzes ohne Wackeln oder Drücken
  • Natürliches Gefühl, fast wie eigene Zähne
  • Gesunde Nachbarzähne bleiben erhalten
  • Sehr gute Kau-, Biss- und Sprechfähigkeit
  • Optisch gutes Ergebnis (von echten Zähnen kaum zu unterscheiden)
  • Es kommt in der Regel kaum zu Druckstellen durch den Zahnersatz.

Nachteile und Risiken von Zahnimplantaten

  • Es sind operative Eingriffe nötig, um das Zahnimplantat einzusetzen.
  • In seltenen Fällen kann es zu Komplikationen oder zu einem Fremdkörpergefühl kommen.
  • Es ist eine sehr gute Zahnhygiene nötig, damit das Implantat langfristig erhalten bleibt.
  • Das Implantat kann sich lockern oder von einer Entzündung (Periimplantitis) betroffen sein. Dadurch können Reparaturen, Neuanfertigen und weitere Eingriffe nötig werden.
  • Die Kosten sind hoch, da sich Diagnostik, aufwändige Planung, vorbereitende Maßnahmen, hochwertiges Material und die chirurgischen Eingriffe summieren.
  • Ist kein ausreichender Kieferknochen vorhanden, muss eine Alternative gewählt werden oder der Knochen wieder aufgebaut werden.
  • Die Behandlung dauert mehrere Monate, da eine Einheilphase nötig ist (siehe unten).

Alternativen zum Zahnimplantat

Es gibt verschiedene Gründe, warum ein Zahnimplantat nicht in Frage kommt. Vielleicht ist kein ausreichendes Knochenmaterial im Kiefer vorhanden, die Kosten sind zu hoch oder es ist kein Eingriff gewünscht. In diesem Fall gibt es immer auch Alternativen, die ohne Implantat auskommen. Am häufigsten sind das Prothesen, Zahnkronen und Zahnbrücken.

  • Prothese: Prothesen können mehrere fehlende Zähne ersetzen oder einen komplett zahnlosen Kiefer versorgen. Sie sind kostengünstig, haben aber den Nachteil, dass sie in manchen Fällen drücken oder rutschen können. Sie üben keinen Druck auf den Kieferknochen aus, sodass es mit der Zeit zu einem Knochenabbau kommen kann.
  • Zahnbrücke: Eine herkömmliche Brücke wird an den Nachbarzähnen verankert. Das hat den Nachteil, dass gesunde Zähne abgeschliffen werden müssen und dadurch Zahnsubstanz verloren geht. Auch hier entsteht kein Druck auf den Kieferknochen, was zu Knochenabbau führen kann. Der Vorteil sind die vergleichsweise geringeren Kosten. Zudem sitzen Brücken in der Regel sehr fest und beeinträchtigen weder das Kauen und Sprechen noch das Aussehen.
  • Zahnkrone: Eine Zahnkrone ersetzt einen einzelnen Zahn. Dabei muss die Zahnwurzel noch gesund sein und fest im Kiefer sitzen. Die Krone wird darauf verankert. Mit einem Zahnimplantat ersetzt man einzelne Zähne meist dann, wenn der komplette Zahn gezogen werden muss.
  • Wurzelbehandlung: Nicht immer muss ein Zahn gezogen und durch ein Zahnimplantat ersetzt werden. In manchen Fällen lässt sich der Zahn durch eine Wurzelbehandlung auch langfristig erhalten (2).

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Zahnimplantat einsetzen: Ablauf der Behandlung

Bis das Implantat eingesetzt, verheilt, mit Zahnersatz versorgt und voll belastbar ist, vergehen mehrere Monate. Hier erfährst du, welche Schritte dabei nötig sind und wie die Behandlung abläuft.

Welche Schritte sind beim Zahnimplantat notwendig?

Eine Versorgung mit einem Implantat verläuft in der Regel in mehreren Schritten. Dabei unterscheidet man die folgenden Implantate:

  • Zweiphasige Implantate (geschlossene Einheilung): In einer ersten Operation wird das Implantat unter örtlicher Betäubung in den Kiefer eingesetzt, das Zahnfleisch wird vernäht. Nach der vollständigen Abheilung legt der Zahnarzt das Zahnimplantat durch einen kleinen Schnitt wieder frei und passt den Zahnersatz an.
  • Einphasige Implantate (offene Einheilung): Einphasige Implantate ragen während der Heilungsphase aus dem Zahnfleisch heraus. Dadurch ist kein zweiter Eingriff nötig.
  • Sofortimplantate, Schnellimplantate: Diese Implantate werden eingesetzt und direkt mit Zahnersatz versorgt. Das hat den Vorteil, dass es schneller geht und weniger Schritte nötig sind. Allerdings entfällt die wichtige Einheilphase (siehe unten), was besonders im Oberkiefer, der einen dünneren Kieferknochen besitzt, problematisch sein kann.

Damit ein Implantat eingesetzt werden kann, muss ausreichend Kieferknochen vorhanden sein. Hat sich der Knochen zurückgebildet, kann er unter Umständen wieder operativ aufgebaut werden. Für den Knochenaufbau ist ein weiterer Eingriff und eine anschließende Heilungsphase erforderlich.

Wie lange muss ein Implantat einheilen?

