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Bluthochdruck: Wie lässt sich der Blutdruck senken?

in Körper von Dr. Silvia Nold

Mindestens jeder fünfte Mensch ist hierzulande von Bluthochdruck betroffen. Mit Medikamenten und natürlichen Maßnahmen lassen sich der Blutdruck und das Risiko für Folgeerkrankungen senken. Hier im Video-Interview der Arzt und Psychotherapeut Dr. Ruediger Dahlke.

Durch den menschlichen Körper fließen je nach Körpergewicht etwa fünf bis sechs Liter Blut. Das Blut verteilt sich über immer feiner werdende Blutgefäße, sodass jede Körperzelle mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Der Blutdruck sorgt für die Aufrechterhaltung des Blutstroms und ist deshalb lebenswichtig. Bluthochdruck verursacht anfangs kaum Symptome, kann aber das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt erhöhen. Daher sollte der Blutdruck von Zeit zu Zeit gemessen werden. Liegt ein Bluthochdruck vor, kann er durch Medikamente gesenkt werden. Doch auch viele nicht-medikamentöse Maßnahmen zur Blutdrucksenkung können helfen.

Volkskrankheit Bluthochdruck

Bluthochdruck (Hypertonie) gehört zu den häufigsten Erkrankungen. Doch was ist Bluthochdruck eigentlich, wie entsteht er und wie häufig kommt er vor?

Wann spricht man von Bluthochdruck?

Der Blutdruck wird in der Einheit mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) angegeben. Dabei wird der Druck in den größeren Körperarterien gemessen. Es werden grundsätzlich immer zwei Blutdruckwerte angegeben:

  • Der erste, höhere Wert ist der systolische Druck. Er gibt den maximalen Druck an, der während des Zusammenziehens (Systole) der linken Herzkammer entsteht. Er liegt in der Regel zwischen 110 und 130 mmHg.
  • Der zweite, niedrigere Wert ist der diastolische Druck. Während der Entspannungsphase des Herzens (Diastole) füllt sich das Herz mit neuem Blut, der Blutdruck fällt ab. Der Wert liegt normalerweise zwischen 80 und 89 mmHg.

Die Grenzwerte für Bluthochdruck hängen vom Alter und vom Gesundheitszustand ab. Vor allem bei älteren Menschen, Diabetikern und Risikogruppen wird von Fall zu Fall entschieden. Es gilt als Richtwert, dass dauerhafte Werte über 140/90 mmHg gesenkt werden sollten (1). Bei Anstrengung und Stress, aber auch in der Schwangerschaft oder durch bestimmte Medikamente kann der Blutdruck vorübergehend erhöht sein, ohne dass man von krankhaftem Bluthochdruck spricht.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtet, dass weltweit rund 1,13 Milliarden Menschen von Bluthochdruck betroffen sind (2). Rund jeder fünfte Deutsche hat einen erhöhten Blutdruck, im Alter von über 50 Jahren ist es sogar jeder zweite, über 60 bereits fast drei Viertel der Bevölkerung. Das zeigt, wie wichtig eine regelmäßige Blutdruckmessung ist, um bei Bedarf gegensteuern zu können.

Wie entsteht ein hoher Blutdruck?

Der Blutdruck wird durch ein komplexes System von Hormonen und Nerven gesteuert. Aber auch der Salz- und Wasserhaushalt im Körper sowie die Herzfunktion, genauer gesagt die Pumpleistung des Herzens, tragen dazu bei. Die Elastizität der Gefäße und die Gefäßweite spielen ebenfalls eine Rolle. Beides kann zum Beispiel bei Arteriosklerose beeinträchtigt sein.

Bei jedem Zehnten tritt Bluthochdruck als Folge anderer Erkrankungen auf. Man spricht dann auch von einer sekundären Hypertonie. Tritt der Bluthochdruck wie bei 90 Prozent aller Patienten isoliert auf, liegt eine primäre Hypertonie vor.

Es gibt einige Risikofaktoren, die zu einem erhöhten Blutdruck beitragen. Dazu gehören unter anderem:

  • Übergewicht
  • zu wenig Bewegung
  • Rauchen, regelmäßiger Alkoholkonsum
  • Stress
  • ungünstige Ernährung (zum Beispiel zu viel Kochsalz)
  • Schlafapnoe (nächtliche Atemaussetzer)

Symptome und Warnsignale: Wie erkennst du Bluthochdruck?

Hoher Blutdruck Senken SofortEin leicht bis mittelgradig erhöhter Blutdruck wird in den meisten Fällen nicht bemerkt. Dennoch belastet die Erhöhung das Herz und die Gefäße. Neben Rauchen und Diabetes ist Bluthochdruck eine der führenden Ursachen für Schlaganfälle und Herzinfarkte. Bluthochdruck früh zu erkennen ist möglich, wenn man regelmäßig beim Arzt oder in der Apotheke den Blutdruck messen lässt. Wenn du deinen Blutdruck zu Hause messen möchtest, verwende ein hochwertiges Blutdruckmessgerät, welches ein zertifiziertes Medizinprodukt ist. Auf Amazon erhältst du zum Beispiel das Sanitas SBM.
Notiere deine Werte in einem Blutdruckpass. Ein solcher ist ebenfalls auf Amazon erhältlich: Blutdruckpass DIN A5.  Zu Hause liegt der Messwert meist etwas niedriger, da man in dem eigenen vier Wänden in der Regel entspannter ist.

