Zahnpflege – Die wichtigsten Tipps zur Mundhygiene

Ein gesundes Gebiss bringt viel mehr, als nur ein schönes Lächeln. Allein das Essen ist mit gesunden Zähnen ein doppelter Genuss. Schlechte Zähne sowie Entzündungen im Mund und Kiefer können auch weitreichende Beschwerden im Organismus verursachen. Nicht zuletzt die hohen Kosten einer Zahnbehandlung sollten ein weiterer Grund sein, sich über das Thema Zahnreinigung gründlich zu informieren. Wir zeigen dir, worauf du bei der Zahnpflege wirklich achten musst.

Wieso ist Zahnpflege wichtig?

Die richtige Zahnpflege schon in jungen Jahren kann vor hohen Zahnarztkosten im Alter bewahren. So lässt sich beispielsweise Parodontitis durch die richtige Zahnpflege vermeiden. Nach dem Aufstehen morgens werden die Zähne geputzt und natürlich auch vor dem zu Bett gehen. Das sind Dinge, die werden uns von Kindheit an beigebracht – und bei den meisten Menschen bleiben diese Angewohnheiten ein Leben lang erhalten. Aber wie kann es dann sein, dass es trotzdem so viele Fälle von Zahnerkrankungen hierzulande gibt? Machen wir essenzielle Fehler bei der Zahnpflege oder kann man seine Zähne einfach gar nicht wirklich gesund erhalten?

Zahnerkrankungen in Deutschland – eine der meist verbreiteten Krankheiten überhaupt

Der jährliche Kontrolle beim Zahnarzt ist wichtig und wird in Deutschland von den Krankenkassen zur Gänze übernommen und sogar belohnt. Denn wenn es wirklich einmal zu einem Zahnverlust kommt, wird die Leistung der Krankenkasse bei regelmäßiger Wahrnehmung der Vorsorgetermine erhöht. Auf 20 Prozent der Kosten steigt der Übernahmebetrag, wenn in den letzten fünf Jahren das Bonusheft geführt worden ist (Stand März 2020).

Hast du dir sogar für die letzten zehn Jahre die Stempel für die regelmäßige Wahrnehmung der Vorsorgeuntersuchung abgeholt, steigt der Kostenübernahmeanteil sogar auf 30 Prozent. Das ist natürlich immer noch nur ein Bruchteil der Kosten, der tatsächlich entstehen – am Ende macht es sich bei dem zu tragenden Eigenanteil aber doch bemerkbar. Dabei ist Zahnersatz ein breit gefächertes Thema – wer hier einmal betroffen war, weiß, dass eine große Anzahl an Möglichkeiten zur Verfügung stehen, die allesamt gutes Geld kosten.

Karies sorgt für eine Menge Behandlungsbedarf jedes Jahr

Statistiken belegen, dass allein im Jahr 2017 23 Prozent aller Personen, die einen Zahnarzt aufgesucht haben, besondere Behandlungen im Zusammenhang mit Füllungen benötigten. 22,6 Prozent aller Patienten beim Zahnarzt benötigten sogar schon eine zweiflächige Füllung, was auf ein besonders tiefes, zu behandelndes Loch hinweist. 2017 wurde rund 1/5 aller Deutschen wegen Karies behandelt.

Eine Zahnfüllung ist dann notwendig, wenn ein Teil der Zahnsubstanz – zum Beispiel bei einer Kariesbehandlung – nicht mehr vorhanden ist oder durch den Zahnarzt abgetragen werden musste. Es gibt verschiedene Formen der Zahnfüllung, aber alle stellen den Zahn soweit wieder her, dass ein normales Kauen möglich ist.

Parodontitis macht sich vor allem im Alter bemerkbar

Parodontitis gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen weltweit. Es ist eine bakteriell bedingte Entzündung des Zahnfleisches, die zu einer weitgehend irreversiblen Zerstörung des Zahnhalteapparates führen kann. Diese Zahnerkrankung ist darüber hinaus so tückisch, weil ihre Anfänge oftmals gar nicht oder nur kaum zu erkennen sind. Denn Parodontitis beginnt in jungen Jahren mit einfachen Zahnfleischentzündungen – kann im Alter aber zu erheblichem Zahnverlust führen. Senioren verlieren in der Regel mehr Zähne durch Parodontitis und damit einhergehendem Zahnfleischrückgang, als durch Karies. Dabei sind beide Erkrankungen bei einer guten Zahnpflege vermeidbar. Interessant zu wissen: Diabetiker haben ein erhöhtes Risiko an Parodontitis zu erkranken.

Zahnpflege-Mythen – Worauf du achten solltest

Es gibt zahlreiche Informationen und Weisheiten rund um die richtige Zahnpflege, die uns im Laufe der Jahre und Jahrzehnte mit auf den Weg gegeben wurden und die immer mal wieder umgeworfen worden sind. Der neueste Stand der Wissenschaft, so scheint es, ist oftmals nur für die nächsten Jahre wirklich aktuell. Dann stehen schon wieder neue Informationen und neue Innovationen in Sachen Zahncremes und Zahnbürsten bereit.