Bis ein Zahnimplantat endgültig mit Zahnersatz versorgt werden kann, dauert es mehrere Monate. Diese sogenannte Einheilphase ist sehr wichtig. Damit ein Implantat seine Funktion als künstliche Zahnwurzel erfüllen kann, muss es fest mit dem Kieferknochen verbunden sein. Während der Einheilphase umhüllt lebendes Knochengewebe das Implantat und verankert es fest im Kiefer. Dieser Prozess wird Osseointegration genannt.

Wartet man diese Zeit nicht ab, ist das Zahnimplantat unter Umständen nicht langfristig stabil. Wird es zu früh voll belastet, kann es schlimmstenfalls zum Verlust des Implantats kommen.

Planung mit modernen 3D-Methoden sind zu bevorzugen

Ein Zahnimplantat muss aufwändig geplant werden. Wichtig ist, dass die Dicke des Kieferknochens berücksichtigt wird und vorab die Lage, der Winkel und die Größe des Implantats bestimmt werden. Zudem soll das Zahnimplantat nicht zu nah an sensiblen Strukturen wie Blutgefäßen, Nerven oder den Nebenhöhlen liegen. Auch der Zahnersatz muss ideal zum Implantat und zu den Nachbarzähnen passen. Bei der Planung und Fertigung von Implantaten und dem Zahnersatz kommen heute immer öfter moderne 3D-Methoden zum Einsatz.

Vorteile 3D-Röntgen (Digitale Volumentomographie / DVT) beim Zahnarzt - Interview Dr. Hannesschläger

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Bei der Planung geben 3D-Methoden dem Zahnarzt die Möglichkeit, vorab am Computer die Lage des Implantats zu simulieren und optimal auszurichten. Das ist kein Muss und nicht jede Praxis verfügt über diese Technik. Doch gerade bei sehr komplexen oder schwierigen Implantationen sind 3D-Methoden von Vorteil.

Nach der Behandlung: Das solltest du beachten

Es gibt einiges, was du selbst zur Behandlung beitragen kannst. Die folgenden Tipps helfen, damit deine Implantate lange halten und es nicht zu Komplikationen kommt.

  • Zahnärztlichen Rat beachten: Direkt nach dem Einsetzen gibt dir dein Zahnarzt Tipps mit auf den Weg, die du beachten solltest. Dazu gehört, dass du dich etwa zwei Wochen nach dem Einsetzen nicht anstrengen sollst. In den ersten Tagen ist auch heiß baden oder Sauna gehen nicht empfohlen. Die Wunden müssen vorsichtig gereinigt werden und harte Lebensmittel dürfen die operierten Stellen nicht verletzen.
  • Besonders penible Mundhygiene: Wichtig ist eine optimale Mundhygiene, vor allem auch in den Zahnzwischenräumen. Dadurch lässt sich eine Periimplantatitis (Entzündung des Implantats) vorbeugen. Ist auf den Implantaten ein herausnehmbarer Zahnersatz verankert, muss dieser ebenfalls regelmäßig und gründlich gereinigt werden.
  • Kontrolluntersuchungen: Nimm alle Termine zur Kontrolle und Nachsorge wahr. So können mögliche Probleme sofort erkannt werden.
  • Wundheilung verbessern: Ein gutes Immunsystem verbessert die Wundheilung. Bewegung, gesunde vitaminreiche Ernährung sowie wenig Stress / Entspannungstechniken bilden eine gute Grundlage.

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Über den Autor Dr. med. Jörg Hannesschläger

Portrait von Zahnarzt Dr. Jörg Hannesschläger aus Klagenfurt

Dr. Jörg Hannesschläger ist ein außergewöhnlicher Zahnarzt aus Klagenfurt am Wörthersee in Österreich. Neben der chirurgischen und wiederherstellenden Zahnmedizin ist er Spezialist für hochwertige Implantate sowie der Korrektur von Zahnfehlstellungen durch die „unsichtbare“ Zahnspange. Für Dr. Hannesschläger stehen ganzheitliche persönliche Beratung und die Arbeit mit neuesten medizinischen Techniken an oberster Stelle. Sehr viel Wert legen er und sein Team auch auf die schonende und nachhaltige Zahnprophylaxe sowie die Behandlung von Parodontitis. Seine zahnmedizinischen Leistungen und die Wohlfühlatmosphäre machen ihn weit über die Grenzen Kärntens hinaus bekannt. Hier findest du seine besten Tipps zum Thema Zahnmedizin.

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Quellenangaben

  1. Barbara Ritzert. Zahnimplantate zunehmend erste Wahl: 1,3 Millionen werden in Deutschland pro Jahr eingepflanzt. Pressemitteilung Deutsche Gesellschaft für Implantologie im Zahn-, Mund- und Kieferbereich e. V., 2018.
  2. Deutsche Gesellschaft für Endodontie. Wurzelkanalbehandlung oder doch besser ein Implantat? (PDF)
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Bildquellen

  • Portrait von Dr. Jörg Hannesschläger: Dr. Jörg Hannesschläger
  • Frau mit Zahnimplantat Modell: aslysun | Shutterstock.com
Dr. med. Jörg Hannesschläger

Dr. med. Jörg Hannesschläger ist Zahnarzt in Klagenfurt am Wörthersee. Neben der chirurgischen und wiederherstellenden Zahnmedizin ist er Spezialist für hochwertige Implantate sowie der Korrektur von Zahnfehlstellungen. Dr. Hannesschläger schreibt für Lanaprinzip Publishing e.U. über Themen der Zahnmedizin, Mundhygiene und Kieferorthopädie.