Mögliche Symptome eines Bluthochdrucks können sein:

  • Nervosität
  • Schwindelgefühle oder Übelkeit
  • Rotes Gesicht
  • Kopfschmerzen (vor allem am Morgen)
  • Schlafstörungen
  • Müdigkeit
  • Ohrensausen, Sehstörungen oder Nasenbluten
  • Kurzatmigkeit bereits bei leichterer Anstrengung

Oft sind diese Symptome zunächst nur gering ausgeprägt oder es treten nur einzelne dieser Beschwerden auf. Dabei denkt man vielleicht nicht sofort an Bluthochdruck. Frauen in den Wechseljahren schreiben diese Symptome oft der Hormonumstellung zu. Bemerkt man bei sich selbst, in der Familie oder bei Bekannten solche Beschwerden, dann kann es nicht schaden, den Blutdruck messen zu lassen.

Die Behandlung von Bluthochdruck

Ein Bluthochdruck sollte in der Regel behandelt werden, da ein zu hoher Druck auf Dauer negative Folgen hat. Der Arzt legt je nach Alter meist einen Zielblutdruck fest, der erreicht werden sollte. Im nächsten Kapitel findest du Tipps, wie der Blutdruck auf natürliche Weise gesenkt werden kann. Ist der Blutdruck sehr hoch, liegen zusätzliche Risikofaktoren für das Herz-Kreislauf-System vor oder bringen nicht-medikamentöse Maßnahmen keine Besserung, kann der Arzt bestimmte Medikamente einsetzen, die oft auch in Kombination verwendet werden:

  • Diuretika wirken entwässernd, erweitern die Gefäße und fördern die Salzausscheidung.
  • Spezielle Blutdrucksenker wie ACE-Hemmer oder AT-1-Rezeptor-Antagonisten wirken auf das Hormonsystem und senken so den Blutdruck.
  • Betarezeptorenblocker („ Beta-Blocker“) wirken blutdrucksenkend, da sie die Wirkung des Stresshormons Adrenalin oder des Neurotransmitters Noradrenalin hemmen.
  • Kalziumantagonisten verhindern den Einstrom von Kalzium in Muskelzellen. Dadurch werden Gefäße erweitert und entspannt.

Reagiert eine Bluthochdruck-Erkrankung weder auf nicht-medikamentöse Maßnahmen noch auf eine intensive Therapie mit Medikamenten, gibt es einige neue, medizinische Ansätze (3). Dazu gehört die Verödung bestimmter Nierennerven (renale Denervation) mit einem Nierenkatheter. Auch die Baroreflex-Stimulation, bei der bestimmte Signalzentren in der Halsschlagader durch elektrische Impulse (ähnlich wie bei einem Herzschrittmacher) stimuliert werden. Dadurch wird eine Blutdrucksenkung angeregt. Beide Verfahren werden aber noch in Studien geprüft.

Den Blutdruck ohne Medikamente senken

Natürliche Maßnahmen und eine Umstellung des Lebensstils können den Blutdruck senken. Diese Maßnahmen zur natürlichen Blutdrucksenkung eignen sich besonders gut zur Vorbeugung, bei leichtem Bluthochdruck und zusätzlich zu Medikamenten. Bevor eine medikamentöse Therapie begonnen wird, können die folgenden Tipps helfen, dass weniger oder unter Umständen gar keine Medikamente nötig werden.

 

 

Wichtig: Alle folgenden Maßnahmen können jeweils einen kleinen Teil dazu beitragen, deinen Blutdruck zu senken. Am besten solltest du mehrere davon kombinieren und deinen Lebensstil dauerhaft umstellen. Falls du Tabletten gegen Bluthochdruck nimmst, lass regelmäßig die Dosis überprüfen. Greifen natürliche Maßnahmen, ist oft eine Verringerung der Dosis oder ein Absetzen der Tabletten möglich.

Sport und Bewegung

Fehlende Bewegung führt zu weniger Muskelmasse und einem höheren Fettanteil im Körper. Auch das Herz-Kreislauf-System wird durch fehlendes Training geschwächt. Ideal gegen Bluthochdruck ist Ausdauersport, am besten drei bis fünf Mal die Woche mindestens 30 Minuten (4). Es eignen sich Joggen, Wandern, Ski-Langlauf, Nordic Walking, Schwimmen oder Radfahren. Hast du lange gar keinen Sport gemacht? Dann besser langsam starten und vorher beim Arzt durchchecken lassen!