Dabei gibt es eine ganze Reihe von Dingen, die von Experten schon über viele Jahre hinweg proklamiert wurden – die sich bis heute nicht geändert haben. Andere Dinge hingegen, vor allem gern genutzte Werbeweisheiten, sind heute längst als Mythen enttarnt. Wir wollen an dieser Stelle einmal einige solcher Mythen aufzeigen und parallel dazu zeigen, wie es mit der Zahnpflege optimal klappt.

Die Zahnpasta, die die Zähne weißer macht

Sie werden seit Jahren immer mal wieder gern beworben – die Zahncremes, die deine Zähne in einem ganz besonders reinen Weiß erstrahlen lassen. Das soll an kleinen Farbpartikeln liegen, die in der Zahnpaste enthalten sind. Oder in anderen Fällen an der Aktivkohle, die hier in der schwarzen Zahnpasta zu finden ist.

Wirklich bewiesen ist keine diese Behauptungen. Sehr wohl aber bewiesen ist, dass die meisten Zahncremes, die deine Zähne heller machen sollen, mit kleinen Abriebpartikeln daherkommen, die deine Zähne zusätzlich polieren sollen. Diese sorgen aber auch für einen stärkeren Abrieb des Zahnschmelzes und können deine Zähne daher nachhaltig schädigen. Anders sieht das bei Zahncreme mit Aktivkohle aus. Die schwarze Creme hat keine dieser schädigenden Inhaltsstoffe. Ob sie die Zähne wirklich heller macht, ist allerdings dennoch fraglich.

Die Zähne müssen nach dem Essen geputzt werden

Es mag eigenartig anmuten, aber die beste Zeit zum Zähne putzen ist nicht direkt nach dem Essen. Denn durch die Nahrungsaufnahme werden Säuren gebildet, die teilweise den Zahnschmelz und die hier enthaltenen Mineralien angreifen oder diese weicher machen. Putzt du nun direkt nach dem Essen die Zähne, wenn der Zahnschmelz durch die vorhandene Säure noch angegriffen und relativ weich ist, kann das zu Abtragungen von Mineralien im Zahnschmelz führen.

Du trägst durch das Putzen der Zähne den Zahnschmelz quasi ab, was sich auf Dauer eher negativ als positiv auswirken würde. Aus diesem Grund empfehlen Experten, zwischen der letzten Mahlzeit und dem Zähneputzen rund 30 Minuten vergehen zu lassen.

Mit einer elektrischen Zahnbürste putzt du gründlicher als mit einer Handbürste

Das subjektive Gefühl mag oftmals da sein. Allein, es liegt daran, dass du dann mit der Handbürste nicht richtig geputzt hast. Oder es ist wirklich nur ein Gefühl. Denn der Effekt der Zahnreinigung ist bei einer elektrischen Zahnbürste letztlich der Gleiche, wie bei einer Handbürste – solange du die Handzahnbürste richtig anwendest.

Richtig anwenden heißt in dem Fall die Bürste in einem 45 Grade Winkel anlegen und dann den Zahn von oben nach unten mit der Bürste entlangrütteln. Der Innenbereich der Zähne muss hingegen von unten nach oben quasi ausgewischt werden, sodass die Bakterien sich hier nicht im hinteren Rachen ansammeln können, sondern wirklich entfernt werden.

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Wichtige Tipps zum Thema Zahnpflege

Richtiges Zähneputzen – Die Technik

Den Ratschlag „Immer von Rot nach Weiß putzen“ kennen wir alle. Diese Technik ist prinzipiell auch gut, weil sie vor allem auch das Zahnfleisch miteinbezieht und grundsätzlich die Zähne gut reinigt. Dennoch muss man dabei Folgendes beachten:

An den Übergängen zwischen Zahnfleisch und Zahn bleiben dünne Plaqueränder bestehen. Diese müssen zusätzlich entfernt werden, um Zahnfleischentzündungen vorzubeugen. Dabei setzt man die Zahnbürste so an, dass die eine Hälfte der Borsten am Zahn und die andere am Zahnfleisch aufliegt. Die Bürste wird leicht schräg zum Zahnfleisch gehalten. Nun übt man unter sanftem Druck leichte Rüttelbewegungen aus, indem man die Zahnbürste ganz wenig hin- und herbewegt. So reinigt man Zahn für Zahn. Auch an den Kauflächen kann mit der Rüttel-Technik geputzt werden.

Eine weitere Methode ist die Rotationstechnik. Durch das kreisende Putzen von Zahnfleisch und Zähnen kann Plaque am gesamten Zahnhals und zwischen den Zähnen gut entfernt werden. Außerdem wird dabei das Zahnfleisch gut massiert. Beim Putzen der Hinterflächen von Schneide- und Eckzähnen den Zahnbürstenkopf am besten senkrecht halten.