Ernährung und Kochsalzaufnahme

Bei Bluthochdruck kann eine leichte und ausgewogene Ernährung helfen. Viel Obst und Gemüse, wenig Fett, möglichst keine Fertigprodukte und industriell verarbeitete Lebensmittel. Denn gerade hochverarbeitete Nahrungsmittel enthalten oft besonders viel verstecktes Salz. Speisesalz (Natriumchlorid) kann einen hohen Blutdruck begünstigen. Daher ist eine salzarme Ernährung oft hilfreich. Du solltest jedoch beachten: Nicht jeder Mensch ist salzempfindlich, daher wirkt sich die salzarme Kost nicht immer blutdrucksenkend aus.

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Tipps für eine salzarme Ernährung:

Bauchfett reduzieren

Übergewicht und vor allem zu viel Bauchfett erhöhen den Blutdruck. Der Grund, warum Bauchfett besonders kritisch ist: Fett lagert sich dabei um die Organe in der Bauchhöhle ab und sorgt schließlich für eine Umfangszunahme. Dieses sogenannte viszerale Fett ist stoffwechselaktiv und wirkt sich negativ auf den Blutdruck, das Herz-Kreislauf-System und die Insulinfreisetzung aus.

Welcher Bauchumfang ist kritisch? (5)

  • Nur ein geringes Risiko besteht, wenn der Bauchumfang bei Männern unter 94, bei Frauen unter 80 Zentimetern liegt.
  • Eine Diät im Sinne einer Ernährungsumstellung sollte spätestens dann begonnen werden, wenn der Bauchumfang bei Männern über 102, bei Frauen über 88 Zentimetern liegt.

Nicht Rauchen und wenig Alkohol

Nikotin schädigt die Blutgefäße. Nicht umsonst kann Rauchen bis hin zum bekannten Raucherbein führen, bei dem das Gewebe aufgrund von Durchblutungsstörungen abstirbt. Auch Alkohol kann den Blutdruck ansteigen lassen, allerdings ist es völlig in Ordnung, hin und wieder ein Glas Wein oder ein Bier zu trinken.

Nahrungsergänzungsmittel

Im Handel gibt es unzählige Präparate und Nahrungsergänzungsmittel, die gegen Bluthochdruck wirken sollen. Nicht alles ist sinnvoll oder lohnt sich. Auch rein pflanzliche Produkte können Nebenwirkungen und Wechselwirkungen haben. Du solltest die Einnahme, vor allem wenn du bereits Medikamente nimmst oder unter chronischen Erkrankungen leidest, mit deinem Arzt absprechen.

Nahrungsergänzungen, die sich positiv auf den Blutdruck auswirken:

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Entspannung und ausreichend Schlaf

Stress erhöht den Blutdruck. Genauso verhält es sich mit Schlafmangel. Sorge also für ausreichend Schlaf und Erholung. Entspannungstechniken können helfen, Stress aktiv abzubauen.

Alternative Heilmethoden

Die Wirkung ist nicht wissenschaftlich nachgewiesen, hat aber kaum Risiken und scheint bei manchen Betroffenen zu helfen. Einen Versuch ist eine solche Behandlung deshalb oft Wert:

Interview mit Dr. Ruediger Dahlke - Bluthochdruck

 

Interview mit Dr. Edmund Schmidt - Bluthochdruck

 

Weiterführende Informationen findest du auch in den unten stehenden Buchtipps. Hast du Tipps für Betroffene oder noch offene Fragen? Gern kannst du dich auch in unserem Forum unter https://gesundheit-koerper-seele.com/forum/ darüber austauschen.

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Buchtipps zum Thema Bluthochdruck

Quellenangaben

  1. Hambrecht R, et al. ESC (European Society of Cardiology) und DKG (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie): Leitlinie zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, 2016.
  2. NCD Risk Factor Collaboration (NCD-RisC). Worldwide trends in blood pressure from 1975 to 2015: a pooled analysis of 1479 population-based measurement studies with 19·1 million participants.Lancet. 2017;389(10064):37-55.
  3. Kintscher U, et al. Kommentar zur 2013-ESH/ESC-Leitlinie zum Management der arteriellen Hypertonie. Kardiologe 2014,8:223–230.
  4. Deutsche Herzstiftung. Bluthochdruck: Werte mit Sport senken? https://www.herzstiftung.de/Bluthochdruck-Sport.html
  5. Lean ME, et al. Waist circumference as a measure for indicating need for weight management. BMJ 1995; 311(6998): 158–161.
  6. Miller PE, et al. Long-Chain Omega-3 Fatty Acids Eicosapentaenoic Acid and Docosahexaenoic Acid and Blood Pressure: A Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials. American Journal of Hypertension 2014;27(7):885–896.
  7. Rosenfeldt FL, et al. Coenzyme Q10 in the treatment of hypertension: a meta-analysis of the clinical trials. J Hum Hypertens 2007;21(4):297-306.
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