Der richtige Putzdruck ist außerdem ein wichtiger Punkt. Die meisten putzbedingten Schäden an Zahnschmelz und Zahnfleisch entstehen durch zu kräftiges Bürsten mit zu harten Zahnbürsten. Verwende mittelharte Bürsten (bei Parodontitis weiche) und übe beim Putzen nur leichten bis mittleren Druck aus. Um mit einer weichen Bürste effektiv Plaque zu entfernen, muss man jedoch entsprechend länger putzen.

Wie oft und wie lange soll ich die Zähne putzen?

Putze deine Zähne mindestens zweimal am Tag, morgens und abends. Dafür nimm dir jeweils drei Minuten Zeit. Dann hast du in der Regel alle Stellen im Mund erreicht, die geputzt werden müssen. Mit einer weichen Zahnbürste hänge noch eine Minute dran.

Wie sollte die Zahnbürste gereinigt werden?

Halte die Zahnbürste nach dem Putzen unter fließendes heißes Wasser, so spülst du die Bakterien ab. Stelle sdie Bürste dann zum Trocknen in einen Becher. Optimal ist es, wenn du sie einmal in der Woche für eine Minute in 3%-iges Wasserstoffperoxid (billig in jeder Apotheke erhältlich) tauchst. Das eliminiert die Bakterien zusätzlich.

Wie oft soll die Zahnbürste gewechselt werden?

Auch bei richtiger Reinigung der Zahnbürste sollte diese alle 6 – 8 Wochen gewechselt werden. Nach dieser Zeit haben sich in den Borsten Bakterien abgesetzt, die man danach bei jedem Putzen wieder auf die Zähne aufträgt. Auch die Putzleistung der Borsten lässt mit der Zeit nach. Interdentalbürsten sollten bereits nach 2 Wochen ausgewechselt werden.

Wichtig: Nach Infektionen im Mundraum, aber auch nach allgemeinen Infekten sollte man die Zahnbürste immer sofort auswechseln, denn diese ist mit den Erregern kontaminiert.

Soll man Mundspülung benutzen?

Viele herkömmliche Mundspülungen irritieren die gesunde Mundflora. Das heißt, sie schwächen wichtige Bakterien, die natürlicherweise im Mund vorkommen und gegen Karies und Krankheitserreger schützen. Wenn man also Mundwasser verwenden möchte, dann zahlt es sich aus, im Bioladen oder in der Apotheke nach natürlichen Mundspülungen zu fragen, die das gesunde Milieu im Mund nicht gefährden. Wir selbst verwenden die folgenden Produkte (Zahnpasta und Mundspülung):

Letzte Aktualisierung am 4.12.2020 / Affiliate Links / Anzeige / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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Muss ich Zahnseide benutzen?

Ja, auf jeden Fall! Damit reinigst du die Zahnzwischenräume, wo du mit der Zahnbürste nur unzureichend hinkommst. Dies ist eine gute Vorsorge gegen Parodontose.

Wie wende ich Zahnseide richtig an?

Nimm ein ca. 40 cm langes Stück Zahnseide und wickle die Enden um die Mittelfinger oder Zeigefinger, sodass zwischen den Händen ca. 10 cm Faden übrig bleibt. Die gespannte Zahnseide wird über die Daumen gelegt. Dieses Fadenstück wird nun durch leichtes vor- und zurückbewegen zwischen zwei Zähne gebracht. Lege nun den Faden U-förmig um einen der beiden Zähne und bewege die Zahnseide an der Zahnfläche auf und ab. Damit wird der Zahnbelag effektiv abgetragen. Das Gleiche machst du beim zweiten Zahn.

Danach wird die Zahnseide wieder aus dem Zahnzwischenraum heraus gezogen. Wickle nun die Zahnseide ein Stück weiter, bevor du dir den nächsten Zwischenraum vornimmst. So verwendest du stets ein sauberes Stück. Das machst du, bis alle Zahnzwischenräume gereinigt sind.

Die Anwendung von Zahnseide wird zumindest einmal täglich, am besten abends, empfohlen.

Wenn du dich an all das hältst und dann noch deinen Zahnarzt bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung fragst, ob er dir eine Einschätzung deiner Mundhygiene geben kann, und du dir die Schwachstellen deiner Zahnpflege aufzeigen lässt, steht einer guten Zahngesundheit nichts mehr im Wege.

Literaturempfehlungen zum Thema Zahnpflege

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Quellenangaben

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Bildquellen

  • Schriftzug Zahnpflegetipps: Izabela Magier | Shutterstock.com
Mag. Sandra M. Exl

Mag. Sandra Exl hat ein abgeschlossenes Studium der Biologie und ist zertifizierte Fastenbegleiterin. Sie arbeitet als Redakteurin im Team von Lanaprinzip Publishing e.U. und schreibt über die Themen Heilfasten, Ernährung und gesunde Rezepte. Mit über 20 Jahren Fastenerfahrung und vielen beliebten YouTube-Videos über das Heilfasten ist sie im deutschsprachigen Raum eine der bekanntesten Fastenexpertinnen.